Posted: 31 Mar. 2022

Mir ist es wichtig, dass mein Arbeitgeber sich aktiv gegen jegliche Diskriminierung einsetzt und dazu gehört auch das Thema LGBTQ+. Nur so wachsen wir auch als Gesellschaft.

Theresa ist nicht nur Senior Consultant bei Deloitte Digital, sondern auch Lead der Globe Pride Initiative und erzählt dir mehr über ihr Engagement als Ally.

Hi, ich bin Theresa und seit 2019 Teil des Deloitte Teams. Neben meinem Beruf als Senior Consultant im Bereich Customer & Marketing engagiere ich mich zudem aktiv für die Globe Pride Initiative.
Gemeinsam mit einer ehemaligen Kollegin habe ich die Pride Initiative gestartet, welche schnell und businessübergreifend fester Bestandteil des Diversity Managements wurde. Uns war es sehr wichtig, die Themen der LGBTQ+ Community mehr in den Fokus zu rücken, denn deutschlandweit gehören schätzungsweise 7,4 % der Bevölkerung der LGBTQ+ Community an und bewusste und unbewusste Diskriminierung existieren nach wie vor. Meine Privilegien als weiße heterosexuelle Cis-Frau sind mir durchaus bewusst und deshalb versuche ich, gemeinsam mit unserer Initiative, mehr Aufmerksamkeit auf die Themen der LGBTQ+ Community zu lenken. Mit welchen Inhalten und Zielen wir uns derzeit beschäftigen und wie auch du Teil der Pride Initiative werden kannst, erzähle ich dir hier. 

Mir ist es wichtig, dass mein Arbeitgeber sich aktiv gegen jegliche Diskriminierung einsetzt und dazu gehört auch das Thema LGBTQ+. Nur so wachsen wir auch als Gesellschaft.

Theresa, wie bist du zu Deloitte gekommen und was hast du davor gemacht?
Nach meinem dualen Bachelor und einem berufsbegleitenden Master bei IBM bin ich dort im Salesforce Consulting Bereich gelandet und habe den Aufbau des Teams und des Bereichs unterstützt. Etwas aus dem Nichts aufzubauen war eine super spannende Erfahrung – zeitgleich habe ich aber auch Salesforce als System schätzen gelernt. Salesforce macht es einem extrem leicht, sich selbst Wissen zum System anzueignen und ist mit seiner nutzerfreundlichen Administration auch ein tolles Thema für die Kundenberatung. Mir war es wichtig, als nächsten Schritt einen Arbeitgeber zu finden, der bereits einer der existierenden Marktführer in der Salesforce Beratung in Deutschland ist und bei dem ich gleichzeitig eine moderne Kultur vorfinde. Deloitte, insbesondere Deloitte Digital, war da für mich der „Perfect Fit“ und in der Bewerbungsphase von Anfang an mein Favorit.

Seit deinem Start bei Deloitte engagierst du dich aktiv für die Globe Pride Initiative und bist mittlerweile auch deren Lead. Was treibt dich persönlich an, diese Rolle als Ally zu übernehmen? Und was sind deine Aufgaben in der Initiative?
Von einem großen Unternehmen kommend war ich es gewohnt, dass globale Konzerne ein recht umfassendes Diversity Management betreiben und auf lokaler Ebene viele Netzwerke und Initiativen für marginalisierte Personengruppen existieren. Als ich vor meinem Start bei Deloitte mit meinem alten Arbeitgeber auf der Messe Sticks & Stones war, ist mir aufgefallen, dass Deloitte nicht auf dieser LGBTQ+ Karrieremesse vertreten war.

Schon allein als Frau weiß man, was es bedeutet, in bestimmten Situationen diskriminiert zu werden. Laut einer Studie der Charta der Vielfalt gehören in Deutschland schätzungsweise 7,4 % der Bevölkerung der LGBTQ+ Community an und Fakt ist, dass diese Menschen, die nicht den heteronormativen oder cis-normativen Vorstellungen entsprechen, immer noch deutliche Diskriminierung erleben. Für mich ist es völlig unverständlich, wie man 7,4 % (die Dunkelziffer liegt bei ca. 10%) als nicht der Norm entsprechend deklarieren oder wegschweigen kann und nicht auf die Erfahrungen und Wünsche dieser Gruppe eingeht. Ich habe viele Freunde und enge Familienmitglieder, die der Community angehören und kenne so die Erfahrungsberichte aus erster Hand - mein Privileg als weiße heterosexuelle Cis-Frau ist mir sehr bewusst. Mir ist es wichtig, dass mein Arbeitgeber sich aktiv gegen jegliche Diskriminierung einsetzt und dazu gehört eben auch das Thema LGBTQ+.

Nach meinem Einstieg wurde deutlich, dass Deloitte zwar insbesondere im Bereich der Frauenförderung sehr aktiv war, sich im Pride-Kontext aber sehr ruhig gab. Bei einer Zugfahrt vom Kunden zurück nach Berlin habe ich mit einer Kollegin über meine Beobachtungen gesprochen und wir haben schnell festgestellt, dass uns das Thema beiden am Herzen lag – mir als Ally und ihr als Community Mitglied. So kam es zur Gründung der Pride Initiative, deren Leitung ich kürzlich zusammen mit meinem Co-Lead Raphael übernommen habe. Was als kleine Initiative innerhalb von Deloitte Digital startete, wurde schnell auf Consulting-Level ausgerollt und ist mittlerweile als fester Bestandteil des Diversity Managements businessübergreifend in ganz Deutschland aktiv.

Als Lead bin ich hauptsächlich für die Koordination von Themen und die Abstimmung mit dem Diversity & Inclusion Team, Sponsoren und anderen Initiativen zuständig. Tatsächlich haben wir aktuell so viele Themen, die uns am Herzen liegen und leider zu wenig Personen, die die anfallende Arbeit neben ihren Vollzeittätigkeiten beim Kunden übernehmen können, sodass Raphael und ich, zusammen mit einem kleinen Core-Team, nach unserer Arbeit beim Kunden alle Hände voll zu tun haben und verschiedenste Aufgaben übernehmen, um die geplanten Aktivitäten zu organisieren und umzusetzen.

Welche internen und externen Aktivitäten treibt ihr derzeit mit der Pride Initiative voran und welche Ziele verfolgt ihr für die Zukunft?
Momentan steht bei uns eine ganze Menge an: Neben regelmäßigen Austausch-Calls innerhalb der Initiative, aber auch mit anderen Netzwerken und Unterstützern, teilen wir unsere Aktivitäten in interne Kommunikation, interne Events, externe Kommunikation und externe Events ein. Uns war es in der Vergangenheit wichtig, insbesondere die internen Themen voranzutreiben und durch unseren Newsletter, die Intranet-Seiten sowie diverse Talk-Formate Aufmerksamkeit auf die Themen der LGBTQ+ Community zu lenken. Wir haben zum einen unsere Pride Talks, in denen wir den Allies Herausforderungen und Erfahrungswerte aus der Community mit Hilfe von tollen Speakern näherbringen: mit Allyship, Rainbow Families, Trans-Awareness und Inclusive Language waren hier bereits einige Themen dabei. Zum anderen bieten wir der Community auch die Möglichkeit, im Rahmen unserer Rainbow Talks in einem Safe Space zu Netzwerken. Auch hier hatten wir bereits großartige Speaker, um erste Schüchternheit zu überwinden und über spannende Themen zu diskutieren. Das ist dann auch ein gutes Beispiel für ein Format, in dem ich als Ally nichts zu suchen habe.

In Zukunft wollen wir stärker an dem businessübergreifenden Auftritt nach außen mitwirken, z.B. in Form von Social Media Beiträgen, und uns als LGBTQ+ inklusiver Arbeitgeber positionieren. Dazu gehört für uns zusätzlich ab diesem Jahr dann auch die Teilnahme an externen Events wie der LGBTQ+ Karrieremesse Sticks & Stones und dem CSD in Berlin. Wir wissen, dass wir intern noch eine Menge zu tun haben und versuchen, möglichst authentisch und ohne das sogenannte Rainbow-Washing aufzutreten. Für uns ist es aber auch wichtig, unseren Mitarbeitenden des Netzwerks die Gelegenheit zu geben, auf dem Christopher Street Day Pride zu zelebrieren und an den wichtigen Kundgebungen teilzunehmen sowie uns als Arbeitgeber auf Karrieremessen für Talente aus der LGBTQ+ Community zu präsentieren. Bisher waren wir als einziges Big 4-Unternehmen nicht dabei, daher gilt es, auch hier ein Zeichen zu setzen.

Kannst du uns erklären, was es bedeutet sich als Ally in der Pride Initiative zu engagieren? Welche Aufgaben übernimmt man als Ally?
Bei der Aufgabenverteilung innerhalb der Initiative unterscheiden wir selten zwischen Ally und LGBTQ+ Community Mitgliedern. Jeder ist bei uns willkommen und kann nach bestem Wissen und Gewissen einen Beitrag leisten. Angst vor Fehlern muss man bei uns nicht haben, wir nehmen uns gegenseitig nichts übel und korrigieren uns fleißig – ich selbst habe seit der Gründung auf jeden Fall einiges dazugelernt. Als Ally ist es natürlich besonders wichtig, die Erfahrungen aus der Community ernst zu nehmen und unseren Community Mitgliedern eine Stimme zu geben. Zurücklehnen sollte man sich trotzdem nicht, denn Allyship lebt von der aktiven Unterstützung einer marginalisierten Gruppe. Bei Alltags- bzw. Arbeitssituationen, in denen unangebrachtes Verhalten beobachtet wird, muss aktiv eingeschritten werden - das ist als Ally oftmals viel einfacher als für die LGBTQ+ Person selbst. Man sollte Inklusion außerdem offen vorleben, das fängt bereits bei den Pronomen in der Signatur an und umfasst unter anderem auch korrektes Gendern.

Du unterstützt die Initiative nun bereits seit zweieinhalb Jahren. Wenn du zurückschaust, was konntet ihr in diesem Zeitraum bereits bewegen?
Die ersten Monate haben wir uns in der Initiative hauptsächlich damit beschäftigt uns zu überlegen, was wir überhaupt erreichen wollen. Uns war es besonders wichtig, LGBTQ+ Community Mitgliedern ein Netzwerk zu bieten, in dem sie sich austauschen können. Gleichzeitig wollten wir die Herausforderungen und Wünsche der Community allen Kolleg:innen näherbringen und möglichst viele Allies gewinnen. Ich denke, dass wir für diese Ziele auf dem richtigen Weg sind. Als Kick-Off der Aktivitäten haben wir mit #proudtobepride zum Pride Month 2020 eine Kampagne gelauncht, die uns besonders intern viel Aufmerksamkeit gebracht hat und dazu führte, dass auch Bereiche außerhalb von Deloitte Digital auf uns aufmerksam wurden. Wir konnten so recht schnell wachsen, neue Mitglieder gewinnen, uns neu aufstellen und Fokusthemen entwickeln, die uns besonders wichtig waren. Als internen Auftritt haben wir unsere Intranet Seite mit dazugehöriger Pride FAQ Seite erstellt, unseren Newsletter an die ersten Abonnenten rausgeschickt und die Talk Formate gelauncht. 2021 haben wir allen Kolleg:innen die Möglichkeit gegeben, sich für ein Surprise Package mit unserer vom Design Studio gestalteten Pride Tasse anzumelden. Die Charta der Vielfalt wurde unterzeichnet, der Pride Index ermittelt und LGBTQ+ ist für die meisten Kolleg:innen kein Fremdwort mehr. Wir haben uns intern fest in den Diversity & Inclusion Strukturen von Deloitte verankert und können uns deshalb dieses Jahr zusätzlich erstmals auf die erwähnten externen Themen konzentrieren.

Welches sind deiner Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen für die Initiative?
Eine definitive Herausforderung ist die Kapazität der Mitglieder: Im Regelfall ist jede:r Kolleg:in für 40 Stunden pro Woche beim Kunden tätig, was jedes zusätzliche Thema zur Challenge macht. Wir haben in der Initiative etwas gefunden, was uns allen persönlich am Herzen liegt, sodass man freie Minuten auch gerne mit Aufgaben füllt, die der LGBTQ+ Community zugutekommen. Dennoch bleibt es Arbeit, die zuverlässig und regelmäßig erledigt werden muss: die Koordination der Pride und Rainbow Talks, die Organisation der Sticks & Stones oder des CSD, Content Kreation für interne und externe Auftritte, Recherche für Newsletter Artikel: Das alles macht Spaß, solange es auf mehrere Schultern verteilt wird.

Die Initiative wächst stetig weiter, trotzdem wünscht ihr euch noch mehr Unterstützung. Was kann jede:r Einzelne im (Arbeits-)Alltag tun, um euch zu unterstützen? Und warum sollte man sich als Kolleg:in in der Initiative engagieren?
Jede:r Einzelne kann ein Ally sein, wobei hier nicht das Label im Vordergrund stehen sollte. Für die LGBTQ+ Community ist Allyship ein wichtiges Thema: Nehmt an den Pride Talks teil, abonniert unseren Newsletter, kommt in den Teams Channel und informiert euch selbst darüber, was es bedeutet, sich aktiv für die Community einzusetzen. Lernt die Themen kennen, die eure Kolleg:innen aus der Community alltäglich begleiten und helft dabei, Deloitte inklusiver zu gestalten.

Für alle, die sich tatkräftig engagieren wollen: Werdet Teil der Initiative! Wir suchen aktiv nach neuen Mitgliedern und würden uns sehr über Unterstützung freuen.

Gibt es eine Botschaft, welche du den Leser:innen gerne mit auf den Weg geben möchtest?
Die letzten 2,5 Jahre habe ich viel über mein Privileg, aber auch über eigene Vorurteile und diskriminierende Denkweisen gelernt. Allyship und auch der Zusammenhalt innerhalb der LGBTQ+ Community funktionieren nur dann, wenn man bei sich selbst ansetzt, eigene diskriminierende Denkweisen hinterfragt und aktiv lernt. Nur so wachsen wir auch als Gesellschaft.

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Jennifer Koschel

Jennifer Koschel

Senior Employer Branding

Jennifer ist seit 2019 Teil des Teams Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland. Dort verantwortet sie in erster Linie Employer Branding Kampagnen für verschiedene Businesses und Zielgruppen.

Sven Schulz

Sven Schulz

Employer Branding Manager

Sven ist seit 2018 im Team Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland tätig. Dort verantwortet er unter anderem Employer Branding Kampagnen mit Fokus auf berufserfahrene Talente.  Im Deloitte Karriere Blog berichtet Sven über aktuelle Karrierethemen und relevante Business Entwicklungen, die Karrieremöglichkeiten für die unterschiedlichsten Profile bereithalten.