Future of work and the workplace

Perspektiven

Der Übergang in die Zukunft von Arbeit und Arbeitsplatz

Digitale Kultur, Werkzeuge und Ansätze nutzen

In einer Umfrage von Deloitte (gesponsert von Facebook) wurden Führungskräfte der C-Suite nach ihren Ansichten zur Zukunft der Arbeit befragt. Aus ihren Antworten kristallisierten sich sechs Themenbereiche heraus, die den Arbeitsplatz der Zukunft prägen werden – und sechs Lektionen, die Führungskräften den Übergang erleichtern sollen.

Nichts ist so beständig wie der Wandel

Die Digitaltechnologie hat weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen des 21. Jahrhunderts. Sie verändert auf elementare Weise wie wir arbeiten, wie wir verwalten, wo wir arbeiten, wie wir organisieren, welche Produkte wir verwenden und wie wir kommunizieren.

Trotz all dieser Veränderungen bleiben einige Dinge konstant. Organisationen bestehen immer noch aus Menschen, die sich rund um einen gemeinsamen Zweck, gemeinsame Werte, strategische Ziele und zu erledigende Aufgaben scharen. Menschen bleiben zwar das wertvollste Kapital der meisten Organisationen, werden aber von Maschinen und einem Gewirr von Technologien zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Menschen sind immer noch an Tageszeiten und an ihre eigene geistige Fähigkeit zur Informationsverarbeitung gebunden. Die Arbeit (die von Computern und Menschen erledigt wird) muss koordiniert werden, um maximale Wertschöpfung zu erzielen.

Organisationen brauchen weiterhin grossartige Führungskräfte, Manager und Mitarbeitende auf allen Ebenen, um ihre Aufgaben effizient und effektiv zu erledigen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Ära enorme Chancen birgt, die die Art und Weise betreffen, wie wir in der Arbeitsumgebung der Zukunft kommunizieren und zusammenarbeiten.

Wie sehen Top-Führungskräfte die Zukunft der Arbeit?

Um besser zu verstehen, wie Führungskräfte diese Veränderungen sehen, führte Deloitte im September 2016 eine (von Facebook gesponserte) anonyme Befragung unter 245 Führungskräften der C-Suite durch.

Die Ergebnisse dieser Umfrage bestätigten, dass die befragten Führungskräfte die Zukunft von Arbeit und Arbeitsplätzen als sehr wichtig einschätzen und sich bewusst sind, dass neue Technologien sowohl die Art des Arbeitens als auch ihre eigenen Führungsrollen grundlegend verändern werden.

Durch unsere Umfrage kristallisierten sich sechs Themenbereiche heraus, die Top-Führungskräfte beachten sollten.

 

Die Unternehmenskultur ist entscheidend

Unsere Umfrage zeigte, dass Führungskräfte der C-Suite unabhängig vom Standort und von der Grösse ihrer Organisation dieselbe Sichtweise auf die Zukunft der Arbeit teilen. Über zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass die Unternehmenskultur, insbesondere die Transparenz der internen Kommunikation, entscheidend für die Fähigkeit einer Organisation ist, ihre Mission und Vision zu erfüllen.

Im Gegensatz dazu vertreten überraschenderweise nur 14 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Kultur keine, nur geringe oder neutrale Auswirkungen auf ihre Fähigkeit hat, ihre Vision und Mission zu verwirklichen. Dabei tritt die Frage nach der Unternehmenskultur in kleineren Unternehmen noch nicht in den Vordergrund. Die Antworten lassen jedoch darauf schliessen, dass sich Unternehmen mit zunehmendem Wachstum gezwungen sehen, sich mit dieser Frage zu befassen.

Lektion 1: Achten Sie auf die Unternehmenskultur und sorgen Sie dafür, dass sich Führungskräfte aktiv an deren Entwicklung und Verbreitung beteiligen.

Kommunikation, Kooperation und Konnektivität befinden sich im Umbruch

Die Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle, und Führungskräfte erkennen zunehmend, dass hier Arbeit zu leisten ist. In den nächsten fünf Jahren muss sich ein kultureller Wandel vollziehen, zumal nur 14 Prozent aller Führungskräfte mit der derzeitigen Art der Kommunikation und Kooperation ihrer Organisationen vollständig zufrieden sind. Zudem beginnen Führungskräfte, ihre Fortschritte aktiver zu überwachen – ein Zeichen für die strategische Bedeutung der Unternehmenskultur.

Die befragten Führungskräfte identifizierten zwei wichtige kulturelle Veränderungen, die sie für die nächsten beiden Jahre erwarten: erstens die Einführung effizienterer Entscheidungsstrukturen und entsprechender Werkzeuge (42 Prozent) und zweitens die Investition von mehr Mitarbeiterzeit und Ressourcen in Innovation durch eine effizientere Gestaltung der bestehenden Prozesse (41 Prozent).

Lektion 2: Unternehmen sollten Kommunikation transparenter machen und proaktiv neue Systeme und Richtlinien einführen. Ausserdem sollten sie ihre Unternehmenskultur am Arbeitsplatz entlang der digitalen Dimension neu interpretieren, da sie ansonsten Gefahr laufen, Mitarbeiter, Produktivität und letztlich Kunden einzubüssen.1

Millennials (und Angehörige der Babyboom-Generation) bestimmen das Tempo des Wandels

Es überrascht nicht, dass der Einfluss der Millennials auf die Art und Weise, wie Talente rekrutiert und entwickelt werden, intensiv diskutiert wird – schliesslich werden bis 2020 ganze 50 Prozent aller Arbeitnehmer Millennials sein. Doch wir können auch die Tatsache nicht ignorieren, dass Angehörige der Babyboom-Generation länger arbeiten werden, oft weit über ihren 70. oder sogar 80. Geburtstag hinaus.

Generationenübergreifendes Management ist also so wichtig wie eh und je, wenn nicht wichtiger als je zuvor. Fast vier Fünftel (78 Prozent) der befragten Führungskräfte sind beispielsweise der Meinung, dass generationenbedingte Unterschiede in den Mitarbeitererwartungen die dezentralisierte Zusammenarbeit vorantreiben werden.

Dies ist besonders wichtig angesichts der Tatsache, dass nur ein Drittel der Millennials der Meinung ist, dass ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrung von ihren Organisationen optimal ausgeschöpft werden2 und 66 Prozent davon ausgehen, ihren Arbeitgeber in weniger als fünf Jahren zu verlassen.3 Die Priorität, die Führungskräfte diesem Thema einräumen, zeigt, dass ihnen das Problem bewusst ist und dass sie es als echte Herausforderung betrachten, Talente der Spitzenklasse zu finden und zu binden, insbesondere unter den Millennials.4

Lektion 3: Um Millennials zu binden, sollten Unternehmen mehr Wert auf die Pflege und Entwicklung ihrer Mitarbeiter legen. Dazu ist es wichtig, dass sie ihnen interessante und sinnvolle Arbeit, eine Umgebung mit flexiblen Karrieremöglichkeiten und Werkzeuge anbieten, die es den Mitarbeitern ermöglichen, zusammenzuarbeiten und Ideen auf transparente Weise auszutauschen.

Geschäftsvorteile sind realisierbar – die Abläufe im Fokus

Kommunikation, Kooperation und Konnektivität sind die Faktoren, die nach Meinung der Top-Führungskräfte in Zukunft die wichtigsten Veränderungen der Arbeit vorantreiben werden. Der Grund für die umfangreichen Investitionen in diese Arbeitsaspekte liegt in der Überzeugung, dass sie den Unternehmen solide geschäftliche Vorteile bieten.

Auf die Frage, worin die wichtigsten Vorteile einer stärkeren Kooperation ihrer Meinung nach bestehen, nannten 57 Prozent der Befragten die Identifikation und Nutzung neuer Geschäftschancen, während 48 Prozent auf steigende Innovationsfähigkeit hinwiesen. Dicht dahinter folgten kürzere Markteinführungszeiten (42 Prozent) und eine erhöhte Kundenloyalität (41 Prozent).

Eine weitere Umfrage zeigt, dass 65 Prozent der befragten Mitarbeiter der Meinung sind, dass Wachstums- und Innovationschancen auch ausserhalb des Büros zu finden sind. Daher ist es ihrer Meinung nach notwendig, Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die die Bildung von Netzwerken und eine standortübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen.5

Die Unternehmenskultur, die für den Übergang in die Zukunft der Arbeit notwendig ist, verlangt effizientere Prozesse, vor allem andere Entscheidungsstrukturen und sorgfältig ausgewählte Werkzeuge. Fast die Hälfte (48 Prozent) der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass eine verstärkte Zusammenarbeit dazu beitragen kann, Talente der Spitzenklasse anzuziehen und zu binden.

Lektion 4: Formulieren Sie den Nutzen, den Sie anstreben, klar und kontrollieren Sie regelmässig die vor- und nachlaufenden Kennzahlen Ihrer Fortschritte.

Neue digitale Werkzeuge verändern die Art und Weise, wie wir unsere Bildschirmzeit verwenden, dramatisch

Die Arbeitsumgebung der Zukunft verlangt ein Umdenken, was unsere Kommunikation und Zusammenarbeit anbelangt. So sind 76 Prozent der befragten Führungskräfte der Meinung, dass E-Mails zugunsten anspruchsvollerer digitaler Werkzeuge an Bedeutung verlieren werden. Diese digitalen Werkzeuge werden die Bildung kulturübergreifender Teams stark erleichtern. Tatsächlich betrachten 72 Prozent der Befragten die Bildung kulturübergreifender virtueller Teams als signifikante und massgebliche Entwicklung der nächsten fünf Jahre. Da Zusammenarbeit Beziehungen stärkt, sollte die Wahl der Technologien im Idealfall beziehungsaufbauende Aktivitäten und eine effiziente Kommunikation fördern.6

Doch Werkzeuge allein sind nicht alles. Unternehmen müssen bei ihrer Umstellung von E-Mail auf andere Kommunikations-, Kooperations- und Konnektivitätswerkzeuge den richtigen kulturellen Kontext entwickeln und ihre arbeitsplatzbezogenen Richtlinien und Prozesse anpassen, um sicherzustellen, dass Umgebung und Erwartungen die erfolgreiche Annahme der eingeführten Digitaltechnologien ermöglichen.

Lektion 5: Beginnen Sie mit der Umstellung auf neue Kooperationswerkzeuge, aber sorgen Sie dafür, dass die Abläufe am Arbeitsplatz und die Erwartungen der Mitarbeiter auf die neuen verfügbaren Funktionen abgestimmt sind.

Führungskräfte leiten zunehmend Netzwerke, nicht Hierarchien

Wir haben gesehen, dass sich die Erwartungen von Führungskräften nicht nur dahingehend ändern, wie sie mit ihren Mitarbeitern interagieren und diese einbinden, sondern auch, wie sie die Veränderung ihrer eigenen Rolle sehen.

Laut unserer Umfrage gehen etwas über 40 Prozent der Top-Führungskräfte davon aus, dass sie in Zukunft den Fluss und den Austausch von Ideen stärker fördern und Teams und Einzelpersonen mehr Autonomie zugestehen werden. Diese Verschiebung von "Top-down“ hin zu "Seite an Seite" ist ein entscheidender Teil der Gleichung.

Wie bereits festgestellt, sind sich die Autoren von Managementliteratur heute darüber einig, dass ein Unternehmen nur beschränkte oder keine Fortschritte erzielt, wenn die Führungskräfte nicht als Vorbilder für die angestrebte Umgebung fungieren. Dieser Wandel von einer eher leitenden Rolle hin zur Förderung befähigter Netzwerke ist fundamental. Wie Jeffrey Joerres in seinem Interview zur Zukunft der Arbeit sagte: "In Zukunft wird es wichtiger sein, ein Vorbild für erwünschte Verhaltensweisen zu sein, als Schulungen abzuhalten."7 In den hochgradig vernetzten, flüssigeren Organisationen der Zukunft werden Führungskräfte von der C-Suite abwärts neue Wege finden müssen, um mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren und ihr Ohr am Puls ihrer Organisation zu haben.

Lektion 6: Führungskräfte unterschätzen oft den Nutzen sozialer Werkzeuge bei der Arbeit8 und müssen darüber aufgeklärt werden, wie kooperative und geschäftliche soziale Werkzeuge zur Verbesserung von Kommunikation, Kooperation und Konnektivität eingesetzt werden können.

Group discussion

Fazit

Die Umfrage hat gezeigt, dass die Führungskräfte vor allem grösserer Unternehmen erkannt haben, dass die Zukunft der Arbeit ganz anders aussehen wird als ihre Vergangenheit und dass sie ihre Rollen an die neuen Unternehmensumgebungen, die sie leiten werden, anpassen müssen.

Das Wichtigste ist, dass wir in Zukunft stärker vernetzt, dezentralisierter, mobiler, teamorientierter, projektorientierter, kooperativer, flüssiger und öfter in Echtzeit arbeiten werden. Die Herausforderung besteht darin sicherzustellen, dass die Arbeit dadurch nicht komplizierter, verwirrender oder erdrückender wird. Dazu müssen wir bessere und neue Wege der Kommunikation, Kooperation und Vernetzung entwickeln. Grosse, fluide Netzwerke mit mehreren Knoten werden zunehmend neue Wege für den Austausch von Informationen und Erkenntnissen nutzen und dafür auf neue, befriedigende Digitaltechnologien setzen. Ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, wird die Fähigkeit von Führungskräften sein, Netzwerke aufzubauen und Vorbilder für die neuen Arbeitsweisen zu sein. Unternehmen, denen das gelingt, bietet die Zukunft der Arbeit die Chance, eine höchst attraktive und motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen und nach Jahrzehnten der Umstellung zu wahrhaft lernenden Organisationen zu werden.

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