Women @ Deloitte Erfahrungsberichte

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Personal Story Sarah Beringer

Sarah Beringer, Head of Talent

„Bei Deloitte habe ich immer jegliche Unterstützung bekommen, vor allem eine große Flexibilität. Wann und wo ich arbeite, ist unerheblich, solange die Ergebnisse stimmen.“

Was umfasst Ihre Tätigkeit bei Deloitte?

Ich leite den Bereich Talent Management, der sich mit den strategisch-konzeptionellen Aspekten unserer Personalarbeit beschäftigt. Neben dem Personalmarketing und Employer Branding gehören hierzu beispielsweise die fachliche und persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter, inklusive der Führungskräfteentwicklung, der individuellen Förderung von Top-Talenten sowie der Steuerung von Beförderungsprozessen.

Wie können Frauen stärker gefördert werden?

Ebenso vielfältig wie die Kundenservices von Deloitte sind unsere Unternehmensbereiche. Die Kunst liegt darin, sich auf die unterschiedlichsten Gesprächspartner und Anforderungen einzustellen. Das Wichtigste für die berufliche Entwicklung ist: Einen guten Job zu machen und das Unternehmen voranzubringen, dann bekommt man dafür auch die nötige Anerkennung und Unterstützung – das Geschlecht, das Alter oder andere Aspekte spielen dabei aus meiner Erfahrung kaum eine Rolle. Dennoch halte ich es für richtig, die Diskussion um Frauenquoten zu führen, da dadurch ein größeres Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass gemischte Teams einfach erfolgreicher sind und notwendige Veränderungen hoffentlich schneller in Gang kommen. Bei uns im Talent Management spielt die gezielte Frauenförderung eine wichtige Rolle: sei es in Top-Talent-Entwicklungsprogrammen, bei Beförderungsprozessen, durch Coaching und Mentoring talentierter Frauen, durch das Vorstellen von Role Models oder durch die Organisation von Informations- und Networking-Veranstaltungen.

Was würden Sie heute in Ihrer Karriere anders machen?

Ich selbst habe mit 24 Jahren angefangen zu arbeiten – würde ich das heute nochmal machen? Einerseits war es gut, früh relevante Berufserfahrung zu sammeln, andererseits könnte ich mir aus heutiger Sicht vorstellen, dass eine Auszeit, um mich zunächst einmal zu orientieren und z. B. Praktika in verschiedenen Ländern zu absolvieren, auch nicht schlecht gewesen wäre. Dadurch, dass ich als Berufseinstieg ein einjähriges, internationales Traineeprogramm gewählt habe, konnte ich diesem Wunsch allerdings ziemlich gut nachkommen.

Was sind Ihre Tipps für Berufseinsteiger?

Authentisch sein, über das eigene Aufgabenfeld hinausdenken, Wandel als Chance begreifen und mit fachlicher Expertise überzeugen. Mir hat es außerdem geholfen schnell zu lernen, wie man Aufgaben priorisieren kann, wie lange sie ungefähr dauern und wer einen dabei unterstützen kann. In die Fähigkeiten von Kollegen zu vertrauen ist enorm wichtig, denn gemeinsam schafft man mehr. Erfolge sollte man dann auch gemeinsam feiern – die eigene Arbeit sichtbar zu machen ist essentiell für den weiteren Karriereweg.

Bei und neben der Arbeit ist auch das Pflegen von Kontakten definitiv wichtig, aber häufig eine Frage von Zeit. Mein Tipp lautet, sich die Netzwerke herauszusuchen, in die man sich selbst gut einbringen kann – Netzwerken ist immer ein Geben und Nehmen. Und natürlich sollte es auch Spaß machen. Zudem sind persönliche Unterstützer und Mentoren, sowohl aus dem eigenen Unternehmen als auch von „außerhalb“, sehr wichtig. Man spürt meist schnell, ob man eine gemeinsame Basis hat und ob der oder die Andere Interesse hat, einen auf dem weiteren Weg ein Stück zu begleiten.

Wie vereinbaren Sie Familie und Beruf?

Dass wir gerne Kinder hätten, war für meinen Mann und mich schon immer klar. Gleichzeitig war es uns immer wichtig, beruflich am Ball zu bleiben, Dinge zu gestalten und voranzutreiben. Warum sollte dies nicht weitergehen, wenn man Kinder hat? Solange alle gesund sind, das Unternehmen einem die nötige Flexibilität gibt und man selbst bereit ist, viel zu organisieren und auch mal stressige Tage auszuhalten, ist meiner Meinung nach vieles möglich.

Bei beiden Kindern bin ich für deutsche Verhältnisse früh, nämlich nach neun beziehungsweise sieben Monaten Auszeit, wieder in den Job eingestiegen. Das ging vor allem, weil wir von Anfang an eine sehr gute Betreuung hatten. Neben dem Kindergarten bzw. der Kinderkrippe haben wir für bestimmte Wochentage eine Kinderfrau und bei Bedarf Unterstützung durch eine „Leih-Oma“ sowie durch Familienmitglieder. Außerdem helfen mein Mann und ich uns gegenseitig, wo es nur geht – haben wir gleichzeitig berufliche Termine oder Geschäftsreisen, besprechen wir immer ganz offen, wie wir damit umgehen und eine Lösung finden können. 

Bei Deloitte habe ich immer jegliche Unterstützung bekommen, vor allem eine große Flexibilität. Wann und wo ich arbeite, ist unerheblich, solange die Ergebnisse stimmen. Auch hier ist es ein Geben und Nehmen. Ich kann mir die Flexibilität nehmen, die ich für die Familie brauche, jedoch setze ich mich häufig auch abends nochmal an den Laptop. Familie und Karriere zu verbinden bedeutet, mich immer wieder aufs Neue einer herausfordernden Aufgabe zu stellen, die mich aber zugleich ungemein bereichert.

Sarah Beringer

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