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Top 100 der weltweit größten Bauunternehmen: Global Powers of Construction

Aktuelle Zahlen und Fakten zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Baubranche

Der Deloitte Report für die Bauindustrie belegt, dass die weltweite Bauwirtschaft im Jahr 2020 weniger stark als viele andere Branchen von den massiven Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen war. Doch der Anstieg der staatlichen Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Krise und eine höhere Verschuldung der öffentlichen Finanzen in zahlreichen Ländern könnten anstehende Infrastrukturinvestitionen bremsen und damit die Wachstumsaussichten der Branche für die kommenden Jahre beeinträchtigen.

Die 100 größten börsennotierten Bauunternehmen der Welt erwirtschafteten 2020 einen Umsatz von 1,511 Billionen US-Dollar, das entspricht einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der neue Deloitte-Bericht Global Powers of Construction (GPoC). Der Report analysiert die weltweite Bauwirtschaft und untersucht die Strategien und Leistungen der weltweit führenden börsennotierten Bauunternehmen im Jahr 2020.

Der chinesische Baugigant China State Construction Engineering Corp. Ltd. (CSCEC) führt wie im Vorjahr die Rangliste an und erzielte 2020 einen Gesamtumsatz von knapp 234 Milliarden USD - 2019 waren es noch rund 205 Milliarden USD. Mit deutlichem Rückstand folgen weitere chinesische Unternehmen wie China Railway Group Ltd. (CREC) auf Rang 2 mit rund 141 Milliarden USD Umsatz (+14,6% gegenüber Vorjahr) und China Railway Construction Corp. Ltd. (CRCC) auf Rang 3 mit circa 131 Milliarden USD (+9,7% gegenüber Vorjahr). In den Top 10 sind insgesamt sechs chinesische Unternehmen aufgeführt. Deren Dominanz im globalen Ranking ist vor allem auf die Größe ihres heimischen Baumarktes zurückzuführen. Europäische Bauunternehmen sind mit drei Firmen in den Top 10 der internationalen Verkaufsrangliste vertreten; nur ein einziges deutsches Bauunternehmen platziert sich im Umsatzrating in den Top 100.

Weitere Ergebnisse des Reports und Finanzkennzahlen der 30 größten Bauunternehmen und deren Strategien im hart umkämpften Markt

Key-Facts im Überblick
Die finanzielle Performance der Top 30 Bauunternehmen im Jahr 2020 war uneinheitlich, da die COVID-19-Krise nicht alle Sektoren und Länder, in denen diese Unternehmen tätig sind, in gleichem Maße betroffen hat. 

Umsatzstarke Bauunternehmen
Von den 100 größten Unternehmen in der globalen Baubranche konnte weniger als die Hälfte ihren Umsatz im Jahr 2020 steigern. 18 Bauunternehmen verzeichneten sogar ein zweistelliges Wachstum, doch 25 mussten einen Umsatzrückgang von mehr als 10% hinnehmen. Die größten Bauunternehmen hatten ihren Sitz in China (48% Anteil des Gesamtumsatzes), Europa (22%), Japan (13%), den USA (5%) und Südkorea (5%).

Marktkapitalisierung: USA stark, China und Japan schwach
Die gesamte Marktkapitalisierung der weltweit 30 größten Bauunternehmen lag Ende 2020 bei rund 422 Milliarden USD und war damit um insgesamt 6,9% geringer als 2019 – eine Folge der aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Unsicherheiten. Dabei zeigen sich jedoch erhebliche geografische Unterschiede: So konnten die Unternehmen in Südkorea und in den USA bei der Marktkapitalisierung einen Anstieg verzeichnen – in den Vereinigten Staaten sogar um beachtliche 20%. Besonders hart getroffen hat es die Börsenperformance der Bauunternehmen in China (-23%) und Japan (-17%). Für die europäischen Unternehmen stehen im Mittel -7% zu Buche. 

„Während viele Baufirmen in der Pandemie gerade in Fernost nochmals eine Steigerung ihrer Umsätze gegenüber dem Vorjahr realisieren konnten, sieht es in Europa nicht ganz so rosig aus. Dennoch kann man nicht behaupten, dass Corona der Baubranche nachhaltig geschadet hat“, sagt Michael Müller, Partner und Leader des Bereichs Real Estate bei Deloitte. „Unter den deutschen gelisteten Baufirmen konnte sich wie in den Vorjahren nur ein Unternehmen in den Top 100 platzieren.“

Internationalisierung
Viele Top-Bauunternehmen sind weltweit vertreten und suchen im Ausland nach Wachstums-Chancen. Am stärksten auf diese Strategie setzen mit einem mittleren Anteil von 59% ihrer Gesamtumsätze die europäischen Unternehmen, gefolgt von Südkorea (40%). In den USA (15% Auslandsumsätze), Japan (10%) und China (6%) fokussieren sich die Bauunternehmen hingegen deutlich stärker auf ihre Heimatmärkte. Die Top 30 im Ranking erzielten 2020 rund 17% des Gesamtumsatzes außerhalb ihrer Heimatmärkte – das entspricht einem moderaten Rückgang um 2 Prozentpunkten gegenüber Vorjahr. Doch die globalen Wirtschaftsaussichten sind infolge der COVID-19Pandemie unsicher. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Folgen sehen sich jene Bauunternehmen, die stark auf Internationalisierung setzen, künftigen Absatzrisiken ausgesetzt.

Ausblick für die Baubranche
Die aktuelle Krise dürfte jedoch nur einen begrenzten Einfluss auf die langfristigen Megatrends haben, die das Wachstum in den kommenden Jahren antreiben werden: Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, Klimawandel und Dekarbonisierung der Wirtschaft sowie die digitale Transformation. Im Zuge der weltweiten Erholung von COVID-19 wird erwartet, dass das Bauvolumen bis 2023 weltweit um durchschnittlich 3,2% steigen wird. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Wert der weltweiten Bauproduktion von 11,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 auf rund 14,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 ansteigen wird.

Erfahren Sie mehr über die wirtschaftliche Entwicklung der weltweit größten Bauunternehmen und laden Sie hier unseren aktuellen Report Global Powers of Construction herunter.