D21 Digital Index 2017-2018: Deutschland digital

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D21 Digital Index 2017/2018: Deutschland hat noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Moderne Unternehmen sind im Prozess der Digitalisierung schon weit vorangeschritten, doch wie stehen die Menschen in Deutschland zu den digitalen Technologien und deren Nutzung? Der D21 Digital Index 2017/2018 zeichnet ein aktuelles Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft und zeigt auf, dass die digitalen Kompetenzen der Deutschen noch lückenhaft sind.

In der Initiative D21, Deutschlands größtem gemeinnützigem Netzwerk für die digitale Gesellschaft, engagieren sich Teilnehmer aus der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um die gesellschaftlichen Herausforderungen im digitalen Wandel zu erforschen und die Zukunft der digitalen Gesellschaft mitzugestalten. Der seit 2013 jährlich veröffentlichte Digital Index bildet die deutsche Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren ab und eröffnet spannende Ausblicke auf die Trends, Gewohnheiten und Vorbehalte zum Thema Digitalisierung.

Fremdwort Industrie 4.0, mobiles Arbeiten ist die Ausnahme
In den Unternehmen sind Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT), mobiles Arbeiten, Robotik und künstliche Intelligenz die großen aktuellen Trendthemen – in Deutschland und im internationalen Vergleich. Der Blick auf die Ergebnisse des D21 Digital Index zeigt allerdings, dass die Mehrheit der Deutschen nicht mal die Begriffe kennt: Nur 21 Prozent wissen, was Industrie 4.0 ist, und lediglich 16 Prozent verstehen, was das Internet der Dinge (IoT) ist. Mobiles Arbeiten ist hierzulande nur für eine Minderheit von 16 Prozent schon Realität – 84 Prozent arbeiten noch traditionell, weil mobiles Arbeiten in ihrem Beruf oder ihrem Unternehmen nicht möglich ist oder sie daran kein Interesse haben.

Im Zuge der digitalen Transformation stellt sich auch die Frage, inwieweit die Menschen die neuen Technologien akzeptieren. Der D21 Index belegt, dass in der Bevölkerung zu Innovationen wie Künstlicher Intelligenz und Robotik noch erhebliche Vorbehalte bestehen. Die Vorstellung einer Interaktion mit intelligenten Geräten bereitet vielen Deutschen Unbehagen. So würden sich 50 Prozent der Befragten eher unwohl bei der Zusammenarbeit im Job mit einem Roboter fühlen, der ähnlich wie ein menschlicher Kollegen agiert. Bei der Beratung im Internet zu Apps, Produkten und Dienstleistungen durch virtuelle Berater oder digitale Assistenten gaben 52 Prozent an, sich eher unwohl zu fühlen, und die Vorstellung selbstfahrender Autos verursacht sogar bei 66 Prozent Bedenken.

Weitere Kernergebnisse der Befragungen für den D21 Digital Index 2017/2018

• 81 Prozent der Deutschen sind online. Das stellt gegenüber dem Vorjahr (79 Prozent) eine leichte Steigerung dar, der Anteil der digitalen Vorreiter ist um 3 Prozentpunkte auf 34 Prozent angestiegen.
• 19 Prozent der Bevölkerung sind nach wie vor offline. Auffällig hierbei: 94 Prozent der Offliner gehören der Altersgruppe der über 50-Jährigen an. Hauptgrund ist mangelndes Interesse (81 Prozent), immerhin 15 Prozent haben Bedenken wegen der Sicherheit und 12 Prozent wegen des Datenschutzes.
• Das meistgenutzte Gerät für den Online-Zugang ist mit 70 Prozent das Smartphone, das Notebook und PC überflügelt hat. Die Nutzung von Wearables (wie etwa Smartwatches) kommt nach wie vor nicht über die 5-Prozent-Hürde hinaus.
• Zwei Drittel der Deutschen erwarten den Umgang mit digitalen Medien und Programmierkenntnissen bereits in der Schule.

Technologischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel

Nicolai Andersen, Partner und Leiter Innovation & Deloitte Garage, Deloitte Deutschland, erklärt als Mitglied des D21-Vorstands und Leiter der Arbeitsgruppe Ethik der D21 Initiative zu den Ergebnissen des Digital Index: „Digitale Assistenten unterstützen uns täglich. Sobald diese Maschinen jedoch Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden haben, sind Nutzer zunehmend skeptisch. Für die weitere Entwicklung und Implementierung von Zukunftstechnologien in unseren Alltag müssen genau diese Befürchtungen adressiert und damit einhergehende ethische Fragestellungen gelöst werden.“ Ziel der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe ist es, ethische Grundvorstellungen in die digitalisierte Welt zu übersetzen und durch sachliche und konstruktive Bewertung zur Orientierung beizutragen. Deloitte Deutschland ist Partner der D21 Initiative.

Alle Ergebnisse des Reports finden Sie im Download des D21 Digital Index 2017/2018 auf der Webseite der D21 Initiative.

Wie Digitalisierung, technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel Deutschland bis zum Jahr 2030 verändern werden, zeigen vier Zukunftsszenarien des Deloitte Center for the Long View, die in einer ganzheitlichen Betrachtung die Trends, Chancen und Risiken der Entwicklung aufzeigen. Mehr zur digitalen Transformation, den Trends für Industrie 4.0 und die Zukunft der Arbeitswelt erfahren Sie auf unserer Überblicksseite Transform today into tomorrow.

Digitale Transformation: Vier Zukunftsszenarien 2030 (Englische Sprache)

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