football money league 2018

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Bayern bleibt ManU, Real und Barca auf den Fersen

Football Money League 2018

Drei deutsche Clubs in den Top 20 der Deloitte Football Money League

Bei olympischen Disziplinen ist der vierte Platz gemeinhin undankbar. Anders in der Deloitte Football Money League: Hier kann sich der FC Bayern München mit dem vierten Platz im Ranking weiterhin mit den aktuell Größten des Weltfußballs – Manchester United, Real Madrid und dem FC Barcelona – messen. Wie bereits im letzten Jahr gehören die Bayern weiterhin zu den vier umsatzstärksten Fußballclubs weltweit. Und dies trotz der immer weiter aufstrebenden Clubs der Premier League, die nach wie vor enorme Summen aus der TV-Vermarktung verbuchen können. So kommt aktuell die Hälfte aller Clubs in den Top 10 aus England. Neben den beiden spanischen Vertretern und dem FC Bayern München finden sich somit nur noch Paris St. Germain und Juventus Turin in den Top 10 wieder. Diese Entwicklung spüren auch andere deutsche Clubs: einen Platz hinunter in den Top 20 ging es trotz eines deutlichen Umsatzpluses für Borussia Dortmund, gleich zwei für den FC Schalke 04.

Interview mit FINANCE-TV

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Die finanzielle Performance fast aller Clubs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Die deutschen Teams zeigen dabei jedoch unterschiedliche Tendenzen: Während die Münchner mit einem leichten Umsatzrückgang zum Vorjahr weiterhin Platz vier behaupten, konnten die großen Clubs aus dem Ruhrgebiet ihre Plätze in unserem Ranking nicht halten, obwohl beide Clubs einen Rekordumsatz verbuchen konnten.

      Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte

Zentrale Ergebnisse der Studie

  • Real Madrid holte deutlich auf den Spitzenreiter Manchester United auf, der einen leichten Umsatzrückgang auf 676,3 Millionen Euro hinnehmen musste. Dennoch konnte der Premier-League-Club seine Spitzenposition knapp vor Real Madrid verteidigen. Dies verdankt Manchester United nach wie vor den kommerziellen Erlösen und dem lukrativen TV-Vertrag der Premier League. Aber auch der Gewinn der UEFA Europa League ließ die Kasse bei den „Red Devils“ klingeln. Die Königlichen aus Madrid konnten ihren sportlichen Erfolg insbesondere mit dem Gewinn des UEFA-Champions-League-Titels in eine Umsatzsteigerung umwandeln und sich damit auch am Erzrivalen aus Barcelona in der Deloitte Football Money League vorbeischieben. So stieg der Umsatz der Madrilenen gegenüber dem Vorjahr auf 674,6 Millionen Euro und liegt damit nur denkbar knapp hinter Manchester United. Mit 1,7 Millionen Euro ist dies der geringste Abstand zwischen den beiden ersten Mannschaften, der jemals in der Deloitte Football Money League verzeichnet wurde. 
  • Auf Platz 3 folgt der FC Barcelona mit einem Umsatzerlös von 648,3 Millionen Euro. Die Katalanen konnten ihren Umsatz zwar steigern, mussten sich aber mit dem 3. Platz in unserem Ranking zufriedengeben. Hintergrund war insbesondere der sportliche Erfolg, da die Katalanen sowohl in der Liga als auch international hinter den Erwartungen zurückblieben. Rückgänge in den Gesamtumsätzen mussten hingegen Paris St. Germain auf 482,2 Millionen Euro (-34,7 Millionen Euro) und der FC Chelsea auf 428,0 Millionen Euro (-19,4 Millionen Euro) hinnehmen. Dies ergab sich insbesondere aus dem früheren Ausscheiden aus den UEFA-Clubwettbewerben (Paris) bzw. der fehlenden Qualifikation für die UEFA-Clubwettbewerbe (Chelsea).
  • Mit 587,8 Millionen Euro blieb der FC Bayern München in der Saison 2016/17 etwas unter dem Umsatz der Saison 2015/16 (592 Millionen Euro). Anders Borussia Dortmund: Der BVB konnte den Umsatz von 2015/16 in Höhe von 283,9 Millionen Euro auf nunmehr 332,6 Millionen Euro steigern, liegt damit aber immer noch deutlich hinter den Münchnern. Auch der FC Schalke 04 verzeichnete ein Umsatzplus und erhöhte diesen von 2015/16 um 5,7 Millionen Euro auf nunmehr 230,2 Millionen Euro.
  • Trotz des etwas schwächeren Ergebnisses halten sich die Bayern bereits seit einem ganzen Jahrzehnt in den Top 5 des Deloitte-Rankings – und konnten in der Saison 2016/17 mehr Geld aus dem Bereich Sponsoring und Werbung erzielen als jeder andere Club. Dennoch gibt es auch Herausforderungen: Um mit den ersten drei Top-Clubs wirklich in einer Liga spielen zu können, müssen sich die nationalen und internationalen Medienerlöse der Bundesliga steigern. Denn gerade in dieser Kategorie können die deutschen Vertreter aktuell nicht mit den ausländischen Top-Clubs mithalten.
  • Für Borussia Dortmund ging es trotz gestiegener Erlöse einen Platz nach unten. Dabei entstammen die Mehreinnahmen insbesondere der Rückkehr in die UEFA Champions League nach einer einjährigen Abstinenz. Zukünftig dürften sich die verstärkte internationale Vermarktung des Clubs und der neue Vertrag zu den Medienrechten der Bundesliga – welcher zur Saison 2017/18 in Kraft getreten ist – positiv auf die Clubkasse auswirken. Der FC Schalke 04 ist als 16. des Rankings zum insgesamt 15. Mal in den Top 20 vertreten. Dass der Club trotz geringerer Erlöse aus kommerziellen Aktivitäten sein Ergebnis verbessern konnte, liegt unter anderem an den gestiegenen Zahlungen aus den UEFA-Clubwettbewerben. Mittelfristig gelten auch für die Knappen die gleichen Wachstumstreiber wie für den Reviernachbarn aus Dortmund. Kurzfristig wirkt sich die laufende Saison 2017/18 mangels Teilnahme der Königsblauen an internationalen Wettbewerben vermutlich negativ auf die kommende Ausgabe unseres Deloitte-Rankings aus. Behalten die Schalker allerdings ihren aktuellen Tabellenplatz in der Bundesliga bei, dürfte in der Folgesaison auch wieder mit lukrativen Einnahmen aus den UEFA-Clubwettbewerben geplant werden.  


Die vollständige Studie erhalten Sie gerne auf Anfrage.

Mit zusammen 7,9 Milliarden Euro haben alle Clubs der Top 20 ihre Gesamtumsätze gegenüber der Vorsaison um rund sechs Prozent gesteigert. Für die Bundesligateams ergeben sich attraktive Perspektiven aus dem neuen Medienrechtezyklus zur Saison 2017/18, was zu einem Anstieg der Einnahmen aus Medienrechten von rund 80 Prozent führen wird. Dies sollte es den Bundesligisten ermöglichen, weiterhin mit ihren englischen und spanischen Konkurrenten Schritt zu halten.

      Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte

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