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Versicherung der Zukunft – Zukunft der Versicherung

Lebensversicherungsstudie 2017

Die Lebensversicherungsbranche ist im Jahr des Scharfschaltens von Solvency II weiterhin vielfältigen und komplexen Einflussfaktoren ausgesetzt. Dies war für Deloitte Anlass, gemeinsam mit der E+S Rückversicherung AG und dem Kompetenzzentrum Versicherungswissenschaften GmbH, beide Hannover, die Studie „Versicherung der Zukunft – Zukunft der Versicherung“ durchzuführen.

Repräsentanten des Topmanagements von 30 Lebensversicherungsunternehmen inkl. Verwaltungsplattformen wurden in persönlichen Interviews befragt. Die teilnehmenden Unternehmen repräsentieren, bemessen an der Deckungsrückstellung, ca. 78 % des deutschen Marktes.

Regulatorik, Geschäftsmodellanpassungen, Digitalisierung und Niedrigzinsphase sind die Felder, die die Lebensversicherungsgesellschaften derzeit am stärksten beschäftigen.

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Dominantes regulatorisches Thema ist Solvency II. Gerade auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase beeinflusst es die Geschäfts- und auch Risikostrategie der Häuser. Insbesondere Kosten und Ressourcenerfordernisse sind wesentliche Auswirkung von Solvency II. Der Einfluss von Solvency II zeigt sich ebenfalls sehr stark in der Kapitalanlage und in der Produktgestaltung. Die Zukunft klassisch geprägter Lebensversicherungsprodukte wird in modernen, Solvenz optimierten Produktgestaltungen gesehen.

Eine Vielzahl ressourcenintensiver Anforderungen und Prozesserfordernisse wird durch die ORSA-Anforderungen und die diversen Berichtserfordernisse ausgelöst. Das ORSA wird durchaus ambivalent eingeordnet: Auf der einen Seite wird ORSA als hilfreich in der Unternehmenssteuerung gesehen, auf der anderen Seite wird es als zu aufwändiger Prozess mit nicht einheitlichem Kommunikationsnutzen erachtet.

Die Bildung einer Zinszusatzreserve (ZZR) wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Gleichwohl plädiert eine Mehrheit der Befragten für eine Modifikation des Aufbaus der ZZR im Sinne der Korridormethode. Die in 2016 zusätzlich zu bildende Deckungsrückstellung beläuft sich im Mittel auf gut 6%, für 2018 werden knapp 10% erwartet.

Bei weiter anhaltendem und ausgeprägtem Niedrigzinsszenario wird flächendeckend eine Reduktion der Überschussbeteiligung erwartet. Entscheidungen werden erst zum Jahresende getroffen, die Entwicklungen an den Kapitalmärkten bis dahin genau beobachtet. Für 2018 erwartet eine Mehrheit der Unternehmen eine Verrechnung des Risiko- und übrigen Ergebnisses mit dem Kapitalanlageergebnis. Dabei gehen drei Viertel davon aus, dass dadurch das Kapitalanlageergebnis ausgeglichen werden wird.

Die mit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) vom Gesetzgeber intendierte Senkung des Abschlusskostenniveaus wird von der weit überwiegenden Mehrheit erreicht. Eine Vielzahl von Gesellschaften möchte die Vergütung verstärkt laufend gestalten. Nur wenige streben einen stärkeren Anteil von Honorartarifen am Neugeschäft an.

Weiteres zentrales Thema ist die Digitalisierung. Dabei sind Datenschutz und das Vermeiden von diesbezüglichen Reputationsrisiken zentrale Themen. Die Digitalisierung von Prozessen und Abläufen innerhalb des Unternehmens wird unterschieden von der der Kunden- und Vermittlerkommunikation. In der Produktentwicklung wird der Bedarf von Digitalisierung in erster Linie bei biometrischen Produkte gesehen, speziell um Prävention im Gesundheitsbereich zu motivieren. Die zielgruppenspezifische Produktgestaltung folgt mit etwas Abstand. Im Außenauftritt wird besonderer Nutzen in der Entlastung des Vermittlers von Routinevorgängen gesehen. Mit Abstand folgen die Online-Verwaltung durch den Kunden und der Online-Erwerb nach Online-Research.

Zwar sehen zwei Drittel der Befragten in Fintechs keine ernstzunehmenden Wettbewerber; gleichzeitig sehen sie jedoch viele dieser Befragten die Digitalisierung als notwendig im Wettbewerb mit Fintechs an.

Somit verwundert es nicht, dass als wesentliche Kostentreiber und organisatorische Anforderungen für die nahe Zukunft insbesondere IT/Digitalisierung und die Regulatorik identifiziert wurden. Aber auch der Verbraucherschutz wirkt in den Alltag der Gesellschaften: als wesentliche Verbraucherschutzinitiativen in unmittelbarer bzw. naher Zukunft wurden IDD und PRIIPs gesehen, das LVRG II und auch das Betriebsrentenstärkungsgesetz werden auf der gesetzgeberischen Ebene identifiziert.

 

Für Rückfragen zur Studie „Versicherung der Zukunft – Zukunft der Versicherung“ – stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

 

Bharat Bhayani                 Dr. Christopher Bierth

Nils Dennstedt                  Dr. Klaus Friedrich

Christopher Bierth

Dr. Christopher Bierth

Senior Consultant

cbierth@deloitte.de

+492219732455

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