European Tax Survey

Artikel

European Tax Survey 2015

Transparenz, Vereinfachung und Zusammenarbeit

Das Ziel des dritten European Tax Survey von Deloitte bestand darin, die Auswirkungen der jüngsten wirtschaftlichen, finanziellen und aufsichtsrechtlichen Trends auf heutige Steuerabteilungen aus Sicht von Steuerberatern aus ganz Europa darzustellen.

Der European Tax Survey 2015 von Deloitte wurde im Herbst 2015 durchgeführt und unmittelbar vor der Veröffentlichung des endgültigen Base Erosion & Profit Shifting (BEPS)-Pakets der OECD/G20 veröffentlicht. Die internationale Steuerreform schreitet voran und erhöht den Druck auf Steuerberater, die zusätzlichen neuen Anforderungen zu verstehen und zu erfüllen, und die Notwendigkeit, mehr Auskünfte über ihre Tätigkeit und ihr Steuerprofil pro Land zu melden.

Um die Auswirkungen dieser Entwicklungen und weiterer Trends sowie die potenziellen Auswirkungen auf heutige Steuerabteilungen aus Sicht von Steuerberatern in ganz Europa zu verstehen, führte Deloitte seinen dritten European Tax Survey durch, für den mehr als 800 Antworten eingingen.

Ergebnisse des European Tax Survey 2015:

Auswirkungen eines sich verändernden Umfelds

  • Die grösste Besorgnis im zweiten Jahr in Folge betraf Änderungen in der Steuergesetzgebung.
  • Geringfügig mehr Teilnehmer als im Vorjahr (53,1% gegenüber 52,4% im vergangenen Jahr) betrachten BEPS als wichtig für ihre Steuerabteilung. Zudem zeigte sich, dass die BEPS-Agenda allmählich über die Steuerabteilungen hinaus an Bedeutung zunimmt.
  • • Mehr als ein Drittel der Teilnehmer beabsichtigte, ihre internationale Steuerstrategie in Reaktion auf den BEPS-Aktionsplan der OECD/G20 zu überprüfen und zu ändern. Ferner erwartete mehr als die Hälfte einen unmittelbaren Anstieg ihrer Kosten für die Einhaltung von steuerlichen Vorschriften aufgrund von BEPS.
  • • 43,5% hatten mit Planungen im Hinblick auf die voraussichtlichen Auswirkungen von BEPS begonnen. Die meisten der Unternehmen, die begonnen hatten, sich auf BEPS einzustellen, bereiteten ihre Organisationen auf Aktion 13 des BEPS-Aktionsplans, auf die Überarbeitung der Verrechnungspreisdokumentation, vor (84,8%).
  • Die Teilnehmer begannen, zusätzliche steuerliche Offenlegungen in den Abschlüssen ihrer Unternehmen vorzunehmen, vor allem wenn sie den Eindruck hatten, dass ihr Unternehmen von externen Interessengruppen überprüft wurde oder überprüft werden könnte.
  • Geteilter Meinung waren die Teilnehmer gegenüber einer eventuell erforderlichen EU-weiten gemeinsamen Bemessungsgrundlage für Körperschaftssteuern (Common Corporate Tax Base): 61,1% hatten keine Meinung, hingegen wurde ein solches Vorhaben von 19,1% positiv und von 19,8% negativ beurteilt.

Wesentliche Erfolgsfaktoren für Steuerberater

  • Die wichtigsten Erfolgsmaßstäbe für Steuerberater waren Compliance (pünktliche und korrekte Einreichung von Steuererklärungen) und Sicherheit in Bezug auf Steuerverbindlichkeiten.
  • Die meisten Befragten (73,7%) gaben an, dass Körperschaftssteuerstrategien in den vergangenen fünf Jahren genauer geprüft worden seien, doch nur 51,7% meinten, dass dies im vergangenen Jahr der Fall gewesen sei.
  • In Reaktion auf die strengeren Überprüfungen gaben 44,8% an, den Verwaltungsrat in ihre formelle Konzernstrategie einzubinden, während 43,4% erklärten, zusätzliche steuerliche Angaben in die Abschlüsse zu integrieren.

Die beliebtesten Standorte

  • Unter den grösseren Volkswirtschaften wurden die Voraussetzungen in den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Grossbritannien als am günstigsten angesehen, während unter den kleineren Ländern Luxemburg und Irland als vorteilhafteste Länder galten. Deutschland, Italien und Frankreich hingegen wurden als Herausforderung angesehen.
  • Die Teilnehmer würdigten gute Beziehungen zu den Steuerbehörden sowie einfachere Steuerregelungen. Hingegen waren die am häufigsten ausgewählten Gründe für steuerliche Verunsicherung «häufige Gesetzesänderungen» sowie «Unklarheit, Schwäche und Veränderungen der Praxis der Steuerbehörden oder der öffentlich zugänglichen Informationen».
  • Als Hauptfaktor für die potenzielle Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes gaben 43,3% der Teilnehmer – wie auch in den vergangenen beiden Jahren – die Vereinfachung von Steuerregelungen an.
  • Weniger Teilnehmer waren in den letzten drei Jahren Ziel von Steuerprüfungen (65% gegenüber 70% im Jahr 2014).
Fanden Sie diese Seite hilfreich?