Women @ Deloitte Erfahrungsberichte

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Women @ Deloitte   

Personal Story Annika Deutsch

Annika Deutsch, Director im Bereich Audit

„Ein berufsinternes Netzwerk ist extrem wichtig. Besonders bei einer Organisation wie Deloitte, die weltweit agiert. Sichtbarkeit in einer Organisation ist wichtig, um sich weiterzuentwickeln.“

In vielen Businesses ist der Männeranteil größer als 50 % - wirkt sich dies auf das tägliche Miteinander-Arbeiten für Sie aus? Umgangston, Umgangsformen, Flexibilität, Verständnis für Beruf und Familie?

Natürlich wirkt sich der hohe Männeranteil der Organisation auf das Miteinander aus – ich empfinde das aber nicht als etwas Negatives. Das Thema Frauen und Karriere ist ein sehr komplexes Thema, welches vermutlich leichter umzusetzen wäre, wenn es mehr Frauen gäbe, die die Vereinbarkeit vorleben.

Wie stehen Sie zur Frauenquote?

Ich selber halte nicht viel von Quoten. Meiner Meinung nach muss sich eine Organisation von allein regulieren und einpendeln. Nichtsdestotrotz haben die Diskussionen um die Frauenquote Bewegung in die Thematik gebracht. Eine solche Diskussion belebt und das tut gut.

Wie würden Sie insbesondere junge Bewerberinnen motivieren, bei uns einzusteigen?

Ich wurde in Bewerbungsgesprächen bisher nicht direkt nach dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie befragt. Insbesondere für Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger ist das Thema vielleicht aber auch noch etwas weit weg. Ich berichte aber immer gern von meinen sehr positiven Erfahrungen und zeige auf, welche Möglichkeiten es bei Deloitte gibt. Ich freue mich, eine gelungene Balance vorleben zu können. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, jungen Bewerberinnen und Mitarbeiterinnen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten und wieviel Freiraum und Flexibilität insbesondere unser Projektgeschäft mitbringt. Dass die schlussendliche Umsetzung abhängig ist von dem jeweiligen Mitarbeiter und seinen Plänen, ebenso natürlich auch von der Führungskraft, sollte jedem bewusst sein.

Wie wichtig ist Flexibilität für Sie?

Flexibilität ist extrem wichtig. Für mich sicherlich der wichtigste Aspekt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Flexibilität habe ich bei Deloitte.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie nochmal von vorne anfangen könnten?

Nichts - ich bin zufrieden. Als ich mich für den Schritt der Familiengründung entschieden habe, erschien mir mein angestrebtes Modell sehr gut und auch heute noch kann ich dies bestätigen und würde es, wenn erneut erforderlich, nochmal genauso umsetzen.

Welches Betreuungskonzept haben Sie für Ihr Kind?

Meine Tochter ist in der Kita untergebracht, seitdem sie 7 Monate alt ist. Hier wird sie bis 16 Uhr versorgt. Je nach Situation und Terminen wird sie von mir, meinem Mann oder den Großeltern abgeholt. Für uns ist es toll und eine große Unterstützung, dass meine Eltern in Hamburg wohnen.

Welche persönlichen Erfolgsrezepte haben Sie bezüglich Zeitmanagement, Priorisierung, raus aus der Perfektionsfalle?

Bei aller Professionalität auch immer eine gewisse Gelassenheit – zumindest nach außen. Zeitmanagement, Organisation und Priorisierung sind Kernelemente eines erfolgreichen Modells, genauso wie die Kommunikation. Wichtig ist es, seinem Vorgesetzen/seiner Vorgesetzen proaktiv Ideen vorzustellen und Vorschläge zu unterbreiten, wie das gewünschte Modell sowohl für einen selbst als auch für das Unternehmen umsetzbar ist.

Wie wichtig ist ein gutes Netzwerk für Sie? Wie pflegen Sie dieses?

Extrem wichtig - und es wird immer wichtiger. Ich gebe dies jungen Kolleginnen mit auf den Weg. Eine interne Vernetzung ist in meinen Augen genauso wichtig wie ein externes Netzwerk. Mein Netzwerk besteht sowohl aus externen Kontakten, die ich durch Fortbildungen, Geschäftsbeziehungen oder im privaten Rahmen kennengelernt habe, sowie Kollegen und auch reinen Frauennetzwerken.

Wie wichtig sind persönliche Unterstützer bzw. Mentoren dafür, beruflichen Erfolg zu haben?

Sichtbarkeit in einer Organisation ist entscheidend, um sich weiterzuentwickeln, gerade bei Deloitte ist es zudem wichtig, über die Niederlassungsgrenzen hinaus zu denken und zu agieren. Ich habe zum Beispiel das Glück, an einem Leadership-Programm teilnehmen zu können, welches mir einen Mentor zur Seite stellt, der aus einer anderen Funktion kommt. Anfangs war dies eine etwas ungewohnte Situation. Heute finde ich das super, da es mich anregt, über den Tellerrand hinauszuschauen und Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Wussten Sie schon immer, dass Sie Kinder und Karriere wollen, oder sind Sie in beides „hineingewachsen“?

Nein, ganz klar nein. Dass ich „Karriere“ machen wollte, war mir immer klar. Der Kinderwunsch kam später dazu. Heute schätze ich mich sehr glücklich, beides vereinbaren zu können.

Was bedeutet es für Sie, Working Mom zu sein?

Großes Glück!

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, Kinder mit einem anspruchsvollen Job zu vereinbaren und wie lösen Sie diese?

Man muss beides wollen – und zwar mit großer Leidenschaft. Es ist vor allem ein Organisationsthema sowie immer eine Frage des Wollens und des Willens. Für mich ist es wichtig, dass ich in der Situation, in der ich gerade bin – also im Büro/beim Mandanten oder privat mit meiner Familie – alles gebe. Das bedeutet auch: Zuhause ist Zuhause und damit gilt: keine Emails, zumindest bis meine Tochter schläft.

„Deloitte und Kind“, das funktioniert bei Ihnen. Welche Tipps können Sie Kolleginnen bzw. Bewerberinnen geben, wie der anspruchsvolle Job bei Deloitte mit Kind/Kindern vereinbar ist?

Man muss sich vorher klar darüber sein, was man will: Karriere und Kind oder Arbeiten und Kind? Ein anspruchsvoller Job mit Karriereambitionen verlangt ein enormes Maß an Durchhaltevermögen und Engagement. Nicht immer verläuft da alles nach Plan. Wie man sein Modell ausgestaltet, sollte man sich selbst überlegen und entsprechend kommunizieren. Wir haben keine One-Fits-All-Lösung, was ich auch gut finde. Bei Deloitte werden individuelle Lösungen und Konzepte geschaffen, die genauso individuell sind wie unsere Mitarbeiter.  

Wie ist Ihre private Aufgabenverteilung?

Mein Mann und ich teilen uns die Betreuung relativ gleich auf. Dennoch fordert meine Tochter mich mehr. Da ist es normal, dass die eine oder andere Aufgabe bei mir bleibt.

Haben Sie Ihre Arbeitszeit nach der Elternzeit reduziert?

Ich war bereits nach sieben Monaten zu 100 % zurück bei Deloitte. Dies war eine bewusste Entscheidung. Zweifellos hätte ich auch mit einer geringeren Stundenzahl wieder einsteigen oder eine längere Elternzeit genießen können.

Annika Deutsch