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Innovative Ideen für Bildung!

Der Hidden Movers Award ist ein seit 2010 von der Deloitte-Stiftung ausgeschriebener Bildungspreis mit dem Ziel, innovative Bildungsideen für junge Menschen in Deutschland zu entdecken, zu fördern und bekannt zu machen. Unter dem Motto „Weil alle gewinnen, wenn Bildung gewinnt“ hat der Wettbewerb in den vergangenen fünf Jahren bereits 26 herausragende Projekte prämiert und sich als Plattform für kreatives Bildungsengagement etabliert. 

2015 rückt der Wettbewerb das Thema „Sozialunternehmertum für Bildung“ in den Mittelpunkt der Ausschreibung. Während es im Kern unverändert um die Förderung von exzellenten Bildungsinitiativen zum Wohle junger Menschen geht, sollen ab 2015 (angehende) Sozialunternehmer ausgezeichnet werden, die eine nachhaltige, gemeinnützige und innovative Geschäftsidee für ein (geplantes) Sozialunternehmen entwickelt haben, das junge Menschen im Bildungsbereich aktiv unterstützt.

Die besten Ideen werden mit insgesamt 75.000 Euro öffentlich ausgezeichnet, wovon 25.000 Euro seitens der Kutscheit Stiftung für den im Rahmen des Wettbewerbs vergebenen Sonderpreis „Sprachförderung“ bereitgestellt werden. Die Preisgelder können auch als Start- bzw. Wachstumskapital für das sich bewerbende Sozialunternehmen ausgelobt werden.“

Neu in der Dotierung des Hidden Movers Award 2015 ist die kompetente Beratung der Gewinner bei der Gründung bzw. Weiterentwicklung ihrer sozialen Idee durch Deloitte-Mitarbeiter. Zusätzlich erwarten die Gewinner individuelle Gründerseminare und Coachings, organisiert und durchgeführt von der Social Entrepreneurship Akademie.

 

Unternehmerisch handeln zum Wohl der Gesellschaft

Interview mit Andy Goldstein, Mitgründer und Geschäftsführer der Deloitte Digital GmbH sowie Mitgründer und Direktor der Social Entrepreneurship Akademie, München. 

Herr Goldstein, was genau ist Social Entrepreneurship?

Social Entrepreneurship, übersetzt Sozialunternehmertum, ist unternehmerisches Handeln zur Verbesserung gesellschaftlicher Missstände. Es baut auf den drei Pfeilern „People“, „Planet“ und „Profit“ auf – gründet also genauso stark auf dem Wohl von Mensch und Umwelt wie auf einem nachhaltigen, Gewinn bringenden Geschäftsmodell. Dementsprechend wird der Erfolg solcher Unternehmen nicht nur an finanziellen Erträgen, sondern vor allem am gesellschaftlichen Nutzen bewertet. Durch die intelligente Kombination von verantwortlichem Denken und unternehmerischem Handeln können Social Entrepreneurs ganzheitliche Lösungsansätze für aktuelle gesellschaftliche Probleme finden und erfolgreich umsetzen.

Inwiefern ist Social Entrepreneurship wichtig für die Gesellschaft?

Am Anfang eines sozialen Geschäftsmodells steht der Mensch. Das Unternehmen und die Menschen, die darin arbeiten, widmen ihre Ressourcen und ihre Zeit Ideen, Produkten und Dienstleistungen, die unser tägliches Leben besser machen. Soziale Unternehmer sehen auch Talente in Menschen, die sonst in der Gesellschaft oft außen vor bleiben. So hat ein Unternehmen, das Computer-Software testet, erkannt, dass autistische Menschen dafür perfekt geeignet sind, weil sie über eine besonders hohe Konzentrationsfähigkeit verfügen. Die Stellen, die sie daraufhin für Autisten geschaffen haben, helfen allen: dem Unternehmen, das hervorragende Mitarbeiter gewonnen hat und den autistischen Menschen, die nun dank ihrer Berufstätigkeit ein erfüllteres Leben führen können. 

Ein anderes Beispiel ist "Helping Hands". In diesem Sozialunternehmen führen blinde Frauen die tastende Brustkrebs-Vorsorge durch und das hat viele Vorteile. Sie helfen den Medizinern, die nur zwei Minuten Zeit für diese Untersuchung haben. Die Patientinnen profitieren davon, dass sich eine Frau mit sehr hoher taktiler Wahrnehmung viel Zeit für sie nimmt. Und die blinden Frauen haben das wunderbare Gefühl, mit ihren besonderen Fähigkeiten einen echten Beitrag zu Gesundheit und Gesellschaft leisten zu können.

Was Wirtschaftsunternehmer in die Geschäftswelt bringen, bewirken Sozialunternehmer für den gesellschaftlichen Wandel. Sie hinterfragen die aktuelle Situation, suchen nach neuen Lösungen und geben nicht auf, bis sie die Welt mit ihrem Handeln ein wenig besser gemacht haben. 

Warum engagieren Sie sich für Social Entrepreneurship?

Es ist meine feste Überzeugung, dass Menschen motivierbar sind, das Beste aus sich zu machen, das sie werden können. Ich selbst habe mit 22 meine erste Firma gegründet und viel gelernt auf dem Weg, Unternehmen erfolgreich zu machen. Heute möchte ich mit diesen Erfahrungen andere zu ihrem eigenen Erfolg inspirieren. Ich will jungen Menschen dabei helfen, manches nicht zu machen, was zu Fehlern führt, und anderes schneller zu machen, was zu guten Ergebnissen führt. Daher habe ich schon früh begonnen, an der Universität zu lehren. Als sich die Gelegenheit ergab, die Social Entrepreneurship Akademie zu gründen, war das genau das richtige Projekt für meine Leidenschaft, Menschen zu inspirieren, und so wurde ich selbst Social Entrepreneur. George Bernhard Shaw sagt das sehr schön:

„I am of the opinion that my life belongs to the whole community and as long as I live it is my privilege to do for it whatever I can.”

JUNIOR-Wettbewerb 2015

Rund 640 Schüler-Unternehmen beteiligen sich in diesem Schuljahr am JUNIOR-Programm des IW Köln. Am 25. Juni 2015 empfängt eine hochrangig besetzte Jury aus Wirtschaft und Politik die besten 15 JUNIOR-Unternehmen, die als Sieger aus ihren Landeswettbewerben hervorgehen, zum Bundeswettbewerb. Dieser findet auch dieses Jahr beim Bundessponsor BMWi, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, in Berlin statt.

Neben der langjährigen Unterstützung von JUNIOR durch die Deloitte-Stiftung hat das Unternehmen Deloitte in diesem Jahr erneut den Sonderpreis für den besten Geschäftsbericht ausgeschrieben. Hier können die Jungunternehmer zeigen, was sie in ihrem JUNIOR-Geschäftsjahr über Geschäftsideen, Bilanzen, Gewinne, Marketing, Organisation, Team-Building und Netzwerken gelernt haben.

Unterstützt werden sie dabei von ihren Lehrkräften und ehrenamtlich tätigen Wirtschaftspaten. Einer von ihnen, Deloitte-Mitarbeiter Jens Hamberger aus München, erzählt im Interview von seinen Erfahrungen.

Von Menschen aus dem aktiven Berufsleben lernen

Interview mit Jens Hamberger, Wirtschaftspate für das JUNIOR-Unternehmen GetOrganized.BB am Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen

Herr Hamberger, wie sind Sie Wirtschaftspate geworden?

Ich habe den Aufruf im Deloitte-Intranet gesehen und mich gemeldet, weil es mir persönlich wichtig ist, Schülern etwas mitzugeben, das ich selbst in meiner Schulzeit sehr vermisst habe: die Möglichkeit, von Menschen aus dem aktiven Berufsleben „draußen“ zu lernen.

Was genau macht „Ihr“ JUNIOR-Unternehmen?

Das Team von GetOrganized.BB entwickelt personalisierte Schülerkalender, die jungen Leuten helfen sollen, sich selbst zu organisieren. Das Besondere an diesen Terminplanern ist, dass sie nicht wie im Laden auf die breite Masse ausgelegt sind: Jede Schule kann den Planer nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten, mit Mottos, Leitbildern und Schulwappen. Das stärkt das Verbundenheitsgefühl der Schüler gegenüber ihrer Schule. Trotzdem ist das Produkt von jungen Menschen für junge Menschen gemacht und trifft den Geschmack seiner Zielgruppe.

Was bringt die Wirtschaftspatentätigkeit den Jugendlichen und Ihnen selbst?

Ich begleite das Team seit Oktober sowohl vor Ort als auch per E-Mail. Zurzeit läuft die Erstellung des Jahresabschlusses, vorher habe ich die jungen Leute schon bei verschiedenen Projektschritten unterstützt, z.B. bei der Organisation und Verteilung der Unternehmensfunktionen, bei der Frage, wie man am besten Kunden akquiriert, oder wie man Werbepartner findet. Ich habe die Jugendlichen dabei als sehr engagiert und neugierig erlebt. Ich bin davon überzeugt, dass diese frühe Begegnung mit unternehmerischen, außerschulischen Themen ihnen Lust auf Wirtschaft und Beruf macht. Und das ist etwas, was die Schule dringend braucht. Mir selbst macht mein Engagement viel Freude. Ich kann mir gut vorstellen in Zukunft, wieder Wirtschaftspate zu sein.

Stipendium für herausragende Studierende

Im Stipendienprogramm der Deloitte-Stiftung profitieren die Teilnehmer von einer finanziellen monatlichen Unterstützung. Nach dem ersten Förderjahr kann das Stipendium um ein weiteres Jahr verlängert werden. Darüber hinaus lädt die Deloitte-Stiftung einmal im Jahr alle Stipendiaten zu einem Stipendiatentag nach Düsseldorf ein, an einigen Standorten finden auch auf regionaler Ebene regelmäßige Stipendiatentreffen statt. Die Kooperation mit dem Unternehmen Deloitte eröffnet interessierten Programmteilnehmern zahlreiche Möglichkeiten, sich für Workshops oder Praktika im Unternehmen zu bewerben und dabei wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln.

Im letzten Förderjahr haben 71 Studierende der Wirtschaftswissenschaften an 20 Hochschulen in Deutschland am Stipendienprogramm der Deloitte-Stiftung teilgenommen.

Auch im kommenden Förderjahr wird die Deloitte-Stiftung wieder parallel zur Individualförderung der Studierenden die wissenschaftliche Arbeit der beteiligten 28 Lehrstühle mit einer institutionellen Förderung begleiten. Damit wollen wir nicht nur besonders talentierte Menschen individuell unterstützen, sondern auch einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes Deutschland leisten.

Erfahren Sie mehr zu den Studienstipendien der Deloitte-Stiftung.

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