Posted: 10 Nov. 2020

Ein Beruf mit viel Verantwortung lässt sich mit der Familie vereinbaren – aber es ist eine Herausforderung.

Maren, Partnerin im Consulting und Leiterin des Bereichs Human Capital, berichtet über ihre Tätigkeit bei Deloitte und warum sie Consulting seit über 20 Jahren lebt und liebt.

Hallo, mein Name ist Maren und ich bin seit sechs Jahren Partnerin im Consulting und seit Sommer Leiterin des Bereichs Human Capital bei Deloitte.
Ich lebe und liebe Consulting seit über 20 Jahren. Gute Ideen entstehen dann, wenn divers aufgestellte Teams gemeinsam an innovativen Ideen arbeiten. In meiner leitenden Position setze ich mich besonders für Frauen ein, die beides wollen: Familie und Karriere. Gerne berichte ich euch jetzt mehr über meine Tätigkeit bei Deloitte, was ich mir zukünftig vom Consulting erhoffe und warum weibliche Talente so wichtig für die Consulting-Branche sind.

Ein Beruf mit viel Verantwortung lässt sich mit der Familie vereinbaren – aber es ist eine Herausforderung.

Wie würde ich meinen Job kurz und knapp beschreiben?
Ich leite den Bereich Human Capital und stelle sicher, dass wir unseren Kunden eine optimale Unterstützung in Veränderungsprozessen bieten. Das beispielsweise durch die Anpassung von Teamstrukturen, Mitarbeiterfähigkeiten oder der Unternehmenskultur. In meiner Rolle als Partnerin im Bereich Consulting akquiriere ich neue Projekte, führe sie durch und sorge dafür, dass die Kundinnen und Kunden am Ende zufrieden sind. Außerdem suche ich neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Unternehmen und bin gewähltes Mitglied in der deutschen Partnervertretung unserer Firma, das heißt ich wirke an der Ausgestaltung aller Bereiche bei Deloitte mit. Ich mache also ziemlich viel und habe ein tolles Team, das mir dabei hilft.

Wie ist es mir gelungen, meinen Job und meine Führungsrolle mit dem Familienleben zu vereinbaren?
Ich habe einen Sohn und bin überzeugt davon, dass man einen fordernden Beruf mit einem Familienleben vereinen kann. Ich hoffe dadurch ein Vorbild für jüngere Kolleginnen und Kollegen sein zu können. Aber ich will auch realistisch bleiben: Es gibt herausfordernde Situationen. Und man muss sehr gut organisieren können, eine gute Kinderbetreuung finden und idealerweise einen Lebenspartner haben, der hinter dem eigenen Arbeitsmodell steht. Ich bin seit Beginn meiner Karriere mit meinem Mann zusammen. Es war sehr hilfreich, dass er nach einigen Jahren in der Industrie auch Berater wurde, weil er dadurch sehr genau weiß, was dieser Job bedeutet. Er wusste auch von Anfang an, dass ich nicht der Typ bin, der zu Hause bleiben möchte, sobald ein Kind da ist.

Was macht für mich den Reiz für Consulting aus?
Ich habe Spaß daran, projektbasiert zu arbeiten und schätze besonders die Abwechslung. Eigentlich wollte ich mich nach meinem Studium beruflich noch ausprobieren und mich erst danach für einen Industriezweig entscheiden. Ich wollte mir das Consulting zuerst nur zwei, drei Jahre anschauen, um das methodische Rüstzeug zu erwerben.

Ich bin Partnerin und Leiterin eines großen Bereiches bei Deloitte - wie habe ich das geschafft?
Die ersten 15 Jahre nach dem Studium habe ich in einer anderen Beratungsfirma gearbeitet und bin dort auch zur Partnerin aufgestiegen – damals habe ich sogar in Teilzeit gearbeitet. Ich habe meine Projekte erfolgreich umgesetzt und bewiesen, dass man auch im kleinen Team viel erreichen kann. Das hat mir vorerst ausgereicht, aber irgendwann wollte ich mehr Verantwortung und bin dann zu Deloitte gewechselt. Eigentlich war geplant, dass ich nach eineinhalb Jahren einen Teilbereich von Human Capital übernehme, was ich dann aber schon nach neun Monaten konnte – das war eine tolle Anerkennung meiner Leistung.

Gab es auch mal Momente, in denen ich Angst vor neuen Situationen hatte? Wenn ja, wie bin ich damit umgegangen?
Richtige Angst hatte ich eigentlich nie und ich hoffe, dass niemand das in seinem Beruf erleben muss. Ich fände es schade, wenn man seinen Job mit einem Angst-Gefühl verbindet. Aber natürlich habe ich auch vor neuen großen Schritten und Aufgaben mit viel Verantwortung Respekt. Ich sollte beispielsweise als junge Projektmanagerin ein sehr wichtiges und öffentlichkeitswirksames Projekt leiten, bei dem ich direkt für zehn interne Kolleginnen und Kollegen und ein Kundenprojektteam von 20 Kolleginnen und Kollegen verantwortlich war. Unsere Projektergebnisse haben die tägliche Arbeit von über 17.000 Personen beim Kunden komplett verändert. Ich war froh, dass mir ein erfahrener Partner aufwändige administrative Aufgaben abgenommen hat und ich mich auf den Kunden und die Projektinhalte konzentrieren konnte – das hat den Druck schon etwas herausgenommen.

Ist besonders der Zusammenhalt unter Frauen wichtig für die Karriere?
Ich glaube nicht, dass ausschließlich Frauen besonders stark zusammenhalten müssen, um im Beruf erfolgreich zu sein. Ein starkes Netzwerk und gute Leistungen sind wichtig – unabhängig vom Geschlecht. Dennoch sollten talentierte Frauen gefördert und für Führungspositionen begeistert werden.

Wie sieht so eine Förderungsmaßnahme konkret aus?
Mit anderen Kolleginnen und Kollegen engagiere ich mich in consultingspezifischen Frauennetzwerken, mit denen wir verschiedene Fördermaßnahmen und -programme entwickeln und umsetzen. Speziell in meinem Bereich arbeiten bereits sehr viele Frauen, weil er inhaltlich besonders Bewerberinnen anspricht. Schwangere Mitarbeiterinnen, die nicht wissen, wie sie Familie und Beruf miteinander vereinbaren sollen, ermutige ich zu ganz individuellen Lösungen, denn es gibt einfach kein Patentrezept. Damit Frauen in Führungspositionen ankommen, müssen sie sich aktiv um ihre Karrieren und Weiterbildungen kümmern. Dafür schaffen wir – beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten – die Rahmenbedingungen. In jedem Fall sporne ich sie dazu an, sich selbst mehr zuzutrauen.

Ist die Zukunft des Consultings weiblich?
Das glaube ich nicht. Aber die Zukunft des Consultings ist auch nicht männlich. Ich würde sagen, dass die Zukunft ausgewogener sein wird und sein muss: Aufgrund der vielen tollen Absolventinnen und weil wir es uns auch einfach nicht erlauben können, auf diese Talente zu verzichten. Wir brauchen verschiedene Denkweisen im Unternehmen, um im Rahmen der Digitalisierung innovationsfähig zu bleiben.

Gibt es einen beruflichen Schritt, den ich in meiner Zukunft gerne gehen möchte?
Ich denke jedes Jahr aufs Neue darüber nach, was ich im kommenden Jahr erreichen möchte, ob ich im Consulting und in meiner Rolle glücklich bin und wie ich mich weiterentwickeln kann. Ich bin schon gespannt, was das nächste Jahr bringt.

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Jennifer Koschel

Jennifer Koschel

Senior Employer Branding

Jennifer ist seit 2019 Teil des Teams Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland. Dort verantwortet sie in erster Linie Employer Branding Kampagnen für verschiedene Businesses und Zielgruppen.

Sven Schulz

Sven Schulz

Employer Branding Manager

Sven ist seit 2018 im Team Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland tätig. Dort verantwortet er unter anderem Employer Branding Kampagnen mit Fokus auf berufserfahrene Talente.  Im Deloitte Karriere Blog berichtet Sven über aktuelle Karrierethemen und relevante Business Entwicklungen, die Karrieremöglichkeiten für die unterschiedlichsten Profile bereithalten.