Posted: 08 Apr. 2022

Mir ist es wichtig, dass alle Kolleg:innen bei der Arbeit sie selbst sein können ohne Vorurteilen oder Ablehnung zu begegnen. Deshalb setze ich mich für eine Kultur der Offenheit und Vielfalt ein.

Raphael arbeitet als Business Analyst im Digital Customer Team und gibt dir tiefere Einblicke in die Globe Pride Initiative bei Deloitte.

Hi, ich bin Raphael, Business Analyst im Digital Customer Team bei Deloitte Digital und engagiere mich ehrenamtlich als Co-Lead in der Globe Pride Initiative.
Bereits bei meinem Onboarding habe ich von der Globe Pride Initiative erfahren und wusste sofort, dass ich mich in dieser zukünftig engagieren möchte. Für mich war es von Beginn meiner Karriere an wichtig, dass sich mein Arbeitgeber aktiv für Inklusion, Diversität und Toleranz einsetzt. Mittlerweile bin ich Co-Lead der Initiative und koordiniere unter anderem die Kommunikation und den Austausch mit verschiedenen Ansprechpartner:innen, plane sowohl interne als auch externe Events und arbeite daran, Prozesse zu optimieren und einen Safe Space für die LGBTQ+ Community bei Deloitte zu erschaffen. In meinem Beitrag erfahrt ihr mehr über unsere anstehenden Events und meinen persönlichen Wunsch für die LGBTQ+ Community.

Mir ist es wichtig, dass alle Kolleg:innen bei der Arbeit sie selbst sein können ohne Vorurteilen oder Ablehnung zu begegnen. Deshalb setze ich mich für eine Kultur der Offenheit und Vielfalt ein.

Raphael, du bist im April 2021 durch ein Praktikum zu Deloitte gekommen und direkt danach als Business Analyst im Bereich Digital Customer eingestiegen. Wie würdest du deinen Einstieg bei Deloitte beschreiben und warum hast du dich für Deloitte als Arbeitgeber entschieden?
Bereits während meines Studiums fand ich die Consulting-Branche immer spannend, aber ich konnte mir den Arbeitsalltag, ohne jegliche Praxiserfahrung in diesem Bereich, nicht richtig vorstellen. Also habe ich mich dazu entschieden, erst einmal ein Praktikum bei Deloitte in der Beratung zu absolvieren, erste Praxisluft zu schnuppern und etwas mehr Erfahrung zu sammeln. Durch mein Praktikum konnte ich mir dann zunächst mein eigenes Bild von der täglichen Arbeit im Consulting machen – und dies völlig unabhängig von Klischees und Erzählungen – bevor ich dann fest ins Berufsleben eingestiegen bin und mich für Deloitte als Arbeitgeber entschieden habe.

Meinen Einstieg bei Deloitte habe ich als sehr angenehm und herzlich empfunden, insbesondere durch die tollen Kolleg:innen, die mich auch in den pandemiebedingten Zeiten des Remote Workings super willkommen geheißen und jederzeit unterstützt haben. Auch während meiner Zeit als Praktikant war ich von Anfang an ein fester Bestandteil des Projektteams und durfte eigene Aufgaben und Verantwortungen übernehmen. Außerdem hat mich die angenehme und kollegiale Atmosphäre innerhalb der Firma und der Mix aus gleichzeitig gefördert und gefordert werden letztlich nicht nur begeistert, sondern auch überzeugt zu bleiben. Genau das habe ich mir nach meinem Studium sehr gewünscht: aus meiner Comfort-Zone herausgelockt zu werden, viel Neues zu lernen und die Möglichkeit zu haben, aktiv an Problemstellungen mitzuarbeiten.

Darüber hinaus haben mich die Möglichkeiten überzeugt, sich selbst aktiv in die Firma einbringen zu können und neben der Projektarbeit im Consulting in verschiedenen Initiativen an zusätzlichen Themen mitzuarbeiten.

Seit deinem Praktikum engagierst du dich für die Globe Pride Initiative und bist seit Januar 2022 sogar Co-Lead. Erzähl uns doch etwas über die Initiative und was sich dahinter verbirgt.
Die Globe Pride Initiative ist ein Deloitte Netzwerk von Mitglieder:innen der LGBTQ+ Community und deren Unterstützer:innen, sogenannten Allies. Das Akronym LGBTQ+ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Queer und alle weiteren sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten jenseits von Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit. Schon während meines Onboardings bei Deloitte habe ich von der Globe Pride Initiative erfahren und mich gleich mit den Kontaktpersonen in Verbindung gesetzt. Für mich war sofort klar, dass ich eine solche Initiative sehr gerne unterstützen möchte, da es mir sehr wichtig ist, dass sich mein Arbeitgeber aktiv dafür einsetzt, eine inklusive und tolerante Arbeitsatmosphäre zu schaffen. In der Initiative schaffen wir grundsätzlich Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die LGBTQ+ Community, sowohl intern als auch extern, optimieren Prozesse und schaffen einen Safe Space zum Austausch.

Welche Aufgaben übernimmst du als Co-Lead und mit welchen Themen beschäftigt ihr euch derzeit?
Grundsätzlich koordiniere ich zusammen mit meiner Kollegin Theresa die Initiative. Wir übernehmen die Kommunikation mit dem Management sowie den Austausch mit verschiedenen internen Ansprechpartner:innen und stellen sicher, dass unsere Projekte stets vorangetrieben werden. Da wir bislang jedoch noch ein recht kleines Team sind, bin ich bei den meisten Themen mit dabei und unterstütze, wo ich nur kann.

Die Aufgabenbereiche und Themen unserer Initiative sind dabei sehr vielfältig und bunt gemischt. Unter anderem arbeiten wir daran, interne Prozesse zu optimieren und inklusiver zu gestalten, wie zum Beispiel die Begleitung des Transitionprozesses von trans Kolleg:innen oder die Unterstützung von Regenbogenfamilien. Durch interne Kommunikation und Events schaffen wir Aufmerksamkeit für die LGBTQ+ Community und Bewusstsein über deren Herausforderungen und Hürden im alltäglichen Leben. Damit einhergehend möchten wir gerne das Netzwerk von LGBTQ+ Allies innerhalb von Deloitte deutlich erweitern, da Allies eine ganz zentrale Rolle spielen beim Schaffen einer inklusiven und toleranten Firmenkultur. Dafür haben wir beispielsweise regelmäßige virtuelle Eventformate entwickelt, die mit Gästen wechselnde Fragestellungen thematisieren und einen Raum bieten für alle Fragen unserer Kolleg:innen.

Auch extern arbeiten wir daran, durch Kommunikationsmaßnahmen und verschiedene Events Deloitte als einen LGBTQ+ freundlichen Arbeitgeber zu positionieren, um Bewerber:innen und Kunden zu zeigen, dass jeder Mensch bei Deloitte willkommen ist, ungeachtet seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.

Die beiden nächsten großen Aktionen eurer Initiative sind die Teilnahme an der STICKS & STONES Karrieremesse sowie am Christopher Street Day (CSD). Super spannend! Erzähl uns gerne mehr darüber. Was ist euch bei solchen Events zudem besonders wichtig?
Die STICK & STONES Karrieremesse und der CSD in Berlin sind die beiden größten LGBTQ+ Eventformate, bei denen Arbeitgeber auftreten können und stehen daher schon seit der Gründung der Initiative weit oben auf unserer To-Do-Liste. Während der Pandemie war die Planung von Events erschwert und grundsätzlich dauert es natürlich, solche Themen erstmal intern durchzusetzen und dann noch zu planen und zu koordinieren. Umso mehr freuen wir uns jetzt darauf, uns auf den beiden Events erstmals in Person als Initiative und als LGBTQ+ freundlicher Arbeitgeber präsentieren zu können.

Besonders wichtig bei unserem externen Auftritt ist es uns, dass wir kein sogenanntes „Rainbow Washing“ betreiben, sondern ganz offen kommunizieren, wo wir aktuell stehen. Als Initiative und auch als Deloitte stehen noch viele Aktivitäten und Verbesserungspotentiale auf der Liste, aber irgendwo muss man natürlich immer anfangen. Uns ist es wichtig, hier vollkommen transparent aufzutreten. Darüber hinaus möchten wir auf den Events natürlich auch die Gelegenheit nutzen, mit anderen Firmen zu netzwerken, sich auszutauschen und voneinander zu lernen, aber auch mit Bewerber:innen über ihre Anforderungen und Wünsche an einen LGBTQ+ freundlichen Arbeitgeber zu sprechen.

Welche Bedeutung hat die Initiative für dich persönlich? Warum stellt die freiwillige Arbeit in der Pride Initiative eine Herzensangelegenheit für dich dar?
Ich bin selbst Teil der LGBTQ+ Community und kenne die Herausforderungen deren Mitglieder aus erster Hand. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt verstellen oder Dinge verheimlichen muss. Da ich einen großen Teil meines Alltags bei der Arbeit verbringe, möchte ich zur Arbeit kommen können, so wie ich bin. Es tut gut, dass Deloitte es mir ermöglicht, meinen Arbeitsalltag nicht getrennt von meinen persönlichen Werten und Überzeugungen im Privatleben betrachten zu müssen. Das Engagement in der Initiative ist für mich eine tolle Möglichkeit für Themen, die mich selbst betreffen, einzustehen und diese voranzutreiben.  

Vielen ist es vor dem Hintergrund einer Trennung von Privatleben und Arbeit oft nicht bewusst, was das Thema LGBTQ+ mit der Arbeit zu tun haben soll. Auch im Arbeitsalltag stößt man allerdings immer wieder auf Herausforderungen, an die Außenstehende vielleicht nicht denken. In neuen Konstellationen weiß man nie, wie akzeptierend das neue Umfeld ist und stößt immer wieder in Gesprächen auf die Situation, sich outen zu müssen. Wenn wir nur einer Person diesen Alltag erleichtern können, ist das für mich bereits Grund genug, unsere Arbeit fortzusetzen.

Die Pride Initiative stößt immer mehr auf offene Ohren und die Zahl der Supporter und das Bewusstsein für die LGBTQ+ Community wächst stetig. Trotzdem könnte die Unterstützung noch größer sein. Was wünschst du dir in Zukunft von deinem Arbeitgeber und deinen Kolleg:innen und wie können sie die Pride Initiative noch besser unterstützen?
Auch wenn Deloitte noch nicht alles perfekt macht, sind wir sehr dankbar auf offene Ohren zu stoßen und Support innerhalb der Firma zu erfahren. Ein wichtiger Punkt ist für mich, dass Aktivitäten im Bereich Diversity & Inclusion keinen Business Case brauchen, sondern Grundvoraussetzung für die Arbeitsatmosphäre und Firmenkultur sind. Der Return-On-Investment kann hierbei nicht monetär gemessen werden, vielmehr zeigt er sich durch Mitarbeiter:innen, die gerne zur Arbeit gehen und sich dabei wohl und sicher fühlen. Wir sind bereits auf dem richtigen Weg. Ich wünsche mir jedoch, dass wir in Zukunft noch weiter fortschreiten bei der festen Verankerung von Diversity & Inclusion in der Organisationsstruktur und der Freigabe von Ressourcen und Budgets.

Zudem sind wir immer auf der Suche nach neuen engagierten Mitglieder:innen der Initiative. Aber auch Kolleg:innen, die keine Zeit hierfür finden, können im täglichen Leben ihren Anteil leisten und die Community unterstützen. Zum Beispiel indem sie an unseren Events teilnehmen und sich aktiv mit den Themen auseinandersetzen und dazu austauschen. Auch die Bereitschaft zur Nutzung von inklusiver Sprache und das Ablegen der grundsätzlichen Annahme von Hetero- und Cisnormativität als Standard kann einen großen Einfluss auf Mitmenschen haben. Außerdem ist es wichtig, in Momenten von Diskriminierung die Initiative zu ergreifen und für die Community einzustehen, Vorfälle zu melden und Betroffene zu unterstützen. Allies nehmen eine besonders wichtige Rolle hierbei ein, da der Einfluss von marginalisierten Gruppen auf die Gesellschaft begrenzt ist und nur mit zusätzlicher Unterstützung von nicht direkt betroffenen Personen die Ziele erreicht werden können.

Warum sollte man sich als Deloitte Mitarbeiter:in deiner Meinung nach unbedingt in der Pride Initiative engagieren?
Ich finde, die Arbeit in der Initiative ist eine besondere Möglichkeit, das Arbeitsklima und die Kultur des Unternehmens aktiv mitzugestalten. Meckern kann jeder, mitgestalten macht aber deutlich mehr Spaß! Dabei lernt man nicht nur für sich selbst dazu, sondern kann auch einen Mehrwert für den Alltag von Kolleg:innen schaffen. So viel Spaß mir die tägliche Arbeit an Kundenprojekten auch macht, umso mehr freue ich mich über den Ausgleich, an anderen Themen zu arbeiten, die mich persönlich direkt betreffen.

Und was ist dein größter Wunsch für die LGBTQ+ Community?
Die Frage nach meinem größten Wunsch für die LGBTQ+ Community ist natürlich eine ziemlich große. In den letzten Jahrzehnten ist in Deutschland viel passiert – die Legalisierung der „Ehe für Alle“, gesetzlicher Schutz vor Diskriminierung oder zuletzt die angestrebte Ersetzung des Transsexuellengesetzes durch ein Selbstbestimmungsgesetz. Ich habe das Gefühl, dass diese Errungenschaften vielen Außenstehenden das Gefühl geben, es wäre schon alles getan und erreicht, als wäre Gleichberechtigung bereits gegeben und weitere Arbeit in diesem Bereich nicht mehr unbedingt nötig. Die Realität ist allerdings eine andere – nicht nur in den vielen Ländern der Welt, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird und den Ländern, in denen sogar die Todesstrafe droht, sondern auch in Deutschland und auch im Jahr 2022. All die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind nicht einfach so passiert, sondern von sehr vielen, sehr mutigen Aktivist:innen mühsam erkämpft worden, die oft einen sehr hohen Preis für ihren Aktivismus zahlen mussten. Ich wünsche mir, dass das Bewusstsein hierfür noch größer wird: Das, was bereits erreicht wurde, war harte Arbeit und das was noch kommt, wird es auch sein. Zusammenfassend kann ich sagen: Mein größter Wunsch ist es, dass die gesamte Arbeit, die wir gerade machen, so viel Spaß sie mir auch macht, eines Tages gar nicht mehr notwendig sein wird und jeder Mensch ganz selbstverständlich so akzeptiert wird wie er ist, weil es keine bewussten - aber insbesondere auch keine unbewussten - Vorurteile mehr geben wird.

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Jennifer Koschel

Jennifer Koschel

Senior Employer Branding

Jennifer ist seit 2019 Teil des Teams Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland. Dort verantwortet sie in erster Linie Employer Branding Kampagnen für verschiedene Businesses und Zielgruppen.

Sven Schulz

Sven Schulz

Employer Branding Manager

Sven ist seit 2018 im Team Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland tätig. Dort verantwortet er unter anderem Employer Branding Kampagnen mit Fokus auf berufserfahrene Talente.  Im Deloitte Karriere Blog berichtet Sven über aktuelle Karrierethemen und relevante Business Entwicklungen, die Karrieremöglichkeiten für die unterschiedlichsten Profile bereithalten.