Wirtschaftliches Umfeld für die Restrukturierungsberatung

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Wirtschaft­liches Umfeld für die Re­struk­tu­rie­rungs­beratung

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland zeigte im abgelaufenen Jahr 2015 ein solides und stetiges Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahresdurchschnitt 2015 preisbereinigt 1,7% höher als im Vorjahr. Nach mehreren Rückgängen in Folge hellte sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im März 2016 wieder etwas auf; die deutsche Wirtschaft startet weniger skeptisch ins Frühjahr als in das Gesamtjahr 2016. Auch die Erwartungen konnten sich im März nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat wieder um 1,1 Punkte erholen, allerdings liegt der Index mit 100 Punkten noch (teils deutlich) unter den Werten aus 2015.

Abb.1 - Geschäftsklima-Index

Geschäftsklima-Index

Auftragseingang

Die eher pessimistische Einstellung der Unternehmen zu Jahresbeginn spiegelt sich auch im Auftragseingang der deutschen Industrie wider. Dieser verzeichnete im Februar 2016 ein Auftragsminus von 1,4% im Vergleich zum Vormonat, hauptsächlich getrieben durch die negative Nachfrageentwicklung bei Herstellern von Investitionsgütern (-2,1%) sowie Kon-sumgütern (-7,2%).

Abb. 2 - Auftragseingang der deutschen Industrie

Auftragseingang der deutschen Industrie

Der Arbeitsmarkt in Deutschland

Trotz der eingetrübten Stimmung ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Januar und Februar 2016 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten um rund 1,2% bzw. 1,3% auf nun rund 43,0 Mio. Personen mit einem Wohnort in Deutschland gewachsen, damit setzte sich die grundsätzlich positive Entwicklung bei der Erwerbstätigkeit fort.

GfK Konsumklimaindex

Für Februar 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 9,4 Punkte nach ebenfalls 9,4 Punkten im Januar 2016. Insgesamt sorgten der weiterhin solide Arbeitsmarkt sowie die positive Einkommensentwicklung für ein grundsätzlich freundliches Konsumumfeld. Sowohl die gestiegene Terrorgefahr als auch die intensiver werdenden Diskussion über eine Lösung der Flüchtlingskrise scheinen die Verbraucher derzeit noch nicht zu beeindrucken. Dementsprechend war auch der private Konsum eine wesentliche Stütze für die binnenwirtschaftliche Entwicklung. Damit scheinen die positiven Rahmenbedingungen im Inland an Bedeutung zu gewinnen. Das BIP wird gemäß Sachverständigenrat auch im Jahr 2016 auf einem vergleichbaren Niveau wie in 2015 zulegen, so dass die Konsumkonjunktur aufgrund der Beschäftigungs- und Einkommenssituation auch in den kommenden Monaten günstig bleiben wird.

Abb. 3 - GfK Konsumklima

Abb. 3 - GfK Konsumklima

Entwicklung Einzelhandel

Die positive Entwicklung zeigte sich auch bei Unternehmen des Einzelhandels. Diese setzten im Februar 2016 nach Schätzung des Statistischen Bundesamtes real und nominal 5,4% mehr um als im Vorjahresmonat. In den ersten beiden Monaten 2016 setzten die Unternehmen preisbereinigt 2,0% und nominal 2,2% mehr um als gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wie bereits in den Vormonaten erzielte der Internet- und Versandhandel auch im Februar 2016 dabei überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten (preisbereinigt +10,0%). Beeinträchtigt wird der Einzelhandelsmarkt durch die substituierende Nutzung alternativer Verkaufsplattformen, die eine signifikante Konkurrenz zum klassischen, stationären Handel, darstellen können.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Entsprechend der positiven konjunkturellen Entwicklung hat sich auch die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen entwickelt: im Gesamtjahr 2015 wurden 4,0% weniger Unternehmensinsolvenzen gemeldet als im Vorjahr. Der Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen) war am häufigsten von Unternehmensinsolvenzen betroffen.

Abb. 4 Beantragte Unternehmensinsolvenzen

Beantragte Unternehmensinsolvenzen
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