Insights

Deloitte Global Digital Chemistry Survey 2016

Die chemische Industrie setzt auf Digital

Doch vielen Unternehmen fehlt noch eine Strategie für die digitale Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die chemische Industrie erhofft sich aus neuen, digitalen Technologien enorme Wertschöpfungs- und Wachstumspotenziale. Das zeigt der „Deloitte Global Digital Chemistry Survey“, an dem sich in diesem Jahr mehr als 100 Führungskräfte aus zehn Ländern in Nordamerika, Europa und Asien beteiligten. Es gibt kaum ein Unternehmen im Bereich Chemie und Special Materials, das sich aktuell nicht intensiv mit dem Thema „Digital“ beschäftigt, stellt die Studie fest.

Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der die Unternehmen an ihre digitale Transformation herangehen wollen. Bereits heute sehen sich ein Viertel der Teilnehmer selbst als „digitale“ Vorreiter in ihrer Branche, rund 40% wollen innerhalb der nächsten drei Jahre die Spitzengruppe besetzen. Mehr als die Hälfte der Befragten bekennt aber auch: uns fehlt eine wirkliche digitale Strategie.

Dazu erklärt Roland Korte, Director im Bereich Chemicals & Specialty Materials und verantwortlich für die Studie bei Deloitte Deutschland: „Viele Unternehmen haben zwar erste digitale Initiativen in einzelnen Bereichen gestartet. Ihnen fehlt aber ein Plan und häufig die Bereitschaft für eine unternehmensweite digitale Transformation, wie sie Unternehmen in anderen Branchen längst durchlaufen.“

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Digitalisierung in der Chemie - Zeit für eine ganzheitliche Strategie!

Die chemische Industrie beschäftigt sich weltweit mit neuen, digitalen Technologien und disruptiven Geschäftsmodellen. Aber wie digital ist die Chemieindustrie wirklich und wie werden digitale Initiativen umgesetzt?

Schlüsselergebnisse:

  • Viel Innovation, aber noch keine Strategie für die digitale Transformation: Die Unternehmen der Chemieindustrie setzen auf unterschiedliche digitale Anwendungen und Innovationen. Am häufigsten werden schrittweise Verbesserungen in internen Betriebsabläufen (75%) und eine stärkere Kundenbindung (70%) genannt, ebenfalls häufig neue digitale Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette (40%). Als wesentliches Hindernis machen die meisten Befragten eine fehlende unternehmensweite, digitale Transformationsstrategie aus (52%). 
  • Fokus auf Analytics und IoT Technologien: Wesentliche digitale Technologien, in die aktuell investiert wird, sind vor allem Analytics (41%), Sensoren in der Materialwirtschaft und zur weiteren Anlagenautomatisierung (30%) sowie IoT Plattformen (29%). Nur wenige Unternehmen beschäftigen sich derzeit schon mit Additive Manufacturing/3D-Druck (17%), Künstlicher Intelligenz (10%) oder autonomen Robotern (6%).
  • Digital zu häufig noch als ein IT-Thema gesehen: In den meisten Unternehmen der chemischen Industrie werden digitale Initiativen derzeit vom IT-Bereich verantwortet (40%). Nach Ansicht der Studienteilnehmer ist dies so aber nicht richtig. Sie befürworten eine Verlagerung der Verantwortung direkt in die Geschäftsbereiche (31%) unter Anbindung an eine übergreifende Vorstandsfunktion (35%). 
  • Soziale Netzwerke kaum genutzt: Auch in der Kommunikation mit ihren Kunden setzen Unternehmen der chemischen Industrie noch überwiegend auf klassische Formate. Es dominieren Unternehmens-Websites (74%) und Mobile Apps (55%). Direkte Kommunikationsformen in sozialen Netzwerken (34%) oder den Dialog in offene Foren (11%) nutzen dagegen nur wenige Unternehmen.
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Chancen und Risiken der Netzwerkökonomie werden noch unterschätzt

Viele digitale Initiativen setzen einseitig auf kurzfristige, unmittelbare wirtschaftliche Effekte innerhalb der eigenen Organisation. Nur jeder siebte Teilnehmer bestätigte den Nutzen digitaler Technologien in der Bildung strategischer Allianzen mit externen Partnern oder in der Gewinnung neuer Ideen und Talente. Umgekehrt konnte jeder fünfte Chemiemanager die Frage, ob und wie sich sein Unternehmen gegen Cyber Attacken schütze, nicht beantworten.


Details zum Global Digital Survey

An der Studie beteiligten sich 50 führende Unternehmen der chemischen Industrie, darunter Spezialisten aus z.B. Petrochemie, Spezialchemie, Agrochemie und Industriegase ebenso wie breit diversifizierte Konglomerate oder Chemiedistribution. 79% der befragten Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. USD.
Der vollständige Bericht steht teilnehmenden Unternehmen exklusiv zur Verfügung. Wenn Sie an der regelmäßigen Studie teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die angegebenen Ansprechpartner.

Ansprechpartner

Roland Korte
Director | Strategy & Operations
Tel: +49 (0)211 8772 3253
rkorte@deloitte.de

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