Posted: 23 Jun. 2021

Nachhaltigkeitsberichterstattung dient der Transparenz und ist ein zentraler Schlüssel für den Erfolg der nationalen und europäischen Bemühungen zum Aufbau eines nachhaltigen Finanzsystems: Stichwort ‚Sustainable Finance‘.

Heike, Senior Managerin im Bereich Audit & Assurance, berichtet, wie komplex und spannend die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist.

Hallo, mein Name ist Heike, ich bin seit über 14 Jahren bei Deloitte und aktuell als Senior Managerin im Bereich Audit & Assurance tätig.
In den letzten Jahren habe ich große Veränderungen in meinem Bereich erlebt. Im Laufe der Zeit sind Nachhaltigkeitsthemen immer wichtiger geworden und genau darauf habe ich mich spezialisiert. Was die Arbeit in der Nachhaltigkeitsberichterstattung alles umfasst, erzähle ich hier.

Nachhaltigkeitsberichterstattung dient der Transparenz und ist ein zentraler Schlüssel für den Erfolg der nationalen und europäischen Bemühungen zum Aufbau eines nachhaltigen Finanzsystems: Stichwort ‚Sustainable Finance‘.

Was waren bisher die Highlights in deiner Karriere und warum? Was hält dich schon so lange bei Deloitte?
Mein persönliches Highlight: Teil eines Teams zu sein, das sich fortwährend neuen, spannenden und herausfordernden Fragen rund um die internationale Rechnungslegung mit all ihrer Dynamik stellt. Seit meinem Einstieg 2006 arbeite ich im Corporate Reporting Center of Excellence. Das Interessante daran ist, dass sich trotz gleichbleibender „Abteilung“ unsere Betätigungsfelder über die Jahre deutlich erweitert und auch gewandelt haben, was spannend und herausfordernd zugleich ist. So kann ich fast sagen, wir – die Abteilung und ich – sind zusammen gewachsen. Am Anfang war es eine Fachabteilung, die sich weitgehend im Aufbau befand und deren Schwerpunkt auf der Bilanzierung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) lag. Heute ist es ein Bereich, der das breite Spektrum der internationalen Rechnungslegung und Nachhaltigkeitsberichterstattung themen- und branchenspezifisch abdeckt: von Standardsetzung und Meinungsbildung, Gremienarbeit über Konsultation und Publikationen bis hin zur Aus- und Fortbildung. Wegweisend war dabei unter anderem die Mitwirkung im Global IFRS Leadership Team von Deloitte und damit in der internationalen Facharbeit des Deloitte-Netzwerkes. Mein heutiger Arbeitsalltag ist also überaus facettenreich und anspruchsvoll und lässt mir dabei einen erheblichen Spielraum für eigene Entfaltungsmöglichkeiten. So habe ich inzwischen neben der Finanzberichterstattung meinen Fokus insbesondere auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung gelegt und somit auf ein Thema, das mir aus persönlicher Überzeugung und Verantwortung gegenüber unserer Umwelt und Gesellschaft sehr wichtig ist. Deloitte im Allgemeinen und unsere Abteilung im Besonderen weiß ich als verantwortlichen, verlässlichen und zukunftsgewandten Arbeitgeber sehr zu schätzen.

Was genau ist das Corporate Reporting Center of Excellence und wie sehen dort konkret deine Aufgaben aus?
Unsere Abteilung ist verantwortlich für alle fachlichen Fragen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung nach IFRS sowie für die fachliche Begleitung der Unternehmensberichterstattung, insbesondere der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Arbeitsorganisatorisch habe ich die Verantwortung für ausgewählte Themen. Dazu gehören zum Beispiel die Konzernrechnungslegung, bestimmte Projekte des International Accounting Standards Board (IASB) wie Primary Financial Statements und Disclosure Initiative sowie der Bereich des Sustainability Reportings. Meine Aufgaben sind vielseitig. Ich folge etwa den Aktivitäten der Standardsetzer und anderer Gremien einschließlich des Meinungsbildungsprozesses. Zudem begleite ich den Wissenstransfer mit Hilfe von Präsentationen, Veröffentlichungen und Schulungen, wirke an der internationalen Facharbeit des Netzwerkes von Deloitte mit und beantworte Fachanfragen unserer Kolleg:innen.

Du beschäftigst dich unter anderem mit dem Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung. Was können wir uns darunter vorstellen?
Neben der etablierten Finanzberichterstattung sind Unternehmen zunehmend verpflichtet, über bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte zu berichten, was überwiegend auf Basis von EU-Vorgaben erfolgt. So haben etwa kapitalmarktorientierte Unternehmen auf Grundlage der Richtlinie zur Corporate Social Responsibility (CSR) seit 2017 über wesentliche nicht-finanzielle Aspekte zu berichten, wozu Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung gehören. Dabei muss man z.B. auf die Konzepte, die erzielten Ergebnisse, die Risiken und die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren eingehen. Aktuell sind weitere Berichtspflichten etwa aufgrund der Taxonomie-Verordnung und der Offenlegungsverordnung dazugekommen. So sollen Unternehmen beispielsweise ihren Anteil „grüner“ Umsatzerlöse und Investitionen veröffentlichen. Hierzu wird auf Grundlage vorgegebener technischer Bewertungskriterien der Anteil ihrer Wirtschaftstätigkeit bestimmt, der als ökologisch nachhaltig und damit als Taxonomie konform gilt.

Da die obligatorische Nachhaltigkeitsberichterstattung relativ neues Terrain ist, sind betroffene Unternehmen mit zahlreichen Anwendungsfragen konfrontiert. Dazu gehören zum Beispiel Fragen zu dem Anwendungsbereich, dem Umfang und Inhalt der Berichtspflichten, dem Wesentlichkeitsverständnis, der Nutzung von Rahmenwerken, der Einbeziehung der Lieferkette, der Befreiungsmöglichkeiten, der Art der Veröffentlichung, der Prüfung und des Enforcements.

Das ganze Themengebiet ist sehr dynamisch und international geprägt. Derzeit wird die CSR-Richtlinie auf EU-Ebene überarbeitet. Seit Ende April 2021 liegt ein Richtlinien-Entwurf vor, der voraussichtlich ab 2023 zur Anwendung kommen wird. Neben einer deutlichen Ausweitung des Anwenderkreises ist auch die Einführung einheitlicher europäischer Nachhaltigkeitsberichtsstandards vorgesehen. Parallel dazu formieren sich unter der Leitung der IFRS-Stiftung Strukturen zur Entwicklung internationaler Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, um so die globale Konvergenz zu beschleunigen.

Nicht zuletzt werden durch die Bemühungen unseres nationalen Gesetzgebers weitere Berichtspflichten greifbar. So müssen hierzulande ansässige Großunternehmen nach dem Sorgfaltspflichtengesetz ihrer Verantwortung zur Achtung international anerkannter Menschenrechte in Lieferketten besser nachkommen. Ich kann das hier nur grob skizzieren, aber ich glaube, es wird klar, dass enorme inhaltliche und technische Herausforderungen damit verbunden sind.

Warum und für wen ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung wichtig? Welchen Beitrag kann sie zur positiven Beeinflussung unter anderem von Klima und Umwelt leisten?
Nachhaltigkeitsberichterstattung dient der Transparenz und ist ein zentraler Schlüssel für den Erfolg der nationalen und europäischen Bemühungen zum Aufbau eines nachhaltigen Finanzsystems: Stichwort „Sustainable Finance“. Dies soll insbesondere die Ziele des Europäischen Green Deal unterstützen. Der Green Deal beschreibt Europas Wachstumsstrategie, die darauf ausgerichtet ist, unser Wohlergehen und unsere Gesundheit zu verbessern, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen, die Natur und die biologische Vielfalt zu schützen, zu erhalten und zu fördern. Insoweit ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur für klassische Finanzmarktakteure wichtig, wie man vielleicht im ersten Moment denken mag, sondern für jeden einzelnen von uns.

Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung kommen Unternehmen nicht nur ihrer Transparenz- oder Offenlegungspflichten nach, sondern sollen auch in ihrem Handeln beeinflusst werden, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärkeres Gewicht in der Unternehmensführung zu geben.

Hat die intensive Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit dich auch persönlich beeinflusst? Gibt es Maßnahmen zum Schutz von Umwelt, Natur oder Klima, die du bereits umsetzt, um selbst nachhaltiger zu leben?
Ja, das hat es immer schon. Nachhaltigkeit ist für mich sowohl beruflich als auch privat als Thema sehr präsent. Das macht sich zum Beispiel in meinem Einkaufs- und Bewegungsverhalten bemerkbar. Ich nehme lieber das Rad als das Auto, betreibe „Home-Farming“ mit eigener kleiner Hühnerhaltung und „Gardening“ mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Besonders wichtig ist mir dabei, unseren Kindern bestimmte Inhalte und Denkanstöße zum Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln. Unseren Energiebedarf decken wir mit Öko-Strom, Öko-Gas und einer eigenen Solaranlage auf dem Dach.

Ihr sucht aktuell Verstärkung im Corporate Reporting Center of Excellence. Was macht euer Team aus und für wen ist der Job genau das Richtige?
Unser Team zeichnet sich durch eine sehr kollegiale und vertrauensvolle Atmosphäre aus. Eine flache Hierarchie und ein offenes Miteinander fördern unseren Teamgeist und bieten Raum zur persönlichen Entfaltung. Von daher ist jeder bei uns gut aufgehoben, der sich im Team weiterentwickeln möchte, Interesse und Neugier für die Fachinhalte mitbringt, gerne eigenständig arbeitet und die permanente Auseinandersetzung mit neuen Entwicklungen nicht scheut.

Welchen Hintergrund und welche Fähigkeiten sollten zukünftige Kolleg:innen unbedingt mitbringen, um in eurem Bereich erfolgreich zu sein?
Da wir als Centre of Excellence unsere Aufgaben wahrnehmen, ist eine mehrjährige praktische Prüfungs- oder Beratungserfahrung von Vorteil. Es ist auch ein Plus, wenn jemand schon das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt hat. Ausgezeichnete Fachkenntnisse auf dem Gebiet der nationalen oder internationalen Rechnungslegung und/oder des Sustainability Reportings sowie entsprechender Prüfung sind ebenfalls wichtig. Eine strukturierte und lösungsorientierte Arbeitsweise, Eigeninitiative und auch ein zeitgemäßes Führungsdenken sind in unserem Arbeitsalltag essenziell. Neben sehr guten Deutschkenntnissen und didaktischen Fähigkeiten sind aufgrund unserer internationalen Ausrichtung sehr gute Englischkenntnisse erforderlich. Wünschenswert sind auch eine gewisse Portion an Kreativität und Spaß an gestalterischer Mitwirkung bei den vielen Themen, die in der Entwicklung oder Fortentwicklung sind.

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Jennifer Koschel

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Jennifer ist seit 2019 Teil des Teams Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland. Dort verantwortet sie in erster Linie Employer Branding Kampagnen für verschiedene Businesses und Zielgruppen.

Sven Schulz

Sven Schulz

Employer Branding Manager

Sven ist seit 2018 im Team Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland tätig. Dort verantwortet er unter anderem Employer Branding Kampagnen mit Fokus auf berufserfahrene Talente.  Im Deloitte Karriere Blog berichtet Sven über aktuelle Karrierethemen und relevante Business Entwicklungen, die Karrieremöglichkeiten für die unterschiedlichsten Profile bereithalten.