Schweizer Unternehmenssteuerreform III

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Unternehmenssteuerreform III:

Wirtschaft befürchtet Standortnachteile

Erste Deloitte Tax-Umfrage unter Schweizer Finanz- und Steuerchefs

Zürich, 14. September 2014 

Der Bundesrat wird bald die Vernehmlassungsvorlage zur Unternehmenssteuerreform III verabschieden. Deren Ausgestaltung ist für viele Schweizer Unternehmen ein zentrales Zukunftsthema. Zwei Drittel der kürzlich von Deloitte befragten Finanz- sowie Steuerchefs von in der Schweiz ansässigen Unternehmen befürchten Nachteile für den Wirtschaftsstandort Schweiz als Folge der geplanten Reform. Gut jeder Zweite rechnet mit direkten negativen Auswirkungen für sein eigenes Unternehmen. Diese und weitere Resultate liefert die aktuelle Deloitte Tax-Umfrage.

Die Pläne für die Schweizer Unternehmenssteuerreform III konkretisieren sich, der Bundesrat sollte diese in Kürze in die Vernehmlassung schicken. Deloitte hat darum in den letzten Wochen 160 Schweizer Finanz- sowie Steuerchefs von in der Schweiz ansässigen Unternehmen zu möglichen Auswirkungen dieser Reform befragt.

„Eine gelungene Reform ist für die Zukunft der Schweiz als attraktiven Unternehmensstandort extrem wichtig. Wir haben ein viel höheres Kostenniveau als andere Länder mit denen wir im Wettbewerb stehen. Darum müssen wir bei den Steuern viel attraktiver sein, um konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärt Reto Savoia, Managing Partner und Leiter der Steuerberatung bei Deloitte in der Schweiz.

Verlust an Standortattraktivität befürchtet

Basierend auf den bisher bekannten Eckdaten der Reform befürchten 64% der Befragten, dass sich die Attraktivität und internationale Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz als Folge verschlechtern wird. Nur 14% rechnen mit einer Verbesserung, 22% erwarten keine Auswirkungen. Befragt nach den Auswirkungen der Reform auf ihr eigenes Unternehmen, ist die Einschätzung etwas optimistischer: 53% rechnen mit negativen Auswirkungen, 12% sehen positive Aspekte, 36% erwarten keine Folgen für ihr Unternehmen.

Steuerchefs schätzen die negativen Auswirkungen, sowohl auf die Schweiz als auch auf das eigene Unternehmen, als grösser ein als die CFOs. Nur 17% der Steuerverantwortlichen glauben, dass die Reform keine Folgen für ihr eigenes Unternehmen haben wird, bei den Finanzchefs sind es 54%. Bei den Steuerverantwortlichen rechnen 68% mit negativen Auswirkungen, verglichen mit nur 38% bei den CFOs. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig das Vernehmlassungsverfahren wird. Die Mehrheit der Befragten befürchtet negative Konsequenzen für die Schweiz und ihre Unternehmen, falls die Steuerreform nicht genügend attraktiv ausgestaltet wird. „Man hat jetzt die Chance, eine wirtschaftsfreundliche Unternehmenssteuerreform durchzuführen, damit genau das nicht passiert“, so Reto Savoia.

Vorbereitungen für den Tag X laufen

Knapp zwei Drittel (60%) der Befragten untersuchen heute schon mögliche Auswirkungen der Reform auf ihr Unternehmen oder erarbeiten Szenarien, wie die Unternehmensstruktur angepasst werden müsste. 29% bereiten sich derzeit noch nicht darauf vor. Nur 7% überlegen sich drastischere Massnahmen wie die Verlagerung von Aktivitäten, des Unternehmenssitzes oder von Teilen des Unternehmens ins Ausland.

„Trotz der Befürchtungen herrscht aktuell keine Panik. Von einer möglichen Abwanderungswelle aus der Schweiz ist – abgesehen von Einzelfällen – noch nichts zu spüren. Die meisten Verantwortlichen verhalten sich derzeit noch abwartend. Diese Zurückhaltung kann sich jedoch schnell ändern, falls die Steuerreform nicht in die gewünschte Richtung geht“, erläutert Reto Savoia.

Gewinnsteuersenkung auf kantonaler Ebene favorisiert

Befragt nach den wichtigsten Umsetzungsthemen für die Reform erhoffen sich 56% eine Gewinnsteuersenkung auf kantonaler Ebene. 31% befürworten die Einführung von Lizenzboxen, 20% die Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer (Zinsabzug auf Eigenkapital) und 23% die Möglichkeit zur steuerlichen Kapitalisierung von Gewinnen („step up“), um diese in den nächsten 10 Jahren steuerlich abschreiben zu können.

Eine Gewinnsteuersenkung wurde am häufigsten genannt, da alle Unternehmen davon profitieren können. Das heisst indes nicht, dass andere Massnahmen wie eine grosszügig ausgestaltete Lizenzbox im Einzelfall nicht weniger wichtig sind, um ein Unternehmen in der Schweiz zu halten oder neu anzusiedeln.

Über die Deloitte Tax-Umfrage

Die Tax-Umfrage wurde vom 25. August bis 09. September 2014 durchgeführt. Dabei wurden 82 Finanz- sowie 78 Steuerchefs (gesamt 160) von Unternehmen mit Sitz in der Schweiz befragt. Die teilnehmenden Unternehmen stammen aus allen relevanten Branchen der Schweizer Wirtschaft.

Bei Interesse an den vollständigen Resultaten melden Sie sich bitte bei Michael Grampp.

Über Deloitte in der Schweiz

Deloitte ist ein führendes Prüfungs- und Beratungsunternehmen in der Schweiz und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance. Mit rund 1‘300 Mitarbeitenden an den sechs Standorten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich (Hauptsitz) betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Grösse aus allen Wirtschaftszweigen. Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte LLP, dem Mitgliedsunternehmen in Grossbritannien von Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL). Über DTTL sind deren Mitgliedsunternehmen mit rund 200‘000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten. 

Swiss Corporate Tax Reform III Survey

Anmerkung für die Redaktion

In dieser Pressemitteilung bezieht sich die Bezeichnung Deloitte auf Deloitte AG, eine Tochtergesellschaft von Deloitte LLP, dem Mitgliedsunternehmen in Grossbritannien von DTTL, eine "UK private company limited by guarantee" (eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht) und ihren Mitgliedsunternehmen, die rechtlich selbstständig und unabhängig sind. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von DTTL und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf unserer Webseite unter www.deloitte.com/ch/about.

Deloitte LLP und seine Tochterfirmen sind führende Beratungsunternehmen mit über 12'600 bestausgewiesenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Grossbritannien und der Schweiz, die Leistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance Services bieten. Das Unternehmen, das dank seiner innovativen HR-Programme als erklärter Wunscharbeitgeber gilt, setzt sich dafür ein, dass seine Kunden und Mitarbeitenden Erfolg haben.

Deloitte AG ist von der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) als anerkannter Wirtschaftsprüfer zugelassen.

Die in dieser Pressemitteilung enthaltenen Informationen entsprechen zum Zeitpunkt des Drucks dem aktuellen Stand.

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