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"Es ist toll, wenn man selbst noch dazu lernt, wenn man lehrt."

Marie-Christine Huss studiert BWL an der Universität Mannheim mit dem Schwerpunkt Accounting & Finance. Gerade hat sie das zweite Semester ihres Master-Studiums in Management abgeschlossen. 

Frau Huss, engagieren Sie sich neben Ihrem Studium?

Seit meinem Bachelor-Studium bin ich studentische Hilfskraft am Lehrstuhl. Im letzten Semester habe ich ein Tutorium für Bachelor-Studenten gehalten im Bereich International Financial Accounting. Das ist ein Thema, das mich selbst sehr interessiert. Ich hatte den Kurs im Jahr zuvor belegt und war überrascht über die neuen Fragen, die mir gestellt wurden. An die hatte ich damals selbst gar nicht gedacht. Es ist toll, was man selbst noch dazulernt, wenn man lehrt. Es ist mir wichtig, mir während meiner Studienzeit möglichst viel Wissen anzueignen. Dazu gehört für mich auch, zu sehen, wie die Dinge in anderen Ländern laufen. Während meines Bachelor-Studiums habe ich ein Semester in Singapur an einer Partneruniversität studiert. Für das nächste Jahr plane ich ein weiteres Auslandssemester in Dänemark. 

Was war die größte Herausforderung in Ihrem Studium?

Am Anfang war der Konkurrenzdruck für mich schwierig. Es gibt sehr viele, sehr ambitionierte und intelligente Kommilitonen. Da ist die Gefahr groß, in der Masse unterzugehen. Später wurde das leichter für mich: aus dem Konkurrenzdruck wurde ein Ansporn, sich aktiv über die eigenen Grenzen hinaus zu entwickeln. Wir unterstützen uns inzwischen gegenseitig und das macht viel Spaß. In diesem Zusammenhang habe ich auch mein Stipendium sehr zu schätzen gelernt. Es bietet mir hervorragende Gelegenheiten, mit Menschen aus der Wirtschaft in Kontakt zu kommen und wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln. Im Winter habe ich ein Praktikum im Audit-Bereich bei Deloitte machen können. Das war gut, denn ich konnte die Theorie, die ich an der Uni gelernt habe, in der Praxis umgesetzt sehen. 

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Ich habe noch ein Jahr Zeit für die Berufsentscheidung, aber ich weiß jetzt schon, dass ich etwas machen möchte, wo ich meine Kompetenzen einsetzen und mich weiterentwickeln kann. Im Ausland zu arbeiten, könnte ich mir auch gut vorstellen.  

Mehr über das Stipendienprogramm erfahren Sie hier.

"Gemeinsam können internationale Herausforderungen effizienter gelöst werden."

Das duale Studium ist ein Erfolgsmodell: Aktuell nutzen fast 95.000 junge Menschen die Möglichkeit einer kombinierten wissenschaftlichen und praktischen Ausbildung in über 1500 dualen Studiengängen, mehr als 41.000 Unternehmen engagieren sich als Ausbilder in diesem Angebot. Während ihres Studiums haben die dual Studierenden eine Doppelstellung: Sie sind ordentlich immatrikulierte Studierende der Hochschule und zugleich Mitarbeiter des ausbildenden Unternehmens.

Herr Prof. Dr. Danne, was macht das Wissenschaftliche Zentrum Duales Hochschulstudium und was sind die Ziele?

Das Zentrum betreibt alle dualen Studiengänge der Hochschule im Bereich Betriebswirtschaft und Ingenieurwesen, um den teilnehmenden Unternehmen einen kompetenten Ansprechpartner quer über alle Fächer und Themen bieten zu können. Unser Modell macht besonders, dass es sich um eine Public Private Partnership handelt, die von drei Partnern getragen wird: der THM, dem Competenz Centrum Duales Hochschulstudium (CCD, Wirtschaftsverein der teilnehmenden Firmen) und dem Kammerverbund Mittelhessen. Alle drei Partner arbeiten eng zusammen bei Durchführung und Weiterentwicklung der dualen Studiengänge. Unser klares Ziel ist, die Studierenden in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt handlungsfähig und erfolgreich zu machen. Das kann die Hochschule heute nicht mehr allein, dazu braucht es eine enge Kooperation mit der betrieblichen Praxis. 

Für wen eignet sich das duale Studium, erschließt es neue Zielgruppen?

Das duale Studium eignet sich besonders für die Fächer Ingenieurwesen, BWL und IT. Gezielt von der Wirtschaft nachgefragt wurde die duale Bauwirtschaft. Neu kommt nun das Medizinwesen dazu. Die dual Studierenden sind in der Regel junge Menschen mit einer klaren Orientierung: Sie wollen nach Abschluss des Studiums sofort in die Praxis einsteigen. Knapp 50 Prozent haben schon eine Ausbildung absolviert und nutzen das Studium als nächsten Karriereschritt. Ein Vorteil beim dualen Studium: Man verdient parallel zum Studium eigenes Geld. Und die Erfolgsquote ist hoch: 95 Prozent unserer Studierenden schließen ihr Studium erfolgreich in der Regelstudienzeit ab und werden danach auch von den Unternehmen übernommen. Auch für die Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, ist das duale Studium hochattraktiv. Die Unternehmen können die Studierenden drei Jahre lang in unterschiedlichen Aufgabenstellungen beobachten und haben dann nach Ende des Studiums Mitarbeiter, die sofort zum Unternehmenserfolg beitragen. 

Wird sich auch das duale Studium weiterentwickeln?

Davon bin ich fest überzeugt. Laborforschung findet heute schon häufig nicht mehr allein in den Hochschulen, sondern zunehmend in den Unternehmen statt, wobei auch die Unternehmen erkennen, dass es sich für sie lohnt, enger vernetzt mit den Hochschulen zu kooperieren. Gemeinsam können Fördermöglichkeiten besser genutzt und viele internationale Herausforderungen effizienter gelöst werden. 

Zudem bietet das duale Studium die ideale Form des Wissenstransfers. Wir haben im Moment 1.200 Studierende. Jeder von ihnen absolviert, betreut von einem Professor und dem betrieblichen Betreuer, fünf Praxisphasen in der Wirtschaft. Wir erleben sehr oft, dass die dabei entstandenen Ergebnisse unmittelbar im Unternehmen umgesetzt werden. Das sind 6.000 wissenschaftliche Arbeiten mit Praxisbezug allein in unserer Region. Diese Arbeiten werden präsentiert, dazu laden wir alle Partnerfirmen ein. Die Unternehmen erfahren neueste Erkenntnisse, können sich untereinander und mit den Professoren austauschen. Das fördert neue Ideen und Ansätze. 

Persönlich denke ich, dass die Hochschule gefordert ist, eine neue individuelle Ansprache für ihre Studierenden zu finden, gerade auch in Zeiten neuer Technologien. E-Learning und Blended Learning sind gute Konzepte, aber sie können nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Diesen sehe ich als unabdingbare Voraussetzung für Studienerfolg. Und die Zahlen geben uns Recht: Seit 2001 sind wir stetig gewachsen, von 30 Studierenden und 15 Partnerfirmen auf 1.200 Studierende und mittlerweile über 600 Partnerfirmen. Ich glaube, nichts belegt besser die Attraktivität dieses Studienmodells. 

"Es ist wichtig, dass ich da den Überblick behalte"

Denise Özdas aus dem JUNIOR-Unternehmen „GetOrganized.BB“ in Böblingen berichtet, wie sie ihr JUNIOR-Jahr erlebt hat. „GetOrganized.BB“ hat spezielle Terminplaner für Schüler entwickelt. Wie schon der Name der Firma verrät, sollen die Planer den Schülern dabei helfen, sich besser zu organisieren. Auch der Eintrag schulspezifischer Termine in den Kalender ist möglich – für ein starkes Wir-Gefühl! 

Denise, was ist deine Aufgabe in eurem JUNIOR-Unternehmen?

Ich bin die Vorstandsvorsitzende und zuständig für Organisation und Führung unserer Firma. Ich bin auch Schlichterin, wenn es mal unterschiedliche Meinungen gibt. Und ich führe die Beiträge der Leiter unserer Abteilungen, wie Produktion oder Marketing, zusammen, z.B. für Präsentationen oder den Geschäftsbericht. Wir treffen uns jede Woche freitags nach der Schule und besprechen, was jeder gemacht hat und was noch erledigt werden muss. Es ist wichtig, dass ich da den Überblick behalte. Ich habe gemerkt, wie schwierig es ist, eine ganze Gruppe zu einem gemeinschaftlichen Entschluss zu bringen. Jeder denkt doch anders und hat seine eigene Meinung, aber wir kommen nur weiter, wenn wir einen Konsens finden. Mir macht meine Aufgabe auf jeden Fall sehr viel Spaß. Es ist toll, wenn man merkt, dass man etwas bewegen kann. 

Was hast du von eurem Wirtschaftspaten gelernt?

Es ist nicht leicht, ein Unternehmen zu leiten, man braucht viel Zeit und man muss immer am Ball bleiben, wenn man möchte, dass die Dinge weitergehen. Unser Wirtschaftspate von Deloitte, Herr Hamberger, hat an mehreren unserer Sitzungen teilgenommen und uns viele Dinge aus der Praxis beigebracht. Wir konnten ihn anrufen, wenn wir Fragen hatten. Mir hat er Tipps für die Unternehmensführung gegeben. Zum Beispiel hat er mir gesagt, dass man sich manchmal sehr stark dafür einsetzen muss, seine Ziele zu erreichen. Er hat uns auch geholfen beim Geschäftsbericht. Dazu hat er den Geschäftsbericht von Deloitte mitgebracht und uns erklärt, was wichtig ist. Er hatte in manchem eine andere Perspektive als unsere Lehrerin, die uns auch sehr geholfen hat. Zum Beispiel hat er uns spannende Dinge zu Farben, Psychologie und Layout erzählt, die auch für einen guten ersten Eindruck wichtig sind. 

Was waren die Tiefpunkte, was die Höhepunkte eures JUNIOR-Jahrs?

Das Schwierigste war auf jeden Fall die Kundensuche. Wir hatten unseren Planer auch anderen Schulen angeboten, jedoch erst einmal Absagen bekommen. Aber wir bleiben dran und an unserer Schule ist das Projekt bereits jetzt ein Erfolg: Wir haben 275 Bestellungen, die demnächst ausgeliefert werden. Ein Höhepunkt war unsere Tanzpräsentation auf der JUNIOR-Messe in Sindelfingen, das hat richtig Spaß gemacht. Und natürlich war auch der Moment besonders, als wir zum ersten Mal den Prototyp unseres Planers in Händen hatten. Da konnten wir sehen, was wir erreicht haben. Ich persönlich finde JUNIOR ein sehr gutes Projekt. Ja, man braucht viel Zeit und es ist nicht einfach. Aber es macht auch ganz viel Spaß und ist so anders als die sonstigen Schulprojekte. Für mich ist das viel näher dran am wahren Leben. 

Sie möchten mehr über „GetOrganized.BB“ erfahren? Hier geht’s zur Homepage des JUNIOR-Unternehmens. Dort finden Sie auch einen kleinen Film über die Tanzpräsentation der Schüler auf der JUNIOR-Messe in Sindelfingen.

Wenn Sie gerne noch einmal das Interview mit dem Deloitte-Wirtschaftspaten Jens Hamberger zum Thema lesen wollen, klicken Sie hier

Mehr über JUNIOR erfahren Sie hier.

Wirkungsvoll

Jung, mutig und ziemlich cool - das sind die Menschen aus den Bildungsprojekten der Deloitte-Stiftung! Was sie bewegt und wie sie auf beeindruckende Weise ihre Zukunft gestalten, erfahren Sie im neuen Tätigkeitsbericht der Deloitte-Stiftung. Unter dem Motto "Wirkungsvoll" blicken wir zurück auf ein erfolgreiches Stiftungsjahr 2014. Überzeugen Sie sich selbst! 

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