Kapitalflucht China

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Kapitalflucht aus China

Wie sich Chinas Kapitalexport auf deutsche Finanzinstitute auswirkt

In den letzten Jahren ist keine andere große Volkswirtschaft der Welt so schnell gewachsen wie China, das Land zählt mittlerweile zu den weltweit wichtigsten Handelspartnern. Der immer noch anhaltende Handelsstreit mit den USA könnte jedoch weitreichende Folgen für Chinas bisher rasantes Wirtschaftswachstum haben, die Angst der chinesischen Regierung vor einer erneuten Kapitalfluchtwelle ist groß. Bereits 2015/16 hatte das Land mit massiver Kapitalflucht zu kämpfen - die Kapitalexporte erreichten damals Rekordhöhen. Als Konsequenz implementierte die regierende Volkspartei strenge Kapitalkontrollen und Beschränkungen für Auslandsinvestitionen.

Trotz der strengen Kapitalkontrollen scheinen die Geldflüsse aus China jedoch eher zu- als abzunehmen. Grund dafür ist vermutlich auch, dass Gelder teils auf halblegalem oder illegalem Weg an den staatlichen Kontrollen vorbeigeschleust werden. Vor allem die Bürger der chinesischen Mittelschicht sind vermehrt auf der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten im Ausland. Ein erneuter Anstieg der Kapitalflucht aus China könnte auch in Deutschland zu spürbaren Auswirkungen führen, denn es wird ein immer attraktiveres Anlageziel für ausländische Investoren.

Kapitalexport und Kapitalflucht aus China

Konsequenzen der Kapitalflucht aus China für die Compliance

Die Annahme chinesischer Mandanten birgt zahlreiche Herausforderungen für Finanzinstitute, erfahrungsgemäß sind dabei die folgenden Punkte besonders zu beachten:

  • Häufig komplexe und internationale Vermögensstrukturen ohne nachvollziehbare Mittelherkunft
  • Mangelhafte Legitimation und KYC-Dokumentation, vor allem in Bezug auf Handelsregisterauszüge chinesischer Firmenkunden
  • Eingeschränkter bzw. kein Zugriff auf chinesische Webseiten und Register
  • Verbindungen zu politisch exponierten Personen häufig nur schwer nachzuweisen bzw. nachvollziehbar
  • Höhere Anzahl an False Positive-Treffern bei der Sanktionsüberprüfung
  • Erschwerte Kommunikation und Schwierigkeiten bei der Pflege der Datenqualität

Herausforderungen für Banken

Die Herausforderung für deutsche Institute besteht darin, ihr Risikomanagement auf die spezifischen Anforderungen chinesischer Investoren auszurichten. Dies erfordert beispielsweise vertiefte Kenntnis darüber, wie Abfragen in chinesischen Registern durchzuführen sind, welche Maßnahmen zur Bestimmung der Herkunft von Vermögen angemessen sind und welche Geldwäschetypologien im Zusammenhang mit Kapitalexporten aus China vorliegen.

Deloitte kann dabei unterstützen, die internen Sicherungsmaßnahmen im Hinblick auf die genannten Herausforderungen zu optimieren um somit den Sorgfaltspflichten auch im Geschäft mit chinesischen Kunden nachzukommen.