Article

Allez! Drei Tage Höchstleistung beim Derby 2018

Deloitte Mitarbeiter stellen sich der Herausforderung

Ein Wochenende in Frankreich, malerische Landschaften, viel frische Luft und jede Menge Sport - das klingt erstmal verlockend. Doch dahinter verbirgt sich die vielleicht härteste aller Firmen-Sportchallenges: Das Derby von Deloitte Frankreich. In diesem Jahr waren unter den rund 600 Teilnehmern zum ersten Mal auch deutsche Teams dabei und holten am Ende sogar die EMEA-Trophäe nach Deutschland.

„Habt ihr schon was bekommen?“ Es ist Donnerstagabend und kurz vor 18.00 Uhr. Obwohl es morgen früh zum Derby geht, sitzen die deutschen Teilnehmer fast alle noch vorm Rechner im Büro und warten auf die heißersehnte Mail aus Frankreich, denn noch weiß niemand, wo es hingeht. Plötzlich melden sich die Kollegen aus Köln: „Die Tickets sind da! Straßburg, wir fahren nach Straßburg“, schreibt Teamchef Armin Massmann auf Skype.

Raus aus dem Bus und ab durch die Nacht!

Am Bahnhof in Straßburg sind die deutschen Derbyisten „B3 - Bavaria, Beer & Brezn“ aus München, „Speck und Waldmeister“ aus Köln und „B’ITS und BYTES“ aus Düsseldorf unschwer zu erkennen: Alle haben sich extra Teamshirts anfertigen lassen und sind mit Schlafsäcken, Isomatten und Funktionsjacken bepackt. Es bleibt nur Zeit für ein kurzes Hallo, dann geht es in den Bus und Richtung Derby-Startpunkt.

Auf der Fahrt sind die Teams so beschäftigt mit ihrer ersten Challenge, einem Quiz mit Geometrie- und Matheaufgaben, Suchbildern, Allgemeinwissensfragen und anderen Rätseln, dass sie zunächst kaum merken, wie wir das Elsass hinter uns lassen. Der Treffpunkt in Straßburg war noch lange kein Hinweis auf den eigentlichen Veranstaltungsort. Drei Stunden und viele Kilometer auf kurvigen Landstraßen später hält der Bus auf einem Fußballplatz im Département Doubs in der Bourgogne-Franche-Comté. Hier sind die anderen Derbyisten bereits versammelt. Alle haben nur noch auf den Bus aus Straßburg gewartet.

Und plötzlich steht da eine Felswand

Es ist etwa halb zehn am Abend und die Sonne verabschiedet sich langsam hinter den Bergen. Doch die Sechserteams haben gerade anderes im Sinn als den atemberaubenden Anblick zu genießen: Sie haben die Karten für den legendären nächtlichen Orientierungslauf bekommen. Mit Kompass und Lineal versuchen sie den Weg zum offiziellen Derby-Camp zu finden und unterwegs möglichst viele Bonuspunkte zu sammeln.

Die Nacht wird für alle Teams verdammt hart. München und Düsseldorf schaffen es in der vorgeschriebenen Zeit ins Camp. Die Kollegen aus Köln müssen vom Orga-Team abgeholt werden. „Wir sind ewig lang ein Flussbett hochgelaufen und standen dann irgendwann mit nassen Schuhen vor einer Felswand, wo es einfach nicht mehr weiterging“, berichten sie am nächsten Morgen. Keine Schande: Etwa 60 Prozent der Teams, darunter auch die Vorjahressieger schaffen es in der Nacht nicht rechtzeitig ins Camp.

Hart, härter, Derby

Nach einer kurzen Nacht im Zelt geht es in aller Herrgottsfrühe weiter: Nach einem schnellen Frühstück mit Baguette und Croissants geht es nach einem Berglauf zum vollständigen Wachwerden aufs Mountainbike. Jeweils vier Derbyisten pro Team müssen sich auf zwei Rädern ebenso steile wie felsige Abhänge hinunterstürzen. Der Rest der Gruppe muss parallel eine Laufstrecke absolvieren.

Das Derby ist gnadenlos. Diesen Grundsatz haben auch die deutschen Vertreter spätestens jetzt begriffen: „B’ITS & BYTES“ ist nur noch zu fünft unterwegs. Eine Kollegin fällt mit einer Bänderüberdehnung aus. Einem Teammitglied von „B3“ reißt beim Mountainbiken die Fahrradkette. Die Streckenposten meinen nur: „Dann müsst ihr schieben.“ Da sind es noch 20 Kilometer bis zum Ziel.

Mittags geht es aufs Wasser: Im Kanu müssen jeweils zwei Teammitglieder durch ziemlich reißende Stromschnellen navigieren. Der Rest des Teams muss dieselbe Strecke zu Fuß zurücklegen. An einem Zwischenstopp wird gewechselt. Am Ende ist kein Derbyist mehr trocken. Danach geht es weiter zum Schießen. Viele Teilnehmer sind so erschöpft, dass sie das Luftgewehr kaum halten, geschweige denn ordentlich zielen können.

50 Kilometer in 24 Stunden

Bei der Party am Abend sind die Derbyisten dann vor allem am Essen interessiert, auf die Tanzfläche schafft es, trotz lautstarker Bemühungen des DJs, nur ein Bruchteil der Teilnehmer. Bei Wein, Bier und Paella erzählen sie von ihren sportlichen Leistungen und können es selbst kaum glauben. „Ich bin in den letzten 24 Stunden über 50 Kilometer gelaufen – Rad- und Kanufahren sind da nicht eingerechnet“, schaut Emil Oldenburg von „B3“ in seiner Fitness-App nach.

Am Sonntagmorgen stehen noch ein Staffelevent inklusive Laufen, Biken, Kanufahren und gemeinsamem Sandsackschleppen auf dem Programm. Je zwei Teammitglieder müssen sogar in voller Montur eine kurze Schwimmstrecke zurücklegen. Zum großen Finale schont sich keiner mehr, die Teilnehmer geben auf den letzten Metern nochmal alles.

Sieben Liter reichen zum Duschen

Und dann haben sie es endlich geschafft. Mithilfe der Öko-Campingduschen (die Nachhaltigkeitserkenntnis des Wochenendes: Sieben Liter reichen für eine Dusche) machen sich die Teilnehmer frisch für die Siegerehrung und das Abschlussessen. Die französischen Kollegen lassen sich nicht lumpen: Auf einen kleinen Champagneraperitif folgt ein Dreigängemenü inklusive Weinbegleitung. „Das ist schon verrückt, was die französischen Kollegen hier auf die Beine stellen, Respekt“, bilanziert der Düsseldorfer Kollege Enrico Lueckert.

Derby-Sieger 2005 Grégoire Louvieaux, Stellvertretender Kommunikationsleiter, verkündet das Abschneiden der insgesamt 104 Teams aus Frankreich, der Schweiz, Luxemburg, Marokko, Ungarn und Deutschland. „Beim ersten Derby zählt nur irgendwie ins Ziel zu kommen, sonst nichts“, verrät Organisatorin Cécile Charlet. Das haben alle drei deutschen Teams erfolgreich geschafft und Deloitte Deutschland würdig vertreten.

„Wir kommen wieder!“

Doch dann gibt es für die deutschen Teams noch eine Überraschung: Wir sind mittlerweile beim Dessert und Grégoire ist in den Top 20 angekommen – und „B3“ ist noch immer nicht aufgerufen worden. Damit rückt der EMEA-Award in greifbare Nähe. Und tatsächlich: Die Münchner landen auf Platz 15 in der Gesamtwertung und holen damit die EMEA-Trophäen nach Deutschland!

Ob mit oder ohne Pokal, am Ende sind sich die drei deutschen Teams einig: Beim Derby 2019 sind sie gerne wieder dabei.

 

Von Kristin Ofer, München
Fanden Sie diese Information hilfreich?