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Die Zukunft der Arbeit

Interview mit Maren Hauptmann, Leiterin Organization Transformation & Talent

Wie könnte das Arbeitsleben von morgen aussehen? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich aus den veränderten Arbeitsbedingungen? Und wie können diese Möglichkeiten wahrgenommen werden? Maren Hauptmann, Leiterin des Bereichs Organization Transformation & Talent, über Organisationen und Talente der Zukunft.

Evolution of Work: New realities facing today's leaders

Technologische und soziale Kräfte verändern die Art und Weise, wie Arbeit getan wird, wer diese verrichtet und auch wie Arbeit im Allgemeinen aussieht.

In einer Deloitte-Umfrage mit 2.200 Experten zeichneten sich fünf Trends zum zukünftigen Arbeitsleben ab, die sowohl Einzelpersonen als auch Führungskräfte im Unternehmen und politische Entscheidungsträger als Chancen nutzen können, um die Zukunft der Arbeit zu gestalten:

  1. Exponential organizations: Unternehmen nutzen verstärkt Big Data, IoT und andere Technologien in gezielter Kombination mit Talenten und innovativen Geschäftsmodellen für einen Vorsprung gegenüber ihren Wettbewerbern.
  2. The unleashed workforce: Diverse Faktoren wie z.B. Freelancing, Crowdsourcing und erhöhte Mobilität bringen mehr Freiheiten in die Arbeitswelt.
  3. LIfelong reinvention: Längere Lebenserwartungen und eine veränderte Einstellung zum Thema Arbeit beeinflussen die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, und ihre Vorstellung von Karriere und Work-Life-Balance.
  4. Technology, talent und transformation: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die zunehmende Automatisierung und die verstärkte Interaktion zwischen Mensch und Maschine prägen die zukünftige Arbeitswelt.
  5. The ethics of work and society: Traditionelle Arbeitskonzepte und gesellschaftliche Werte verändern sich, soziale Benefits und Sicherheiten für den einzelnen Mitarbeiter rücken weiter in den Mittelpunkt.

Wie können diese Trends zum zukünftigen Arbeitsleben als Chancen optimal genutzt werden? Maren Hauptmann gibt Einblicke.

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Exponential Organizations | Daten sind alles!

Welche Mitarbeiter brauchen Unternehmen, um aus Daten schlau zu werden?

Grundsätzlich ist es erforderlich, dass allen Mitarbeitern ein Bewusstsein dafür vermittelt wird, was Daten wert sind und wie sie aufzunehmen, zu pflegen, zu aktualisieren und zur Verfügung zu stellen sind.

Um aus den Daten Informationen zu gewinnen, benötigen Unternehmen Data Scientists, die die Grundvoraussetzungen schaffen: die Daten strukturieren, sortieren und in eine Logik bringen, um hieraus Korrelationen bzw. Muster abzuleiten. Dabei ist die Data Governance ein wichtiger Aspekt. Daten müssen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen und aufbereitet werden.

Leadership Teams nutzen die gewonnenen Informationen, um Schlüsse zu ziehen und Entscheidungen zu treffen. Wir stellen fest, dass datenbasierte Conclusio zu deutlich objektiveren Sichtweisen führt und andere Entscheidungen getroffen werden.

Maren Hauptmann, Partnerin Human Capital Advisory Services, Lead Organization Transformation & Talent

Unleashed workforce | Arbeitsgeneration frei von traditionellen Grenzen und strikten Regeln.

Wie schafft man eine Unternehmenskultur, die alles zusammenhält?

In einer Zeit, in der wir eine Veränderung der traditionellen Arbeitsform feststellen, ist es für Unternehmen wichtig, festzulegen wie und in welchen Modellen gearbeitet wird, um Orientierung zu schaffen und sicherzustellen, dass auch freiere Arbeitsformen zu managen sind.

Unternehmen können sich an folgenden Leitfragen orientieren:

Für welche Art der Aufgaben bietet sich Crowdsourcing an?

Wie nutze ich Freelancing – als verlängerte Werkbank oder für spezifische Aufgaben, für die es sich lohnt, auf externe Spezialisten zurückzugreifen?

Habe ich notwendige Kollaborationstools und technische Plattformen, die unter Beachtung der Datensicherheit einen Austausch der Mitarbeiter untereinander ermöglichen?

Gibt es vereinbarte Kernarbeitszeiten? Sind diese für alle Mitarbeiter geregelt oder können Teams selbstständig festlegen, wie und wann ein Austausch untereinander erfolgen kann? 

Aus meiner Sicht sind Vorgaben und die explizite Kommunikation, wie im Unternehmen gearbeitet werden soll, essentiell, um eine Unternehmenskultur zu schaffen. Dies umfasst auch Absprachen in Bezug auf die Ansprache oder die Reaktionsgeschwindigkeit auf Anfragen, die in traditionellen Organisationen mit der Zeit wachsen. Sie müssen sehr viel explizierter formuliert werden, wenn Mitarbeiter nur kurzfristig zusammenarbeiten.

Spannend zu beobachten ist, dass trotz der Digitalisierung persönliche Referenzen immer wichtiger werden und das Personalisierte zunimmt. Aus diesem Grund sind ein direkter Austausch und die Fähigkeit, diesen Austausch sicherzustellen, unabdingbar.

Mehr Informationen zu datenbastierter Analytics finden Sie beim Deloitte Analyics Institute

Technology, Talent, Transformation | Auf den Mix kommt es an.

Was bedeutet Talent im digitalen Zeitalter?

Durch die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung ändern sich Anforderungen an Fähigkeiten und Fertigkeiten heute deutlich schneller als vor 5 oder 10 Jahren und es ist davon auszugehen, dass sich dies in der Zukunft noch dynamischer gestalten wird.

Wir befinden uns im einem konstanten Lernprozess. Denn alles, was ich heute lerne, ist morgen möglicherweise bereits veraltet. Zukünftig ist für Unternehmen daher nicht die Frage relevant, was der Mitarbeiter derzeit kann, sondern wie er lernt. Dies ist eng verbunden mit bestimmten Kompetenzen, beispielsweise Kooperationsfähigkeit und -wille, Kommunikationsfähigkeit und strategischem Denken, das heißt, größere Muster erkennen und verstehen.

Wichtiger als detaillierte Kenntnisse ist die Grundausbildung. Dabei ist es ratsam, nicht auf Trends aufzuspringen und einem bestimmten Muster zu folgen, sondern zu verfolgen, was man gern macht und hier einen roten Faden zu etablieren. Mitarbeiter sollten sich für Arbeitgeber entscheiden, die anstatt enger Karrierepfade eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten.

Betrachten wir Talent im Zusammenhang mit Robotics und künstlicher Intelligenz, wird deutlich, dass auch Maschinen und Logarithmen einen Lebenszyklus haben. So müssen Unternehmen beispielsweise Wartungsintervalle oder den reibungslosen Ablauf sicherstellen und auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.