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BIRD - Banks Integrated Reporting Dictionary

Ein Paradigmenwechsel im Meldewesen

Das BIRD Konsortium stellt ein einheitliches Datenmodell für das aufsichtsrechtliche Meldewesen zur Verfügung. Mit diesem Datenmodell erhöht die Aufsicht den Druck in Richtung Standardisierung in der Datenhaltung. Die Vorteile, die aus einer Berücksichtigung des Datenmodells in einer bestehenden oder auch neuen IT-Architektur resultieren, sind enorm. Allerdings ist eine solche Entscheidung strategisch zu betrachten und bedarf einer akkuraten Kosten-Nutzen Analyse.

  • Die Europäische Zentralbank hat sich zum Ziel gesetzt, das Meldewesen und die Informationspflichten für Banken europaweit zu harmonisieren. Seit 2015 erarbeitet ein aus rund 30 europäischen Geschäftsbanken bestehendes Konsortium, angeführt von der EZB, eine Initiative namens „Banks‘ Integrated Reporting Dictionary“ (BIRD). Auf (derzeit) freiwilliger Basis wird an einem einheitlichen Standard für ein Datenmodell, auf dessen Basis das „European Reporting Framework“ (ERF) umgesetzt werden kann, gearbeitet. Die Absicht von BIRD ist es, einen Mehrwert für Banken dahingehend zur Verfügung zu stellen, um einen vereinfachten Austausch von Meldedaten zwischen Banken und den Aufsichtsbehörden zu ermöglichen. Im Idealfall können Anfragen der Aufsichtsbehörden per Knopfdruck beantwortet werden.
  • Der Anfang wurde bereits zum 31.01.2018 mit AnaCredit gemacht, welche als Teil des ERF anzusehen ist. Finanzdienstleister sollen ihre Daten an Zentralbanken und Aufsichtsbehörden künftig nicht mehr aggregiert, sondern granular liefern. Aktuell sind Meldungen von AnaCredit, Statistik über Wertpapierinvestments, FinRep, Bista und MFI-Zinsstatistik im BIRD Datenmodell abgebildet. Als nächstes wird Corep in das Datenmodell aufgenommen, welches die aktuelle Anzahl von derzeit ca. 1500 Feldern deutlich erhöhen wird.

BIRD ist kein IT-Tool und es soll durch diese Initiative auch keines bereitgestellt werden. Die internen Banksysteme werden durch die Initiative selbst nicht direkt geändert, da das Datenmodell lediglich die logisch-semantische Ebene behandelt. Ebenfalls werden keine Mappings von den bankinternen Systemen auf den Input-Layer im Rahmen dieser Initiative erarbeitet.

BIRD ist aber auch keine regulatorische Vorgabe und keine neue Regelung. Vielmehr werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen durch BIRD operationalisiert. Es liefert damit einen formalen Rahmen, wie Reportinganforderungen erfüllt werden könnten. Länderübergreifende (cross-country) Validierungen werden vereinfacht und die Rolle der Meldewesensoftware wird sich deutlich verändern.
Was bedeutet das nun für die Finanzdienstleister? Wird die Freiwilligkeit zukünftig eine Verpflichtung werden? Könnte es ein Angebot der EZB sein, dass man nicht ablehnen kann? Oder ist abwarten und weitermachen wie bisher eine Alternative?

Es gibt viele Gründe, warum man sich intensiv mit dem Thema BIRD beschäftigen sollte!
 

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Ihr Ansprechpartner

Bernd Kupke
Senior Manager | Consulting
bkupke@deloitte.de