Article

US-Steuerregulierung Section 385

Die IRS Sec. 385 wurde in der finalen Version deutlich entschärft

Am 13. Oktober veröffentlichte das US-Finanzministerium und der Internal Revenue Service (IRS), die Steuerbehörde der Vereinigten Staaten, die finale Version der Rule 385. Dieser Gesetzestext sieht im Vergleich zu dem im April dieses Jahres veröffentlichten Entwurf deutliche Erleichterungen vor. Demnach fallen interne Schuldtitel multinationaler Konzerne, die von einer nicht in den USA ansässigen Gesellschaft an eine US-Tochtergesellschaft ausgegeben wurden, nicht in den Anwendungsbereich der Rule 385. Darüber hinaus sind konzerninterne Verbindlichkeiten im Rahmen von Cash Pooling Vereinbarungen ausgenommen, um bestehende Cash Management Lösungen ohne steuerlich motivierte Absichten weiterhin uneingeschränkt zu ermöglichen.

Hintergrund des Regulierungsentwurfes vom 4. April 2016

Grundsätzliches Ziel der Gesetzesinitiative besteht darin, den Anreiz für multinationale Konzerne zu senken über eine Cross-Border Finanzierung die Steuerlast von US-Gesellschaften zu reduzieren. Analog zu der in Deutschland 2008 eingeführten Zinsschranke, soll verhindert werden, dass der steuerlich abzugsfähige Zinsaufwand im Inland anfällt, während die Zinserträge gänzlich im Ausland dem Fiskus unterliegen.

Im Falle der vollumfänglichen Verabschiedung des Gesetzesentwurfs der US-Steuerbehörden vom 4. April 2016, drohte die Re-Klassifizierung bestimmter interner Schuldtitel in Eigenkapital. Dies hätte hierzulande für international ausgerichtete Konzerne zur Folge gehabt, dass US-Tochtergesellschaften mit internem Kapitalbedarf auf die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen hätten verzichten müssen. Die Erfüllung umfassender Dokumentationsanforderungen hätte eine Neuklassifizierung verhindern können, konzerninterne Darlehen und das Cash Pooling in den USA wären jedoch deutlich aufwendiger geworden.

Veröffentlichung der finalen Version am 13. Oktober 2016

Im Gegensatz zu dem zunächst veröffentlichten Entwurf, sind von der finalen Version der Rule 385 nur solche Schuldtitel betroffen, bei denen der Emittent ein US-amerikanisches Unternehmen ist. Des Weiteren bestehen diverse Ausnahmeregelungen, bspw. für anderweitig beaufsichtigte Finanzinstitute und Konzerne, die eine konsolidierte Steuererklärung in den USA abgeben.

Die wesentlichen Themenbereiche der Rule 385 bestehen aus der grundlegenden Klassifizierung bestimmter Schuldtitel als Eigenkapital und umfassenden Dokumentationspflichten bzgl. definierter Transaktionen. Die im Entwurf vorgesehene Autorisierung der US-Steuerbehörde Schuldtitel in Eigen- und Fremdkapital aufspalten zu können entfällt.
 

Warum jetzt handeln

Die ursprünglich geplanten, weitreichenden Implikationen der US-amerikanischen IRS Sec. 385 wurden in der verabschiedeten Version deutlich entschärft. Nichtsdestotrotz sollten Unternehmen mit in den USA ansässigen und steuerpflichtigen Tochtergesellschaften die Anforderungen an konzerninterne Schuldtitel genau prüfen.

Dabei unterstützen wir Sie gerne. Sprechen Sie uns an und erfahren Sie im Detail mehr über die relevanten Anforderungen der Rule 385. Die Treasury-Experten von Deloitte stehen Ihnen als kompetente Ansprechpartner bei der Analyse Ihrer Ausgangssituation, der Identifikation von Handlungsalternativen sowie bei der Umsetzung entsprechend erforderlicher Maßnahmen jederzeit gerne zur Seite.
 

Ihr Ansprechpartner

Thilo Borchert
Manager Global Treasury Advisory Services
tborchert@deloitte.de
0711 16554-7039

Fanden Sie diese Information hilfreich?