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Crowdlending Studie 2018 – Banken gewinnen

Bei der Mittelstandsfinanzierung bleibt Crowdlending bedeutungslos

Das Crowdlending kann sich in einem wichtigen Segment nicht durchsetzen. Mittelständische Unternehmen zeigen wenig Interesse an dieser Fiananzierungsform. Zu wichtig ist die persönliche Beziehung zu Hausbank und Ansprechpartner.

Disruption des Bankenmarktes wurde dem Crowdlending prophezeit. Von hohen Wachstumsraten und einer Bedrohung für Banken war die Rede. Neben den privaten peer-to-peer Krediten wurde der Schwarmfinanzierung ein großes Potential in der Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) zugesprochen. Dies hat Deloitte bereits 2015 zum Anlass genommen das Crowdlending in diesem wichtigen Segment genauer unter die Lupe zu nehmen. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kompetenzzentrum für Mittelstandsforschung der Universität Bamberg (EFAM), wurden Mittelständler in Deutschland befragt. Das Resultat damals: Das Crowdlending war noch kein ernstzunehmender Konkurrent für den klassischen Bankenkredit. Zu wichtig war den befragten eine persönliche Beziehung zu ihrer Bank, als dass sie die neue Finanzierungsmöglichkeit näher in Betracht gezogen hätten. Insgesamt war Crowdlending bei Unternehmenslenkern noch recht unbekannt. Doch wie sieht es drei Jahre später aus? Immerhin ist diese Finanzierungsform nun einige Jahre alt und über die Startup-Phase hinaus. Deloitte und EFAM haben 2018 erneut rd. 250 mittelständische Unternehmen hierzu befragt.

Die neue Studie zeigt, dass zwar die allgemeine Bekanntheit des Crowdledings stark gestiegen ist, die Unternehmen jedoch nach wie vor die Hausbank als bevorzugter Finanzierungspartner angegeben.
Die positiv wahrgenommene Betreuung der Mittelständler durch die Banken, die Bedeutung des persönlichen Ansprechpartners und die durch die allgemein gute Bonität der Unternehmen problemlose Bankfinanzierungsbeschaffung, lassen keinen nennenswerten Bedeutungsverlust des Bankkredits erwarten.

Auch bei wichtigen Aspekten der Finanzierung – der Vergabetransparenz, die Bewilligungsdauer und Flexibilität – schneiden Banken, nach Meinung der Probanden, besser ab als die Crowd.

Das Crowdlending dennoch ein interessantes Konzept ist, mit dem sich auch Banken befassen, zeigte kürzlich die Übernahme der Crowdlending Plattform Lendico durch die ING-DiBa sowie weitere Übernahmespekulationen am Markt. Ob die Integration von Plattformen in das Geschäftsmodel von Banken die Crowdkredite im KMU-Segment beflügeln können oder ob sich die Banken im Rahmen einer Open Banking Strategie neue Vertriebswege für Konsumentenkredite sicher möchten, bleibt abzuwarten.

 

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