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Stiftungs-Newsletter | April 2018

Neue Perspektiven für junge Menschen

Weil alle gewinnen, wenn Bildung gewinnt. Jetzt bewerben für den Hidden Movers Award 2018 der Deloitte-Stiftung! Das erwartet Sie im aktuellen Newsletter: Hintergrundinformationen zum Bildungswettbewerb, Erfahrungsberichte aus der Pro-bono-Beratung, Neues zum Stipendienprogramm sowie Aktuelles zum Projekt "Wie zusammenleben? Wertebildung interkulturell!".

Der Hidden Movers Award 2018

Mut machen. Werte schaffen. Zukunft sichern.

Alles das kann nur Bildung! Deshalb sucht die Deloitte-Stiftung auch 2018 wieder kreative, spannende, inspirierende und leidenschaftliche Bildungsideen, die jungen Menschen zum Erfolg verhelfen. Das Themenspektrum ist breit: Es deckt gesellschaftliche Herausforderungen wie Integration und Wertebildung ebenso ab wie neue kulturelle und politische Werkzeuge. Auch außergewöhnliche Ideen rund um Aus- und Weiterbildung zählen.

Besonders gefragt sind wieder Projekte für Zielgruppen, die im Bildungsalltag eher am Rand stehen, beispielsweise Jugendliche mit Migrationshintergrund, junge Frauen aus Ländern, wo noch keine Gleichberechtigung herrscht, oder junge Menschen aus sozial herausfordernden Kontexten. 

Das Spannende am Wettbewerb der Deloitte-Stiftung: Jeder kann sich mit einer Idee bewerben, die Unterstützung zur Umsetzung braucht. Oder mit einem bereits erfolgreich gestarteten Projekt, das weiter wachsen soll. In beiden Fällen wird den Preisträgern nicht nur das Preisgeld bei der Erreichung ihrer Ziele helfen. Sie erhalten zusätzlich ein maßgeschneidertes Coaching der Social Entrepreneurship Akademie sowie individuelle Pro-bono-Beratung rund um Organisation, Unternehmensentwicklung und Finanzierung von engagierten Deloitte-Experten. 

Die Gewinner werden von einer Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medienvertretern ausgewählt. Die feierliche Preisverleihung findet im November 2018 in München statt.  

Hier können Sie sich noch einmal die Gewinner-Videos 2017 und den Film zur Preisverleihung anschauen.

Kooperative Produktionsschule | Hidden-Movers-Gewinner 2017 | Sonderpreis Sprachförderung der Kutscheit Stiftung

Bei der Initiative Kooperative Produktionsschule (KoPro) können sich anerkannte Flüchtlinge nicht nur in unterschiedlichen Handwerken erproben. Sie sammeln zudem in Berufspraktika erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und bereiten sich mit Sprachförderung auf ihren Berufseinstieg vor. 

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Der stellv. Geschäftsleiter Timm Margenfeld berichtet darüber, was der Preisgewinn für ihn und sein Team verändert hat.

Herr Margenfeld, was hat sich seit dem Gewinn des Hidden Movers Award bei KoPro getan?

Als Erstes bringt so eine sichtbare Trophäe natürlich große Auswirkungen auf Mitarbeiter und Beteiligte. Alle sind stolz! Wir fühlen uns bestätigt: Was wir tun, wird gesehen und wird wahrgenommen! Die Teilnehmerzahlen sind stark gestiegen und wir haben herausgefunden, wie wirklich einzigartig unsere Geldgeber und Partner in der Region unser Projekt finden. Einige Geldgeber haben uns mittlerweile bereits für das nächste Förderjahr ihre Unterstützung signalisiert. Das heißt, es geht auf jeden Fall weiter mit KoPro. Wir konnten einen neuen Mitarbeiter einstellen und haben jetzt mehr Zeit für eine noch intensivere Betreuung unserer Teilnehmer. Das ist sehr wichtig. In den Medien wird immer von „den Flüchtlingen“ gesprochen. Aber hinter jedem Geflüchteten steckt ein Mensch. Sie alle bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit und brauchen individuelle Unterstützung, vor allem im Bildungsbereich. Aber auch wir selbst als KoPro profitieren enorm vom Preisgewinn. Viele Organisationen wissen jetzt, dass es uns gibt und was wir tun – das hilft uns enorm für unsere Zukunft. 

Welche Zukunft planen Sie bei KoPro?

Gerade schaffen wir acht neue Arbeitsplätze in unserer Holzwerkstatt. Diese wird mit Hilfe weiterer Spenden umfangreich modernisiert und bietet nun die Möglichkeit eine professionelle Produktionsplanung umzusetzen.

Zudem haben wir im Workshop und in der Zusammenarbeit mit der Deloitte-Stiftung neue Unternehmerimpulse bekommen. Darauf aufbauend wollen wir jetzt auch unseren Vertrieb professionell aufstellen, um uns eine weitere Finanzierungssäule aufzubauen: Abnehmer für die Stehtische, Vogelhäuschen und Hochbeetgärten, die in unseren Werkstätten entstehen, hatten wir zwar bereits. Aber jetzt planen wir zusätzlich einen Katalog und neue, ökologisch nachhaltige Produkte für den Urban-Gardening-Trend. So wollen wir aus der Projektfinanzierung in eine Regelfinanzierung kommen, um Sicherheit für unsere Mitarbeiter und unsere Planung zu erreichen. 

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den Pro-bono-Beratern?

Uns beflügelt die Kooperation! Jedes Mal merken wir, dass wir weiter vorankommen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir sehr viel bewegt. Es macht allen viel Spaß, wir sind eine super Mischung und ergänzen uns hervorragend. Vor allem auch deshalb, weil wir uns auf Augenhöhe begegnen und jeder in seiner Meinung gehört wird. Gemeinsam haben wir die Ziele für unsere Zusammenarbeit definiert und setzen das jetzt Schritt für Schritt um. Für uns ist das eine enorm wichtige Unterstützung, weil wir uns so zielgerichtet für Erfolg im realen Markt aufstellen können. Das wiederum steigert die Wahrnehmung des Beitrags, den Geflüchtete in unserer Gesellschaft leisten können.

Es geht nicht nur um Zahlen. Es geht um Menschen!

Lena Wanjek ist Senior Consultant bei Deloitte Hannover und Teil des Pro-bono-Teams, welches KoPro seit dem Preisgewinn im November unterstützt. Sie erzählt, wie sie die Zusammenarbeit erlebt.

Frau Wanjek, warum engagieren Sie sich pro bono?

Für mich ist dieser Perspektivwechsel wichtig: Auf der einen Seite helfe ich tagtäglich Unternehmen dabei, ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Und auf der anderen Seite trage ich dazu bei, eine gute Sache voranzubringen. Es ist mir persönlich wichtig, auch Gutes für Menschen und Gesellschaft zu leisten. Mir hilft das, innezuhalten und die Werte zu achten, auf die es mir persönlich ankommt. Soziales Engagement ist ein gutes Gegengewicht in unserer schnellen Welt. Außerdem macht es mich aufmerksamer für all die großartigen Dinge, die in meiner Heimatstadt Hannover passieren. 

Welchen Einfluss hat Ihre Pro-bono-Tätigkeit auf Ihre Arbeit?

Sie gibt mir wichtige Impulse, mich immer wieder selbst zu hinterfragen, aus welchen Beweggründen ich für die Kunden arbeite. Ich kann wirksamer über den Kreislauf der Gewinnmaximierung hinausschauen und sehen, welche Auswirkungen Veränderungen nicht nur auf die Zahlen haben, sondern auch auf die Menschen in den Organisationen. Denn darum geht es ja am Ende: Was wir tun, soll den Menschen nützen.

Welchen Tipp geben Sie zukünftigen Pro-bono-Beratern?

Das Wichtigste ist, sich ganz auf das „Andere“ einzulassen. Es ist so spannend, andere Menschen, andere Beweggründe, andere Hintergründe, ganz andere Ansätze kennenzulernen. Im Grunde prallen hier zwei verschiedene Welten aufeinander: Auf der einen Seite die klassische Unternehmensberatung und auf der anderen Seite gemeinnützige Projekte, die einen sozialen Mehrwert anstreben. Wichtig ist, dass man Interesse mitbringt und das Projekt richtig kennenlernt. Wir haben das KoPro-Team erstmals bei der Preisverleihung und im Workshop erlebt. Als wir dann bei ihnen vor Ort waren, hat das einen tieferen Bezug geschaffen und wir konnten noch mehr schätzen, was sie bereits geleistet haben. Es ist in der Zusammenarbeit wichtig, eine gemeinsame Sprache zu finden und aufeinander einzugehen. Das hat von Anfang an wunderbar funktioniert. Sie haben es uns so einfach gemacht, etwas an Menschen zurückzugeben, die es schwerer haben als wir selbst. Oft verlangt das einem nur ganz wenig ab. Aber man bekommt so viel zurück! 

Ganzheitlich fördern: Die Deloitte-Stiftung erweitert ihr Stipendienprogramm

Die moderne Berufswelt wird immer vernetzter. Die Zahl der Projekte, in denen Fachleute unterschiedlichster Disziplinen zusammenarbeiten, steigt stetig. Der Blick über den fachlichen Tellerrand ist mittlerweile zu einer unabdingbaren Voraussetzung für Erfolg geworden. Ein Anlass für die Deloitte-Stiftung, ihr Stipendienprogramm zu erweitern: Im Wintersemester 2018/2019 nehmen erstmals drei MINT-Lehrstühle am Programm teil. 

Die Bezeichnung MINT fasst Unterrichts- und Studienfächer beziehungsweise Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zusammen. 

„Mit der MINT-Erweiterung tragen wir den zunehmend interdisziplinären Anforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung. Wir freuen uns sehr, die fünf neuen MINT-Lehrstühle in unserem Programm begrüßen zu dürfen, und sind schon sehr gespannt auf unsere neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten.“ Professor Dr. Wolfgang Grewe, Vorstandsvorsitzender der Deloitte-Stiftung

Damit erweitern nun MINT-Lehrstühle an der HTW Berlin, der TU Berlin und an der TU München den Kreis der bislang am Programm teilnehmenden Lehrstätten auf deutschlandweit 31 Lehrstühle an insgesamt 20 Universitäten.

Hier geht’s zur Bewerbung (die Bewerbung ist möglich an teilnehmenden Lehrstühlen vom 30. April bis 30. Juni 2018).

Zusammenleben!

Wenn Integration gelingen soll, wenn Demokratie aktiv gelebt werden will, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt im Land für alle funktionieren soll, dann kann das nur gelingen, wenn alle einander verstehen und sich in ihren Werten respektiert fühlen. 

Dieses interkulturelle Werteverständnis will das Projekt der Deloitte-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Globale Fragen an der Hochschule für Philosophie München stärken. Gerade angesichts der aktuellen Integrationsherausforderungen sind Akzeptanz, Verständnis und Respekt gegenüber dem jeweils kulturell Anderen wichtiger denn je. 

Der alles entscheidende Schlüssel dazu heißt Bildung. Bildung schafft die Voraussetzungen für die eigene Entwicklung ebenso wie für die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Dazu gehört natürlich die klassische Aus- und Weiterbildung an Schulen, Universitäten und Bildungsstätten. Aber auch weiter gefasste Themen des gesellschaftlichen Miteinanders wie Politikverstehen, Werte-Bildung, Kommunikationsgeschick und Respekt für Werte, die anders sind als die eigenen.

In diesem spannenden Kontext entwickelt das Projekt Weiterbildungsangebote für die interkulturelle Werte-Bildung. Geschult werden Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit sowie Multiplikatoren – aber auch Geflüchtete selbst. In den ersten Runden hat sich gezeigt, dass der Erfolg umso größer ist, je diverser die Gruppen sind. Erreicht werden soll, dass Menschen die Wertvorstellungen anderer nicht nur wahrnehmen und im Idealfall akzeptieren, sondern sie auf einer tieferen Ebene verstehen und respektieren. 

Nach der erfolgreichen Pilotphase soll nun das Projekt bis Mitte 2019 weiter ausgebaut und deutschlandweit skaliert werden. Parallel werden Parameter zur Messung der Wirksamkeit von Kursen und Methoden entwickelt. 

Weitere Informationen zum Projekt und zum aktuellen Projektstatus

Bildung braucht Mitmacher!

Engagement für Bildung – das ist es, was alle Projekte der Deloitte-Stiftung verbindet. Bildung ist nicht möglich ohne Vorbilder: Lehrer, die an andere weitergeben, was sie selbst gelernt haben. Mentoren, die junge Menschen auf einem Weg begleiten, den sie selbst erfolgreich beschritten haben. Unterstützer, die mit Ressourcen aus ihrem eigenen Erfolg andere weiterbringen. 

Wenn eines unserer Projekte Sie begeistert und Bildung für Sie wichtig ist, dann leisten Sie einen Beitrag dazu, dass es weitergehen kann. Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung. Sprechen Sie uns an: info@deloitte-stiftung.de