Article

Top 100 der weltweit größten Bauunternehmen: Global Powers of Construction

Aktuelle Zahlen und Fakten zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Baubranche

Der Deloitte Report für die Bauindustrie belegt, dass die globale Baunachfrage und Infrastrukturinvestitionen in aufstrebenden Märkte das Umsatzwachstum treiben. Für die Bauunternehmen sind dabei Internationalisierung der Aktivitäten und Portfoliodiversifikationsprozesse wichtige Trends.

Die 100 größten börsennotierten Bauunternehmen der Welt erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von fast 1,1 Billionen Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der neue Deloitte-Bericht Global Powers of Construction (GPoC). Der Report analysiert die weltweite Bauwirtschaft und untersucht die Strategien und Leistungen der weltweit führenden börsennotierten Bauunternehmen im Jahr 2017.

Das robuste globale BIP-Wachstum sorgte 2017 für eine Belebung der Bautätigkeit und dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Aufstrebende Märkte, Urbanisierung und wachsende Bevölkerungszahlen schaffen immer mehr Investitionsmöglichkeiten. In den nächsten 15 Jahren sollen mehr als 60 Prozent der Infrastrukturinvestitionen in den Schwellenländern getätigt werden, während die USA und Kanada etwa 20 Prozent ausmachen werden.

Chinesische Bauunternehmen dominieren die Top 100 beim Umsatz, während andere asiatische Baufirmen, vor allem aus Japan und Südkorea, sowie solche aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien ebenfalls eine bedeutende Präsenz im Branchenranking haben.

Die Dominanz chinesischer Unternehmen ist vor allem auf die Größe des dortigen Baumarktes zurückzuführen, da die internationalen Umsätze asiatischer Bauunternehmen in Prozent des Umsatzes geringer sind als die anderer Top-Unternehmen der Branche. Europäische Bauunternehmen sind mit sechs Firmen in den Top 10 der internationalen Verkaufsrangliste vertreten und einem deutschen Bauunternehmen in den Top 100.

Die Wettbewerbsdynamik hielt die Margen der Branche in den letzten Jahren auf niedrigem Niveau, die Nettoverschuldungsquoten sanken jedoch im Jahr 2017 weiter, die durchschnittliche Dividendenrendite und die Eigenkapitalrendite stiegen im Vergleich zu früheren Jahren. Im Großen und Ganzen verbesserte sich die finanzielle Lage der Bauunternehmen weiter.

Weitere Ergebnisse des Berichts und Finanzkennzahlen der 30 größten Bauunternehmen und deren Strategien im hart umkämpften Markt

Erstklassige Bauunternehmen
Alle bis auf zwei der 30 größten Unternehmen in der Baubranche steigerten 2017 ihre Gesamterlöse, 21 verzeichneten ein Wachstum der Marktkapitalisierung. Die größten Bauunternehmen hatten ihren Sitz in China (40 Prozent des Gesamtumsatzes), Europa (27 Prozent), Japan (14 Prozent), den USA (8 Prozent) und Südkorea (6 Prozent).

Wachstum der Marktkapitalisierung
Die Marktkapitalisierung der 30 größten Bauunternehmen lag Ende 2017 bei 381 Milliarden Euro und war damit 3 Prozent höher als 2016 sowie 50 Prozent höher als zu Beginn der Finanzkrise 2007. Trotz der Tatsache, dass die aggregierte Marktkapitalisierung im Jahr 2017 gestiegen ist, verlief die Entwicklung in den einzelnen Regionen uneinheitlich. Während chinesische Baufirmen einen Rückgang des Marktwerts um 26 Prozent verzeichneten, stieg die Marktkapitalisierung der US-amerikanischen und europäischen Unternehmen um 25 Prozent bzw. 24 Prozent.

Portfoliodiversifikation
Viele Unternehmen der Baubranche diversifizieren ihr Dienstleistungsportfolio, um ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen und die typischerweise engen Margen von Bauprojekten zu erhöhen. Im Jahr 2017 erwirtschafteten die 30 größten Baufirmen 23 Prozent ihres Umsatzes mit Nichtbauaktivitäten. Immobilienentwicklung, Industrie und Dienstleistungen sowie Konzessionen waren die häufigsten Diversifikationsstrategien von Bauunternehmen.

Internationalisierung
Die Top-Bauunternehmen sind auf fünf Kontinenten vertreten, viele suchen im Ausland nach Wachstums-Chancen. Die 30 größten von ihnen erzielten 2017 rund 23 Prozent des Gesamtumsatzes außerhalb ihrer Heimatmärkte. Die Internationalisierungsstrategien bergen jedoch zusätzliche Risiken, welche die traditionell engen Margen der Bautätigkeit sowie den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit negativ beeinflussen können.

Ausgehend von einer Analyse des Internationalisierungsgrades und der Baumargen der Top-30-Unternehmen ergibt sich eine umgekehrte Korrelation: Die meisten Firmen, die einen signifikanten Anteil des Umsatzes mit Bauleistungen im Ausland erzielen, verzeichneten im Jahr 2017 geringere durchschnittliche Bauerlöse als die Unternehmen, die sich vor allem auf ihre Heimatmärkte konzentrierten. Die Internationalisierung ist bei den europäischen Unternehmen (55 Prozent des Umsatzes) höher als bei denen aus Asien und den USA.

Erfahren Sie mehr über die wirtschaftliche Entwicklung der weltweit größten Bauunternehmen und fordern Sie kostgenlos unseren Report Global Powers of Construction an.