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Gemeinsam einen Unterschied machen

Engagement für Geflüchtete

Deloitte übernimmt Verantwortung und leistet einen Beitrag für die Gesellschaft. Die Eigeninitiative der Mitarbeiter spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch bei der Flüchtlingshilfe und -integration setzt Deloitte auf die Kompetenzen und das Engagement im Unternehmen.

Ein Beitrag aus dem Deloitte-Jahresbericht 2015/2016

Knapp eine Million Menschen sind 2015 nach Deutschland geflohen. Dies wurde von breiten Teilen der Gesellschaft als Aufforderung zum Handeln begriffen. Auch von Deloitte. In einem ersten Schritt ging es um wertvolle Soforthilfe für die Ankommenden. So packte und verteilte Deloitte in Kooperation mit dem Münchener Sozialreferat mehr als 100 Rucksäcke für unbegleitete minder­jährige Flüchtlinge. Dabei finanzierte das Unternehmen die Rücksäcke, die Deloitte-Mitarbeiter spendeten ihren Inhalt: Kleidung, Schulmaterialien, Plüschtiere – Dinge, die am dringendsten benötigt wurden und Kinder zum Lächeln bringen. Die Idee zog schnell weite Kreise: Neben München wurden an elf weiteren Deloitte-Standorten Rücksäcke verteilt.

Die Spendenbereitschaft der Mitarbeiter ging noch über diese erste Aktion hinaus: Per Mausklick könnten sie vom eigenen Gehalt einmalig oder regelmäßig eine Summe an die Aktion „Deutschland hilft“ spenden.

Eine berufliche Perspektive eröffnen

Zentral für eine gelingende Integration sind Sprachförderung, Wertevermittlung und die rasche Eingliederung in das Berufsleben. „Wir wollen Flüchtlinge dabei unterstützen, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden, und ihnen berufliche sowie persönliche Teilhabe ermöglichen“, erklärt Prof. Dr. Martin Plendl, CEO Deloitte. Um das gezielt zu fördern, gibt Deloitte geflüchteten Menschen die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren. Fragen zu Aufenthaltsrecht, Job­vergabe­prozessen und administrativen Erfordernissen mussten dafür schnell geklärt werden. Im April 2016 konnten die ersten Praktikanten aus Syrien in den Bereichen Steuer- und Rechtsberatung, Information Technology Services (ITS) und Human Resources begrüßt werden. Weitere Praktikanten kamen in der Zwischenzeit im Bereich Wirtschaftsprüfung hinzu. Die Praktikanten werden jeweils durch zwei fachfremde Kollegen, „Buddys“, und einen Mentor aus dem eigenen Fachbereich begleitet. So sind innerhalb eines halben Jahres aus den Geflüchteten gut integrierte Kollegen geworden. Einer davon ist Mahmoud Al Abed. „Mahmoud hat sich schnell eingelebt, nicht zuletzt durch seine freundliche Art. Auch die Verständigung klappte von Anfang an gut", berichtet Ralf Wendlandt, Mentor von Mahmoud im Bereich ITS.

Lesen Sie mehr über Mahmouds Praktikum bei Deloitte.

Integration auf den Weg bringen

Der Gedanke, die vielen Ideen und die große Hilfsbereitschaft im Unternehmen zusammenzuführen und damit längerfristige Projekte zu schaffen, führte zur „Integration Challenge“. Deloitte-Mitarbeiter waren im März 2016 dazu aufgerufen, ihre Ideen zur Integration der Geflüchteten einzureichen. Die Konzepte wurden einer Jury vorgestellt, der neben dem CEO und Führungskräften von Deloitte auch Vertreter des Bayerischen Staats­minis­teri­ums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration angehörten. Das Konzept „GetInSites“ von Simon Schön aus dem Bereich Consulting überzeugte. Dessen Ausgangspunkt: Gerade junge Flüchtlinge brauchen Unterstützung in ihrer beruflichen Orientierung in der neuen Heimat. Für ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt müssen sie oft viele Hürden nehmen. „Viele Kollegen sind wie ich Alumni von Studenten­vereinigungen. Außerdem haben wir als Unternehmen weitreichende Kunden­kontakte. Der Kern meiner Idee ist Kollegen, Studierende, Kunden und Geflüchtete in regionalen Netzwerken zusammenzubringen. Diese Netzwerke können die Herausforderung der Integration angehen und Firmenbesuche, Hospitanzen und Workshops für Flüchtlinge organisieren“, erklärt Simon Schön. Damit können sich die Geflüchteten nicht nur beruflich orientieren, sie finden auch erste Berührungspunkte zu Gleichaltrigen aus den Studenten­vereinigungen. Auch alle weiteren Beteiligten haben Vorteile: Die Studierenden können ihre Kontakte zu Unternehmen aufbauen und zum Beispiel mit der Organisation der Netzwerktage Erfahrungen im Projektmanagement sammeln. Die teilneh­menden Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe sowie Mittelständler, erhalten die Chance, mit den Flüchtlingen und Studierenden künftige Mitarbeiter zu gewinnen. 2016 hat Deloitte das Projekt GetInSites auf den Weg gebracht. Das erste Netzwerktreffen fand Ende 2016 in München statt. 2017 folgen zunächst Berlin und Düsseldorf.

Da es in der Integration Challenge viele überzeugende Ideen gab, wurden zwei weitere Konzepte prämiert, die nun von bestehenden Projekten aufgegriffen werden: „Smart&Skillfull“ von Niklas Hebborn, das die gezielte Vermittlung von stark nachgefragten Kompetenzen im IT-Bereich zum Ziel hat, sowie „Frauen als Multiplikatoren“ von Grit Kamann-Selbach. Sie schlug Kurse vor, die geflüch­teten Frauen die Werte der deutschen Gesellschaft vermitteln. Die Frauen nehmen dann eine Multiplikatorenrolle ein.

Die bisherigen Erfahrungen teilt Deloitte über das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. Die Initiative des Deutschen Industrie- und Handels­kammertages (DIHK), gefördert durch das Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie, versteht sich als Wissensplattform. Über 800 Unternehmen nutzen das Netz­werk zum Austausch über Integrationsprojekte und für Informationen etwa zu Rechtsfragen.

Deloitte wird das Engagement für Flüchtlinge langfristig und nachhaltig vorantreiben – ganz im Sinne des Unternehmensleitbilds „Making an impact that matters“.