Posted: 10 May 2022

Am meisten freue ich mich auf den Moment, wenn wir mit unserem Segelschiff in New York ankommen und an der Freiheitsstatue vorbeisegeln werden und natürlich auch auf das Gefühl, dass zwei Jahre lang „Samstag“ bei uns sein wird.

Peer, hat sich ein zweijähriges Sabbatical genommen und begibt sich demnächst gemeinsam mit seiner Freundin Lisa auf die Reise ihres Lebens: Ein Segeltörn rund um die Welt.

Hi, ich bin Peer, Consultant im Bereich Tax & Legal und werde am 8. Mai, gemeinsam mit meiner Freundin Lisa und unserem Boot „AGATHA“, in See stechen, um die Welt zu umsegeln.
Der Start unseres Segeltörns in der Ostsee steht kurz bevor und wir können es kaum noch erwarten, dieses Abenteuer zu beginnen. Alle Details darüber, insbesondere wie die Planung und Vorbereitung unseres Törns ablief und welche Route wir segeln möchten, erzähle ich dir gerne hier im Blog. 

Am meisten freue ich mich auf den Moment, wenn wir mit unserem Segelschiff in New York ankommen und an der Freiheitsstatue vorbeisegeln werden und natürlich auch auf das Gefühl, dass zwei Jahre lang „Samstag“ bei uns sein wird.

Wouh, nächste Woche geht dein großes Abenteuer los: Ein 2-jähriges Sabbatical, in dem du gemeinsam mit deiner Freundin Lisa die Welt umsegeln wirst – Wahnsinn! Wie kamt ihr auf diese Idee?
Das ist eine gute Frage! Da ich bereits seit meiner Kindheit segele, spukt mir der Gedanke, einmal mit einem Segelboot die Welt zu umrunden, schon seit einigen Jahren durch den Kopf. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich meine Freundin Lisa immer mal wieder gefragt, wie viele Tafeln Schokolade, wie viele Packungen Kaffee oder wie viel Milchreis wir auf eine Weltumsegelung mitnehmen würden. Von da an hat sich unser Traum immer weiterentwickelt und letztlich auch zu einem konkreten Plan gefestigt.

Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir dann unseren Eltern von diesem Projekt erzählt und verschiedene Reaktionen hierauf erhalten. Lisas Eltern waren am Anfang entsetzt über dieses Vorhaben und davon, dass ich ihre Tochter für eine so lange Zeit „entführen“ wollen würde. Meine Eltern hingegen haben relativ gelassen darauf reagiert. Was vielleicht dadurch zu begründen ist, dass beide auch Segler sind.       

Nach und nach haben wir dann Ausschau nach einem passenden Boot für unsere Segelreise gehalten. Es sollte an erster Stelle das Maximum an Sicherheit aufweisen und auch alleine gut händelbar sein. Schnell haben wir dann eine Länge von ca. 35 Fuß (was ca. 10,5 Meter sind) für die Größe unseres Schiffes festgelegt. Auch war uns wichtig, dass es zwei abgetrennte Kabinen mit je zwei Kojen (Betten) gibt. Wir haben ebenfalls darauf geachtet, dass unser Schiff einen Langkiel aufweist, für den Fall, dass wir mit einem Container unter Wasser kollidieren sollten. Darüber hinaus hat ein Langkieler weniger Tiefgang und ist auf langen Strecken einfacher zu segeln.

Schließlich haben wir dann im Oktober 2021 unser Boot, eine Hallberg Rassy Rasmus 35 namens „AGATHA“ gekauft. Ab diesem Zeitpunkt gab es dann „kein Zurück“ mehr. Seit Oktober bis heute haben wir unser Schiff hergerichtet und für die Reise startklar gemacht.

Natürlich musste ich mich während dieser Zeit auch mit der Frage auseinandersetzen, wie ich dieses Projekt mit meiner Arbeit bei Deloitte vereinen kann. Weil mir mein Job hier viel Freude bereitet, stand von Anfang an außer jeder Frage, dass ich für diesen Zeitraum kündigen möchte. Daher habe ich mich im Intranet und bei Kolleg:innen erkundigt, welche Möglichkeiten für eine Auszeit bestehen. So bin ich schließlich auf das Sabbatical aufmerksam geworden.

Wie hat Deloitte auf deine Idee reagiert? Ist es „normal“, dass man zwei Jahre ein Sabbatical machen kann?
Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als ich voller Anspannung in meinem Arbeitszimmer zu Hause saß und meinen Vorgesetzten angerufen habe. Ohne große Einleitung habe ich ihn gefragt, was er davon halten würde, wenn ich für die Dauer von ca. zwei Jahren auf große Segelreise gehen würde. Danach kam erstmal ein kurzes Schweigen von ihm, da ich ihn mit dieser Frage doch sehr überrumpelt hatte. Kurze Zeit später sprach er mir jedoch seine größte Begeisterung aus und sicherte mir seine volle Unterstützung zu – nicht nur, weil er selbst begeisterter Segler ist und dadurch großes Verständnis für dieses Wunschprojekt aufbringen konnte (ich glaube sogar, dass er am liebsten eine Etappe mitsegeln würde 😉), sondern auch, weil er weiß, dass jetzt genau die richtige Phase unseres Lebens dafür ist: Meine Freundin Lisa ist gerade mit ihrem Masterstudium fertig geworden und ich habe meinen Steuerberater erfolgreich bestanden. Einen besseren Zeitpunkt gibt es wohl kaum, um diesen Traum zu leben. 

Eurem Segelschiff, AGATHA, steht nun auf jeden Fall eine große Reise bevor. Welche Route habt ihr euch vorgenommen?
Für eine solch große Reise haben wir uns natürlich einen Törnplan geschrieben. Beginnen wird die Reise in der Ostsee, auf der Insel Poel. Dann geht es über Kopenhagen, Malmö und Göteborg weiter in die Nordsee. Dort werden wir Kristiansand in Südnorwegen und Edinburgh in Schottland anlaufen. Über den Ärmelkanal werden wir dann in den Atlantik segeln.

Schließlich werden wir an der Küste von Frankreich, Spanien und Portugal über Madeira auf die Azoren navigieren. Von dort aus geht es dann weiter nach New York. Das ist einer der spannendsten und anspruchsvollsten „Hops“. Hier müssen wir gegen den Golfstrom, der so viel Energie wie eine Millionen Kernkraftwerksblöcke hat, und gegen den Westwinddrift arbeiten.

Wenn wir diese anstrengende Etappe gemeistert haben, hangeln wir uns die Ostküste der USA bis nach Miami runter. Von dort soll es dann über Kuba, Puerto Rico bis in die Karibik gehen. Von der Karibik segeln wir dann nach Panama und durch den Panamakanal in den Pazifik. Hier endet vorerst unsere Planung. Im Pazifik angelangt müssen wir uns dann überlegen, welche Route wir weiter wählen wollen.

Wie habt ihr euch auf so ein großes Vorhaben vorbereitet? Was braucht es, um so eine Aktion in Angriff zu nehmen?
Die Vorbereitungen auf unseren Riesentörn haben wir relativ gut gemeistert würde ich behaupten. Wir haben uns eine große Excelliste gebastelt, im Wesentlichen mit drei großen Kategorien: Arbeiten am Schiff, persönliche Ausrüstung und die Einkaufsliste für die Reise.

Einige Ausrüstungsgegenstände mussten wir neu besorgen. Unter anderem haben wir alle Lichter auf LED-Leuchten umgerüstet, das Schiff neu mit Antifouling (Unterwasserschutz) gestrichen und die Elektronik, Wasserleitungen sowie Gasanlage geprüft bzw. überholt.  Für die persönliche Ausrüstung haben wir neue Rettungswesten und eine EPIRB (Satellitenboje für den Notfall) besorgt sowie ein Satellitentelefon angeschafft. Darüber hinaus haben wir ein Handfunkgerät, diverse weitere Sicherheitsausrüstung und viele warme Klamotten für den Start sowie Badehosen und Bikinis für die warmen Gebiete gekauft.

Neben allen sachlichen Vorbereitungen haben Lisa und ich uns auch auf die gemeinsame Zeit auf einem Segelschiff vorbereitet. Wenn man sich 24/7 auf ca. 30 Quadratmetern sieht, kann es natürlich auch mal zu Spannungen oder Meinungsverschiedenheiten kommen. Wir haben uns ausgiebig darüber unterhalten und uns auch zuvor platzmäßig verkleinert. Deshalb gehen wir voll positiver Gefühle in die Reise.

Auch musste sich Lisa mit der Thematik des Segelns auseinandersetzen. Mit meiner langjährigen Segelerfahrung, konnte ich ihr bei vielen Fragen weiterhelfen. Damit sie aber noch weitere Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen konnte, habe ich ihr ein 1000 Seiten langes Segelbuch geschenkt, in dem alle wichtigen Sachen zu unserer Reise stehen. Gepaart mit praktischen Arbeiten am Boot und ein bisschen Segelerfahrung am Ammersee und Starnberger See, kann Lisa schon richtig viele Segelhandgriffe und ich fühle mich wohl, wenn sie allein das Ruder übernimmt.

Was passiert während der zwei Jahre mit eurem „normalen“ Leben in München?
Diese Frage ist relativ leicht zu beantworten. Unsere gemeinsame Wohnung haben wir gekündigt und viele Familienmitglieder und Freunde bereits verabschiedet. Natürlich bleiben wir mit ihnen während des Törns immer in Kontakt. Die wichtigen Personen kommen uns im Laufe unserer Reise auch besuchen.

Wie können wir uns euer neues Leben auf dem Schiff vorstellen? Wie wohnt & schlaft ihr und wie kommt ihr an Strom, Wasser, Lebensmittel, etc.?
Puhh, eine spannende Frage! So richtig können wir uns das im Detail auch noch nicht vorstellen 😉 Was wir auf jeden Fall wissen ist, dass wir auf ca. 30 Quadratmeter Fläche alles machen können und natürlich auch müssen. Das heißt auf dem Schiff gibt es vier Betten, eine Küche, eine Sitzecke und eine kleine Nasszelle. Daneben noch eine kleine Navigationsecke, zwei kleine Kleiderschränke und ein Minibücherregal. Es gehört schon einiges dazu, seine Komfortzone einer möblierten Wohnung mit 80 Quadratmeter zu verlassen und das Leben auf einem kleinen Segelboot zu erleben.

Auf unserem Boot haben wir zwei Solarpanele verbaut, die in die zwei 165 Amperestunden große Batterie laufend Strom einspeisen und speichern. Kochen werden wir auf zwei Gasbrennern. Dieser Gasherd ist halbkardanisch gelagert, sodass die Töpfe bei Wellengang nicht vom Herd rutschen. Unsere Wasserversorgung ist durch einen 250 Liter Süßwasser-Trinkwassertank gesichert. Das Wasser für den täglichen Abwasch werden wir direkt aus dem Meer nehmen. Hierfür haben wir eigens eine kleine Meerwasserpumpe eingebaut.

Die Lebensmittel werden wir nach Möglichkeit in dem Land kaufen, wo wir gerade sind, um landestypische Speisen zubereiten zu können. Auf längeren Segeletappen werden wir dann auf länger haltbare Lebensmittel zurückgreifen und diese durch frisch gefangenen Fisch aus dem Meer anreichern.

Ihr segelt in den zwei Jahren nicht nur einfach, sondern habt auch andere große (Nachhaltigkeits-) Pläne. Welche genau?
Das Thema Nachhaltigkeit liegt uns beiden sehr am Herzen und hat auch bei unserer Segeltour einen großen Stellenwert: Insbesondere bewegen wir uns alleine durch die Windkraft über die Ozeane. Zusätzlich verfügen wir über Solarpanele, um unseren Strom selbst herzustellen und unseren Verbrauch größenteils zu decken. Zudem planen wir Strände von angespültem Plastikmüll zu befreien. Während unserer Reise werden wir versuchen so wenig wie möglich Süßwasser zu verwenden – daher auch der Abwasch mit Salzwasser. Auch haben wir uns bewusst für ein älteres Schiff entschieden, damit die „graue Energie“, die bereits im Herstellungsprozess entstanden ist, bestmöglich weiter genutzt werden kann.

Worauf freust du dich am meisten? Und wovor hast du am meisten Respekt?
Ich persönlich freue mich am meisten auf den Moment, wenn wir mit unserem Segelschiff in New York ankommen und an der Freiheitsstatue vorbeisegeln. Aber natürlich auch auf das Gefühl, dass zwei Jahre lang „Samstag“ bei uns sein wird. Respekt habe ich am meisten vor einem Feuer – dies wäre eine nahezu unhändelbare Situation am Schiff.

Lisa freut sich am meisten darauf den Kopf nach ihrem Studium frei zu bekommen, vor dem Frühstück eine Runde im Meer schwimmen zu können und auf den geplanten Besuch ihrer besten Freundin in Portugal. Am meisten Respekt hat sie vor Stürmen, bei welchen das Boot eine derartige Schräglage bekommt, dass „die Winschen baden gehen“.

Wie können wir eure Reise in den nächsten 2 Jahren begleiten und mitverfolgen?
Aktuelle Infos zu unserer Reise teilen wir mit allen Interessierten in den sozialen Medien, vorerst über unseren Instagram-Account „@lplogbuch“ und auf unserer Website lplogbuch.weebly.com. Folge und begleite uns gerne – wir freuen uns! 😊

 

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Jennifer Koschel

Jennifer Koschel

Senior Employer Branding

Jennifer ist seit 2019 Teil des Teams Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland. Dort verantwortet sie in erster Linie Employer Branding Kampagnen für verschiedene Businesses und Zielgruppen.

Sven Schulz

Sven Schulz

Employer Branding Manager

Sven ist seit 2018 im Team Employer Branding & Personalmarketing bei Deloitte Deutschland tätig. Dort verantwortet er unter anderem Employer Branding Kampagnen mit Fokus auf berufserfahrene Talente.  Im Deloitte Karriere Blog berichtet Sven über aktuelle Karrierethemen und relevante Business Entwicklungen, die Karrieremöglichkeiten für die unterschiedlichsten Profile bereithalten.