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Entlassmanagement im Krankenhaus

Studie: Hintergründe, aktuelle Herausforderungen und innovative Weiterentwicklungen

Viele Patienten benötigen auch im Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt noch weitere medizinische Unterstützung. Dies kann beispielsweise die pflegerische, häusliche Krankenversorgung, der Übergang in eine Rehabilitationseinrichtung oder auch nur die Verschreibung von rezeptpflichtigen Medikamenten und die Bescheinigung einer anschließenden Arbeitsunfähigkeit sein. Das Entlassmanagement hat zum Ziel, genau diesen Übergang der Patienten in die Anschlussversorgung so nahtlos wie möglich zu gestalten, um damit auch die Genesung und Gesunderhaltung des Patienten zu fördern. In der aktuellen Deloitte Studie werden deshalb neben den gesetzlichen Grundlagen für das Entlassmanagement auch die daraus resultierenden Erwartungen der beteiligten Akteure, Herausforderungen in der Umsetzung und mögliche Lösungsansätze erläutert.

Da das Entlassmanagement eine Schnittstelle zwischen der stationären und ambulanten Versorgung und vielen unterschiedlichen Leistungserbringern sowie Kostenträgern bildet, ergeben sich daraus für die Beteiligten in der Praxis neue Herausforderungen. Sowohl Kliniken als auch andere Organisationen haben auf diese Herausforderungen ihre eigenen Antworten gefunden, wovon eine Auswahl vorgestellt wird. Abschließend wird ein Ausblick in die Zukunft des Patienten-Entlassmanagements gegeben. Dabei überrascht es kaum, dass in einem zunehmend vernetzten Gesundheitssystem in Deutschland auch das (digitale) Entlassmanagement immer bedeutender wird.

Entlassmanagement im Krankenhaus

Erwartungen an das Entlassmanagement

Schon aus der gesetzlichen Regelung und den Vertragspartnern des Rahmenvertrags ergibt sich, dass sowohl Kliniken und ihre Ärztinnen und Ärzte, stationäre und ambulante Leistungserbringer der Anschlussversorgung sowie Krankenkassen am  Entlassmanagement beteiligt sind. Gleichzeitig steht natürlich der jeweilige Patient im Mittelpunkt und gegebenenfalls müssen Angehörige oder gesetzliche Vertreter mit einbezogen werden. Daraus ergibt sich ein komplexes Netz an Interessensgruppen mit Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Akteuren, die jeweils im Prozess des Entlassungsmanagements eigene Belange vertreten.

Abb. 1 – Wesentliche Akteure im Entlassmanagement

Zentrale Herausforderungen im Krankenhausentlassmanagement

Trotz der klaren Anforderungen der jeweiligen Beteiligten am Prozess ist die Umsetzung eines guten und effizienten Entlassmanagements für viele Kliniken schwierig. Häufig können Krankenhäusern ihren Patienten am Tag der Entlassung den Entlassungsbrief für ihren weiterbehandelnden Arzt nicht mitgeben. Ein Grund dafür ist, dass bestimmte klinische Informationen noch nicht final verfügbar sind. Weiterhin können auch Informationen aus nachgelagerten Krankenhaus-IT Systemen, wie zum Beispiel dem Labor-Informations-System (LIS) oder dem Radiologie-Informations-System (RIS), noch nicht in das zentrale Krankenhaus-Informations-System (KIS) übertragen sein. Teilweise dauern Untersuchungen auch über den Krankenhausaufenthalt des Patienten an oder entsprechende Freigaben fehlen. Medienbrüche infolge fehlender Schnittstellen führen ebenfalls zu Verzögerungen, beispielweise wenn ein externer Leistungserbringer seine Befunde per Fax an die Klinik sendet und diese dort gescannt werden müssen. Dabei leiden viele Kliniken auch unter Mehrfach-Dokumentation, bei der Informationen doppelt an verschiedenen Stellen wie dem KIS, externen Tools und in Papierform gesammelt werden. Patienten erhalten in diesem Fall oft einen ausgedruckten, vorläufigen, Arztbrief, der dann selbst beim Hausarzt abgegeben werden muss. 

Um das Entlassmanagement erfolgreich zu gestalten, ist deswegen einerseits die schnelle und einfache Informationsweitergabe und andererseits ein sicherer Zugang und Transportweg von Daten erforderlich. Eine potenzielle Lösung kann hierbei der elektronische Arztbrief in Kombination mit einer elektronischen Patientenakte bieten. Außerdem ist die verschlüsselte Weiterleitung ohne Zeitverzug beispielsweise an den Hausarzt möglich.

„Die Nutzung von Plattformen und die Digitalisierung manueller Prozessschritte
verbessert das Entlassmanagement im Sinne aller Beteiligten.“ 

Ibo Teuber, Director, Life Science & Health Care 

Ansätze zur Optimierung

Eine Reihe neuer Marktteilnehmer haben die Probleme des analogen Entlassmanagements mittlerweile erkannt und bieten Software-Lösungen zur Digitalisierung der Überleitung in die Nachsorge an. Auch wenn die vorhandenen Lösungen den Entlassmanagement-Prozess aufgrund der Komplexität noch nicht komplett abbilden und unterstützen können, bietet doch jede Lösung in ihrem Schwerpunktgebiet eine deutliche Prozessunterstützung. Innerhalb der Untersuchung werden deshalb einige ausgewählte Lösungen innovativer Marktteilnehmerin vorgestellt.

Laden Sie hier die Studie „Marktreport: Entlassmanagement im Krankenhaus“  herunter und erfahren Sie alle Ergebnisse der Erhebung im Detail.