Portrait Sophie Susel

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If she can see it, she can be it

Junge Frauen für eine MINT-Karriere begeistern

Sophie Susel ist Chancengleichheit wichtig, deshalb engagiert sie sich dafür, Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern und ihnen Vorbilder an die Hand zu geben - damit sie die gleichen Möglichkeiten haben, die digitale Zukunft zu gestalten.

Java Script, Phyton, HTML, CSS oder JIRA – was für viele wie die Sprache von IT-Nerds klingt, lässt Sophie Susels Augen leuchten. Sie arbeitet als IT-Consultant für Deloitte am Standort Hamburg und ist begeistert von Programmiersprache und Coding. Ihren Enthusiasmus gibt sie an junge Frauen weiter und ermutigt sie dazu, sich mehr mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu beschäftigen. Tatsächlich ist der weibliche Anteil in MINT-Berufen noch deutlich unterdurchschnittlich. Immer noch entscheiden sich viele Mädchen gegen Berufe in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik oder Maschinenbau. Wie man es schafft, ihr Interesse an MINT-Feldern zu wecken, erzählt uns Sophie:

Weibliche Vorbilder zeigen den Weg

Während meiner Schulzeit und auch während des Studiums bin ich nur wenig mit technischen oder IT-Themen in Berührung gekommen. Diese Inhalte haben mir im Bachelor und Master definitiv gefehlt. Erst der Einstieg ins Berufsleben und die Teilnahme an Bootcamps weckte meine Leidenschaft für MINT-Themen. Dort habe ich zum Beispiel gemerkt, dass mich Robotics und Programmiersprachen interessieren. Die Logiken der Programmiersprachen zu verstehen, hilft mir tiefer in neue digitale Themen einzusteigen.

Mein Wissen und meine Begeisterung für MINT-Themen und speziell für Programmiersprachen möchte ich gerne weitergeben – an junge Menschen und vor allem an Mädchen. Diese Inhalte kommen auch heute noch an den meisten Schulen zu kurz. Das war der Gedanke hinter moinschool – der Initiative, die ich für den Verein moinworld ins Leben gerufen habe.

In der Initiative geht es vor allem darum, bei Schülerinnen Interesse für IT-Themen zu wecken und auch Programmiergrundkenntnisse zu vermitteln. Zudem ist es wichtig, unbewussten Vorurteilen, die uns in unserer Selbstwahrnehmung, unserem Verhalten und auch bei der Studien- und Berufswahl prägen, zu begegnen. Wichtiger Bestandteil des Projekts sind weibliche IT-Vorbilder: Zum Beispiel besuchen uns Entwicklerinnen, die den Mädchen ihren Berufsweg, ihre Arbeit und ihr Wissen näherbringen.

Das erste Projekt startete letzten Herbst an der Stadtteilschule Winterhude – Winterhuder Reformschule Hamburg, mit einer Gruppe von 16 Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren. Eine zweite Hamburger Schule wird dieses Projekt jetzt ebenfalls umsetzen. Das positive Feedback von Eltern und Schülerinnen nach den sechs Monaten Pilotphase zeigt: Mädchen und IT – das passt.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die IT weiblicher werden muss. Vorbilder, die den IT-Karriere-Weg gemeistert haben, Mentoring-Programme und die passenden Strukturen in Schulen, Universitäten und Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Sophie Susel