Hidden Movers Award 2017

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Wir präsentieren unsere Gewinner

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Hidden Movers Award 2017

Ohne Bildung kein Erfolg

Was haben Religion, Pop, Holz, Zirkus und Fußball mit Bildung zu tun? Eine ganze Menge, wie die inspirierende Preisverleihung des diesjährigen Hidden Movers Award zeigte. In diesem Jahr fand die Veranstaltung im Münchner Maximilianeum statt. 

Ausgezeichnete Bildungsideen

Auch 2017 hatte die Deloitte-Stiftung erneut Initiativen mit innovativen, gemeinnützigen und nachhaltig wirkenden Bildungskonzepten gesucht, die junge Menschen in Deutschland fördern und zugleich aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen kreativ anpacken. 

Dotiert war der Hidden Movers Award 2017 mit insgesamt 75.000 Euro, 25.000 Euro davon für den Sonderpreis „Sprachförderung“ der Kutscheit Stiftung. Für ein besonders mutiges Projekt vergab die Deloitte-Stiftung in diesem Jahr einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro. 

Weil die Deloitte-Stiftung ganz gezielt einen Beitrag zum nachhaltigen Erfolg der Siegerprojekte leisten will, erhalten die Gewinner zusätzlich ein Coaching durch die Social Entrepreneurship Akademie und werden individuell Pro bono durch Deloitte-Mitarbeiter beraten.

„Ich freue mich sehr, die Deloitte-Stiftung als Juror zu unterstützen. Mich überzeugt die direkte, basisnahe Arbeit an den gesellschaftlich wichtigen Themen Bildung und Integration. Besonders nachhaltig und integer ist für mich, dass die Stiftung nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern mit der ganzen Deloitte-Expertise die Gewinnerprojekte beim erfolgreichen Wirken und Wachsen fördert.“ Dr. Maximilian Hugendubel, Hidden-Movers-Jurymitglied seit 2017

Weil alle gewinnen, wenn Bildung gewinnt!

Die Gewinner 2017

Lisamartoni e.V., Böblingen 

Inklusionsprojekte adressieren oft nur den Bedarf der benachteiligten Seite. Nicht so Lisamartoni. Hier stehen beide Beteiligten im Fokus. Das Zauberwort heißt partielle Inklusion. Über Schultypen hinweg entstehen mit kreativen Mitteln zeitlich begrenzte Projekte. Junge Gymnasiasten und Förderschüler lernen nicht nur gemeinsam im Klassenzimmer; sie trainieren und erarbeiten Zirkus- und Musical-Auftritte. Inklusiver Unterricht findet dann statt, wenn er didaktisch und pädagogisch gewinnbringend für alle ist. Individuelle Inklusionswerkzeuge helfen dabei, dass wirklich jeder Jugendliche mitkommt und profitiert. 

Hier geht's zum Film über Lisamartoni

weserholz, Bremen

Geduldete Geflüchtete ohne gesicherten Aufenthaltsstatus erfahren in unserer Gesellschaft wenig staatliche Unterstützung und Förderung. Kurzum, sie werden nicht eingebunden und haben nahezu keine Ausbildungs- und Berufschancen. weserholz widmet sich genau dieser Zielgruppe. Was kann eine Werkstatt für Designentwicklung und Möbelbau hierbei leisten? Sie holt zur Untätigkeit gezwungene Jugendliche von der Straße. Die jungen Menschen bekommen die Möglichkeit, in ihrer Zeit in Deutschland handwerkliche Fähigkeiten zu erwerben, die sie dann in ihrem Heimatland nutzen können. 

Hier geht's zum Film über weserholz

Sonderpreis der Deloitte-Stiftung 

TALENTE-soccergirls, Wuppertal

Bei diesem Projekt dreht sich alles um Fußball. Aber mit einer außergewöhnlichen Zielgruppe! Das ebenso kühne wie mutige Projekt bringt bereits im Männersport etablierte Elemente der gesellschaftlichen und beruflichen Integration ganz neu und innovativ für asylsuchende Frauen und Mädchen zusammen. 

Sonderpreis „Sprachförderung“ der Kutscheit Stiftung 

RespectSpeech, Kölner Künstler Theater, Köln

Was kann Sprache im Idealfall alles leisten? Austausch, Wertschätzung und Respekt des anderen – um nur drei Aspekte zu nennen. Phänomene wie Hate Speech und Fake News sind in unserer Gesellschaft angekommen. Menschen werden verunsichert, verletzt und entmutigt. Dem tritt das Projekt entgegen: Ein Theaterspiel will Teenager in Workshops zu wertschätzender Haltung und „Respect Speech“ ermutigen und diese Haltung – auch durch die Ausbildung von Peer-to-Peer-Vermittlern – an Gleichaltrige weitergeben. 

Hier geht's zum Film von RespectSpeech

Kooperative Produktionsschule, Werk-statt-Schule e.V., Hannover

Wie kann man junge Geflüchtete besser an den Ausbildungsmarkt heranführen als durch eine Kombination von Berufsorientierung und Sprachförderung? Das Projekt bietet anerkannten Geflüchteten nicht nur die Möglichkeit, handwerkliche Berufsfelder selbst zu erproben und in Betriebspraktika erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt zu sammeln, sondern begleitet von der Werkstatt über die Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen bis hin zum gemeinsamen Kochen und Essen Jugendliche mit umfassender Sprachförderung auf ihrem Weg in den Beruf. 

Hier geht's zum Film von KoPro

Pressestimmen

Deloitte-Pressemitteilung

Pressemitteilung der Erzdiözese München und Freising

Leistung fördern. Perspektiven ermöglichen. Zukunft schaffen.

Sie studieren an einem von 28 ausgewählten Lehrstühlen in Deutschland. Ihr Studienschwerpunkt liegt auf Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung oder Steuerlehre. Sie sind im Bachelor- oder Master-Studium. Und sie können hervorragende Leistungen und starkes Engagement auch jenseits des Studiums vorweisen. Diese Merkmale zeichnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stipendienprogramms der Deloitte-Stiftung aus. 33 von ihnen kamen am 13. Oktober zum Event nach Düsseldorf. 

Die Stipendiaten des ersten Förderjahrs erarbeiteten in einem Innovations-Workshop neue unternehmerische Ideen und Lösungen, während die Studierenden im zweiten Förderjahr ihre Rhetorik-Fähigkeiten ausbauten. Auch in diesem Jahr berichteten Alumni der Deloitte-Stiftung von ihren Praxiserfahrungen. Besonders interessiert zeigten sich die Stipendiaten an den Themen Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten und Work-Life-Balance.

Ein Netzwerk, das bleibt

Interview mit Martina Bader, Alumna der Deloitte-Stiftung und Consultant bei Deloitte in Berlin

Martina Bader war während ihres Studiums am Lehrstuhl Steuern der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Stipendiatin der Deloitte-Stiftung. Heute arbeitet sie bei Deloitte in Berlin. Im Oktober stand sie beim Stipendiatentag als Gesprächspartnerin zur Verfügung und berichtete aus der Praxis. 

Frau Bader, wie hat Ihnen der Stipendiatentag gefallen?

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich den Studierenden Einblicke in den Berufseinstieg und den Steueralltag geben konnte. Sie haben sofort die Gelegenheit genutzt und mir jede Menge Fragen gestellt. Als Young Professional bin ich noch ganz nah dran an den Themen und konnte ihnen auch Tipps für ihr weiteres Studium mitgeben.

Warum haben Sie sich damals im Studium um das Stipendium der Deloitte-Stiftung beworben und was hat es für Ihr Studium gebracht?

Mein Studienschwerpunkt war Steuerrecht. Ich war damals bereits als Tutorin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl tätig. Das Stipendium passte gut zu meiner Gesamtausrichtung. Die finanzielle Unterstützung war sehr wertvoll für mich, aber mindestens genauso wichtig waren von Anfang an die Kontakte zum meinem Stipendiaten-Betreuer. Für mich war das ein enormer Pluspunkt, weil ich wusste, ich kann mich jederzeit mit fachlichen und beruflichen Fragen an ihn wenden. 

Gibt es auch „langfristige“ Auswirkungen des Stipendiums über die Studienzeit hinaus?

Was soll ich sagen: Das Netzwerk, das man während der Stipendienzeit aufbaut, ist enorm wichtig, und die persönlichen Erfahrungen mit anderen Studierenden und Beteiligten des Stipendienprogramms haben mich stark geprägt. Da ich durch das Stipendium viel Gutes erfahren habe, möchte ich heute selbst mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben.

Schon gewusst? Ab dem Wintersemester 2018/19 wird das Stipendienprogramm der Deloitte-Stiftung um einige MINT-Lehrstühle ausgebaut. Die Ausschreibung startet Ende April 2018. 

Die Werte hinter den Werten

Interview mit Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie München

Herr Prof. Wallacher, worum genau geht es in dem Projekt mit der Deloitte-Stiftung?

Uns geht es um eine umfassende Bildungsvermittlung und eine Anleitung zum kritischen Denken. Wir arbeiten schon lange mit dem Jesuitenflüchtlingsdienst München zusammen und wirken an Online-Bildungsangeboten in den Herkunftsregionen der Flüchtlinge mit. Wir sehen unseren Auftrag nicht nur in der reinen Wissensweitergabe – wir wollen auch ein werteorientiertes Weltbild vermitteln. Daher war für uns schon am Beginn der Flüchtlingskrise klar: Wir wollen mit unserer Arbeit und Erfahrung in unserer Region sinnvolle Beiträge zu erfolgreicher Integration leisten. Das Projekt, das aus diesem Impuls mit Unterstützung der Deloitte-Stiftung entstand, entwickelt Weiterbildungsangebote für interkulturelle Werte-Bildung. Unsere Angebote richten sich gezielt an Haupt- und Ehrenamtliche der Flüchtlingsarbeit sowie an Multiplikatoren und Geflüchtete. Wir haben festgestellt, dass der Erfolg umso größer ist, je diverser die Gruppen sind. In drei Modulen erarbeiten wir ein gemeinsames Werteverständnis. Denn Werte sind nicht einfach ein Werkzeug, sondern müssen aus Selbstreflexion und Dialog entstehen.

Können Sie uns ein Beispiel geben?

Wir in Deutschland sind sehr pünktlich. Menschen aus östlichen und arabischen Kulturen haben eine lockerere Einstellung zur Pünktlichkeit und sind überrascht, wenn Deutsche verärgert reagieren. Worum geht es hier wirklich? Bei der Reflexion wird schnell klar: Es geht gar nicht um Werte, sondern um Gemeinschaftsbildung und Anerkennung. Für uns Deutsche steht hinter Pünktlichkeit das gemeinsame kulturelle Verständnis von Zuverlässigkeit. Wir nehmen einen pünktlichen Menschen als zuverlässig wahr und einen unpünktlichen als unzuverlässig. Ein Mensch aus einem arabischen Land hat dieses Verständnis nicht. Pünktlichkeit ist für ihn nicht mit Zuverlässigkeit verknüpft. In seinem Kulturkreis ist Zuverlässigkeit wesentlich enger mit Gastfreundschaft, Zusammenhalt und Loyalität verbunden, weshalb ein arabischer Mensch womöglich Deutsche für unzuverlässig hält, wenn sie unbewusst arabische Gastregeln verletzen. Es geht also darum, vermeintliche Werte auf eine tiefere Ebene zu bringen. Wenn wir sie nicht einfach nur adaptieren, sondern verstehen wollen, dann wird schnell klar: Es gibt viele Gründe, die Wertvorstellungen des jeweils anderen zu übernehmen, wenn wir von ihm akzeptiert werden möchten. Selbstreflexion ist hierfür der entscheidende Hebel.

Wie hilft Ihnen die Unterstützung der Deloitte-Stiftung?

Die Deloitte-Stiftung hat zunächst mit einer Anschubfinanzierung die Entwicklung der Fortbildungs-Curricula und die Übernahme der Kursgebühren für ehrenamtliche Teilnehmer und Multiplikatoren ermöglicht. Wir profitieren auch vom starken Netzwerk der Stiftung in die Politik und zu anderen Stiftungen. So kam über die Vermittlung der Deloitte-Stiftung der Kontakt zu zentralen Integrationsakteuren zustande. Wir sehen einen großen Bedarf für wirksame Methoden der interkulturellen Werte-Bildung. Das gilt sowohl für das nach wie vor hochaktuelle Thema der Flüchtlingsintegration. Werte-Bildung ist aber auch spannend für Unternehmen, z.B. bei Auslandseinsätzen und -kooperationen. Hier können wertebasierte Skills der Mitarbeiter die entscheidenden Erfolgsfaktoren sein. Unsere nächsten Ziele sind die Weiterentwicklung der Kurse und die der Methoden zur Wirksamkeitsmessung. Die Nachfrage bestätigt uns: Unsere Kurse der Pilotphase waren doppelt überbucht. Das Projekt wird nun mit weiteren Kooperationspartnern bundesweit etabliert.

Interesse geweckt? Weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite. 

Zehn Jahre Deloitte-Stiftung!

Die Deloitte-Stiftung feiert Jubiläum

In diesen Tagen wird sie zehn Jahre alt: Am 6. Dezember 2007 wurde die Stiftung von Gesellschaftern und Partnern von Deloitte gegründet und mit Stiftungskapital ausgestattet. Deloitte unterstützt die Stiftung materiell und ideell. Ziel der Deloitte-Stiftung ist es, durch Bildung Perspektiven für morgen zu schaffen. Werfen Sie mit uns einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Blick zurück auf zehn Jahre Bildungsengagement. Hier geht es zur interaktiven Deloitte-Stiftungsstory.

 

Adventsgruß

In zehn Jahren hat die Deloitte-Stiftung viel bewegt. Wir sagen all unseren Spendern, Förderern und Unterstützern DANKE! Wir wollen auch weiter viel bewegen und brauchen Mitmacher! Wenn Sie die Vorweihnachtszeit nutzen möchten, um sich in einem unserer Projekte mit Ihrer Mitarbeit oder mit einer finanziellen Förderung zu engagieren, sprechen Sie uns an: Marius Trapp, E-Mail: matrapp@deloitte-stiftung.de.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Freunden und Familien eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 2018. 

 

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