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Vielfalt in Führung

Leader.In

Vielfalt ist der Nährboden für Innovation. Dazu gehören alle Merkmale der Vielfalt – Alter, Geschlecht, Herkunft, Persönlichkeit. Doch gerade beim Thema Frauen in Führung tut sich Deutschland noch schwer. Einseitige Ansätze schaffen keine Abhilfe. Gefragt sind langfristige Konzepte, an deren Umsetzung Unternehmen, Politik und Gesellschaft zusammen arbeiten. Mit der Überzeugung hat Deloitte gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie und Handelsblatt „Leader.In“ initiiert. Im Mittelpunkt stehen Impulse für einen Kulturwandel und der Aufbau von vielfältigen Netzwerken.

Ein Beitrag aus dem Deloitte-Jahresbericht 2015/2016

Junge Frauen stellen mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen. Doch nur gerade mal jeder zehnte Chef ist weiblich, als Vorstand oder Aufsichtsrat begegnet man Frauen noch seltener. Stereotype und fehlende Rahmen­bedingungen stehen dem oft im Weg. Dabei gilt als bewiesen, dass heterogene Teams leistungsfähiger sind als homogene. „Neben der Öffnung für Talente aus anderen Ländern ist die volle Integration und Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben für die Zukunft des Standorts Deutschland unumgänglich“, sagt Dr. Elisabeth Denison, Chief Strategy & Talent Officer bei Deloitte. Auch sind Unternehmen, die Vielfalt nachhaltig leben, als Arbeitgeber attraktiver. Für die Generation Y zählt zum Beispiel bei der Arbeitgeberwahl immer mehr die Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Die jungen Talente sehen in der fehlenden Vielfalt eine wesentliche Innovationsbarriere.

Für mehr Vielfalt in der Führung braucht es ein Umdenken auf Seiten der Politik, Unternehmen, Gesellschaft und nicht zuletzt der Frauen selbst. Um dies anzustoßen, hat Deloitte gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Medienpartner Handelsblatt die Initiative „Leader.In“ etabliert – eine übergreifende Plattform, die Diskussionen zum Thema Female Leadership ermöglicht und damit zum Kulturwandel beitragen möchte. Unterstützt wird Leader.In von der Leadership-Initiative ANNA + CIE.

Vernetzung bricht Stereotype auf

Im Mittelpunkt steht der Aufbau von Netzwerken, die karrierebewussten Frauen den Aufstieg erleichtern können. „Im Vergleich zu anderen Initiativen vernetzt Leader.In aber nicht nur Frauen untereinander, sondern stellt auch Kontakte zu Entscheidern aus der noch männlich geprägten Top-Ebene her“, so Denison. Das erweitert den Erfahrungsschatz beider Seiten und bricht Stereotype auf. Bei informellen Treffen oder hochkarätig besetzten Konferenzen können erfolg­reiche Frauen und Männer miteinander ins Gespräch kommen. Im Rahmen der Leadership-Initiative ANNA+Cie werden weibliche High Potentials von erfahrenen Vorständen und Aufsichtsräten als Mentor begleitet. Auf den jährlichen Leuchtturmveranstaltungen des Businessnetzwerks diskutieren prominente Redner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, zuletzt unter anderen die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, und der Humangenetiker Prof. Dr. Markus Hengstschläger.

Beim Thema Female Leadership spielen auch unabhängige Think Tanks und Medien eine wichtige Rolle – sie prägen das öffentliche Meinungsbild. Es waren zum Beispiel US-Medien, die den Ausdruck „Glass ceiling“ für die unsichtbare Barriere etablierten, die Frauen den Zugang zu Führungsebenen zu versperren scheint. Auch hierzulande ist die unterstützende Medienberichterstattung wichtig, wenn es darum geht, Deutschland für Vielfalt offener zu machen. Daher setzt der Leader.In-Medienpartner Handelsblatt regelmäßig in Artikeln Impulse, um den gesellschaftlichen Diskurs zu Frauen in Führungspositionen voran­zu­treiben. Die Beiträge werden auch in der Leader.In-Gruppe im sozialen Netzwerk LinkedIn geteilt, die mittlerweile mehr als 1.600 Mitglieder zählt.