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Konsultationspapier zum überarbeiteten SREP

Risikobewertung von Geschäftsmodell, Solvabilität und Liquidität

Die Richtlinie adressiert den Überwachungsprozess der jeweiligen nationalen Bankenaufsicht. Auf Basis der zur Konsultation gestellten Kriterien der Risikobewertung, lassen sich Anforderungen an das Geschäftsmodell, die Solvabilität und die Liquidität der Institute ableiten.

Überblick

Am 7. Juli hat die Europäische Bankenaufsicht (EBA) ein Konsultationspapier zu den „Guidelines for common procedures and methodologies for the SREP (supervisory review and evaluation process)“ unter Artikel 107 (3) der Direktive 2013/36/EU (CRD IV) veröffentlicht. Die Richtlinie gibt einen einheitlichen Rahmen für die Arbeit der Bankenaufsicht in ihrer Bewertung der Risiken des Geschäftsmodells, der Solvenz und der Liquidität der Institute vor. Die Konsultation läuft bis zum 7. Oktober 2014; die Regelung soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

SREP ist mehr als ein ICAAP-Assessment

Das Konsultationspapier ist das bislang umfassendste Dokument darüber, wie EU-Bankenaufseher zukünftig Risiken einschätzen sollen. Es erweitert zudem den Fokus des SREP von einer Kapitalsicht hin zu einer umfänglichen Abschätzung des Geschäfts- und Risikoprofils eines Instituts. Das SREP Framework umfasst danach die Charakteristika und Risiken des Geschäftsmodells, Ressourcen sowie Governance und Kontrollen – also auch Elemente, die nicht Bestandteil eines klassischen ICAAP-Assessments sind.

Struktur

Die Richtlinie basiert auf vier wesentlichen Elementen, anhand derer das jeweilige Institut bewertet wird:

a) Analyse des Geschäftsmodells

b) Bewertung der internen Governance sowie des unternehmensweiten Kontrollsystems

c) Bewertung von Risiken für das Kapital sowie seine Adäquatheit

d) Bewertung von Risiken für die Liquidität und das Funding


Bewertung und Proportionalität

Entsprechend des Grundsatzes der Proportionalität werden Institute basierend auf ihrem Einfluss auf das Finanzsystem einer von vier Kategorien zugeordnet. Die nationale Bankenaufsicht bewertet dann jedes der vier Elemente und vergibt einen Einzel-Score, welcher anschließend zum Gesamt-Score zusammengefasst wird. Dieses Scoring-System ermöglicht zum einen Peer-Group-Vergleiche, zum anderen ist es die Basis für weitere aufsichtliche Maßnahmen (z.B. im Sinne von zusätzlichen Kapital- oder Liquiditätsanforderungen).

 

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