WorldClass Magazin Verantwortung

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Gute Bildung für ein besseres Leben

Die WorldClass-Initiative von Deloitte unterstützt weltweit Projekte, die Menschen einen einfachen und besseren Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen – auch in Deutschland.

Allein die Fakten sind ernüchternd: Weltweit gehen 260 Millionen Kinder nicht zur Schule, 750 Millionen Erwachsene können weder lesen noch schreiben, 200 Millionen Menschen haben keine Arbeit. Und das in einer Zeit, in der Digitalisierung und Automatisierung unsere Welt weiter verändern werden. Mit anderen Worten: Wir alle stehen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. 

Wir von Deloitte sind überzeugt, dass diese Herkulesaufgaben nur gemeinsam angepackt werden können. Als globales Unternehmen mit Standorten in 150 Ländern stehen auch wir in der Pflicht, unseren Beitrag für ein gelingendes Morgen zu leisten, in dem möglichst viele Menschen ihre Potenziale für ein selbstbestimmtes Leben ausschöpfen können. Und dafür sind wir sehr gut aufgestellt: Mit über 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir ein starkes weltweites Team aus Experten mit einem exzellenten Fachwissen und der Bereitschaft, sich für benachteiligte Menschen einzusetzen. Ein Schatz, den wir mit unserer globalen Initiative WorldClass überall auf der Welt heben.

WorldClass Deloitte Deutschland

Das Ziel: Wir wollen mit WorldClass bis 2030 rund 50 Millionen Menschen erreichen, denen derzeit Zugang zu Bildung und Möglichkeiten zum Erlernen von zukunftsrelevanten Fähigkeiten fehlen. Ihnen wollen wir mit unserem Know-how helfen, jene Kompetenzen zu entwickeln, die sie in einer zunehmend digitalen Zukunft benötigen werden – und leisten so unseren Beitrag für ein erfolgreiches individuelles Leben, für mehr Chancengleichheit und für nachhaltiges Wachstum insgesamt. Im Rahmen der SDGs (Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen) fokussieren wir mit der Initiative demnach auf die drei Ziele „Hochwertige Bildung“ (SDG 4), „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ (SDG 8) und „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ (SDG 17).

Das setzen wir auch in Deutschland in die Tat um: Im Rahmen der WorldClass-Initiative wollen wir passgenau auf die länderspezifischen Anforderungen und Bedürfnisse eingehen und kooperieren daher mit zwei Sozialunternehmen – dies sind Serlo in München und die ReDI School in Berlin. Deloitte-Mitarbeitende unterstützen die beiden Organisationen dabei, ihre jeweiligen Ziele noch besser zu erreichen – und damit insbesondere mehr junge Menschen fit für die vierte industrielle Revolution zu machen.

 

Dort gab es unglaublich lernbegierige IT-Talente und auf der anderen Seite gibt es derzeit 124.000 offene IT-Stellen in Deutschland.

- Anne Kjær Bathel, Mitgründerin der ReDI School

 

Die ReDI School of Digital Integration hat dabei einen besonderen Ansatz gewählt. Alles begann im August 2015 mit einem Besuch der Co-Gründerin Anne Kjær Bathel in einem Flüchtlingsheim. Ihr fiel direkt ein Umstand auf, der sie zur Initiative inspirierte: „Dort gab es unglaublich lernbegierige IT-Talente“, stellte sie fest. „Und auf der anderen Seite gibt es derzeit 124.000 offene IT-Stellen in Deutschland.“ Ihre Schlussfolgerung lag auf der Hand. Heute bietet das gemeinnützige Sozialunternehmen 3- bis 4-monatige IT-Programme, Workshops und Corporate-Trainings-Projekte insbesondere für geflüchtete Menschen in Berlin, München und Kopenhagen an. Pro Semester besuchen rund 550 SchülerInnen aus 49 Ländern die Kurse, die meisten kommen aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea.

Dabei setzt die ReDI School auf externes Fachwissen und ein breites Netzwerk. Deloitte hilft seit 2018 dabei, die komplexe und bürokratisch anspruchsvolle Zertifizierung gemäß Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung zu meistern – die Voraussetzung, um als Bildungsträger für Bildungsgutscheine des Jobcenters anerkannt zu sein. „Ein Meilenstein“, sagt Anne Kjær Bathel.

 

Wir sind dankbar, das realisieren zu dürfen. Ich werde sicher in Zukunft mit offeneren Augen durch die Gegend laufen.
- Anna Stühmeier, Pro-bono-Beraterin im Projekt "ReDI Connect"

 

Außerdem engagieren sich Deloitte-Mitarbeitende ehrenamtlich an der Schule: Hadeer Nabil Mohammed, Software-Ingenieurin und Data Scientist im Bereich Risk Advisory, unterrichtet zum Beispiel die Programmiersprache Java. Andere Mitarbeitende haben Studierenden auf den HR-Summits der Schule beim Bewerber-Speeddating Fragen zum Jobeinstieg beantwortet. Und am Standort Düsseldorf kümmern sich zwei Mitarbeitende darum, die Matchmaking-Plattform „ReDI Connect“ an den Start zu bringen.

Die Plattform dient dazu, die Studierenden mit IT-Experten in Kontakt zu bringen. Und damit das auch professionell gelingt, gibt es Anna Stühmeier und Paula Schwabe bei Deloitte Digital in Düsseldorf. Die beiden Expertinnen haben die Grundversion der Plattform in gemeinsamen Meetings und nach Gesprächen mit Mentees und Mentoren in Berlin immer weiter entwickelt, sodass im Dezember des vergangenen Jahres ein erster Prototyp an ReDI übergeben werden konnte. Anna Stühmeier, zuständig für Experience Design and Mobile, konnte dafür drei Monate fulltime für das Projekt arbeiten, ihre Kollegin Paula Schwabe an festen Tagen. „Wir sind dankbar, das realisieren zu dürfen“, so Anna Stühmeier. Sie habe das „Superprojekt“ zum Anlass genommen, über das Thema Digitalisierung und gesellschaftliche Herausforderungen intensiv nachzudenken, und recherchiert, ob es vergleichbare Organisationen auch in der NRW-Landeshauptstadt gäbe. „Ich werde sicher in Zukunft mit offeneren Augen durch die Gegend laufen“, resümiert sie. 

So trägt Deloitte also nicht nur dazu bei, lösungsorientierten Projekten zu helfen und den dahinterliegenden Impact zu ermöglichen, sondern auch, die Awareness seiner Mitarbeitenden und ihre Sicht auf die Welt zu verändern. Denn darum geht es: Wir wollen uns mit unseren spezifischen und profunden Fähigkeiten und unserem Know-how einbringen, um gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen – und damit im Zusammenschluss mit anderen an einer nachhaltigeren und erfolgreicheren Welt bauen.

 

Und genau das gelingt auch durch eine weitere Kooperation: mit dem Serlo Education e.V. in München. Unter der kostenlosen und werbefreien Plattform serlo.org finden Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe einfache Erklärungen, Kurse, Lernvideos, Übungen und Lösungen zu diversen Schulfächern wie zum Beispiel Mathematik und den MINT-Fächern – also jene Fächer, die vor allem mit Nachhilfe-Unterricht, insbesondere Mathematik, bedient werden. Doch nicht nur: Auch das Thema Nachhaltigkeit hat seinen Platz und mit Serlo ABC auch ein Modul, das sich speziell an junge Geflüchtete wendet, um die deutsche Sprache zu erlernen. Die Vision: hochwertige Bildung für alle, in der jeder selbstständig und im individuellen Tempo lernen kann – eine Art Wikipedia fürs Lernen.

Die Relevanz dieses Engagements ist evident: Laut OECD-Studie können 20,5 Prozent der deutschen Schüler bestenfalls einfache Probleme lösen, ein Drittel fühlt sich „weniger gut“ oder gar „schlecht“ auf das Arbeitsleben vorbereitet und 45 Prozent der Schüler können nachvollziehen, wenn Unternehmen sie für nicht „ausbildungsreif“ halten. Kein Wunder also, dass Eltern in Deutschland laut Bertelsmann-Stiftung rund 880 Millionen Euro für Nachhilfeunterricht ausgeben. Das ist eine beachtliche Summe.

Da greift Serlo: Die Inhalte werden von ehrenamtlichen Helfern – zumeist Lehramtsstudierenden – im Rahmen eines Kriterienkatalogs generiert und nach einer Qualitätsprüfung eingestellt. Der Content kommt nicht nur Schülern zugute, sondern wird immer öfter auch von Lehrerinnen und Lehrern für den Unterricht genutzt. Mittlerweile finden sich seit Gründung 2009 und dem Online-Start 2011 rund 15.000 Inhalte auf der Seite, jeden Monat greifen über eine Million Unique Users auf sie zu – das sind zehn Prozent aller Schüler in Deutschland. Tendenz: stark steigend.

 

Wir wollen ein Bildungssystem schaffen, das Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum bietet und sie gleichzeitig gut auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet.
- Simon Köhl, Co-Gründer von Serlo Education

 

„Wir wollen ein Bildungssystem schaffen, das Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum bietet und sie gleichzeitig gut auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet“, sagt Co-Gründer Simon Köhl. Sein Team umfasst heute 74 Mitglieder, davon sind acht hauptamtlich tätig, der Großteil arbeitet ehrenamtlich in ganz Deutschland verteilt, darunter 40 Autoren. Langfristig will Serlo neue didaktische Ansätze in die Lehrpläne und in die Ausbildung neuer Lehrerinnen und Lehrer integrieren.

Und die neuen Pläne sind nicht auf Deutschland beschränkt: Derzeit arbeitet das Team daran, Kriterien für eine Internationalisierung zu entwickeln und herauszufinden, wo global eine hohe Bildungsungerechtigkeit herrscht. Auch auf diesem Weg wollen wir uns als internationales Unternehmen mit unserer Expertise und technologischer Kompetenz in Zukunft einbringen.

Neben diesen Vorhaben engagiert sich Deloitte auch finanziell bei beiden Initiativen. Wenn es nach Simon Köhl geht, könnte es in Zukunft aber auch möglich sein, sich wie Wikipedia über Kleinstbeiträge zu refinanzieren. „Eine Bezahlschranke wird es niemals geben“, verspricht er. „Das würde unserem ganzen Anspruch widersprechen.“ Und eben darum geht es beiden Initiativen und Deloitte: Menschen einen einfachen und besseren Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen.

 

Erschienen im Magazin „Verantwortung“ des F.A.Z.-Instituts (Ausgabe Mai 2020).

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