Krankenhaus Rating Report

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Krankenhaus Rating Report 2018

Personal – Krankenhäuser zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die wachsende Personalknappheit sowie eine unzureichende Kapitalausstattung sind die größten Herausforderungen für die Krankenhäuser. Dem Fachkräftemangel könnte durch eine Digitalisierung des Gesundheitswesens entgegengewirkt werden. Dazu zählen Fortschritte bei einer standardisierten elektronischen Patientenakte, Telemedizin, künstliche Intelligenz und Robotik. Der Krankhaus Rating Report wurde gemeinsam vom RWI - Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte erstellt und wird im Rahmen des Hauptstadtkongress 2018 vorgestellt. Der Report basiert auf einer Stichprobe von Jahresabschlüssen, die mehr als 860 Krankenhäuser umfassen.

Kernaussagen des Krankenhaus Rating Report 2018

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser hat sich im Jahr 2016 verbessert, nur noch 7% der Krankenhäuser befanden sich im roten Bereich der erhöhten Insolvenzgefahr.

Wie schon in der letztjährigen Studie sind die Krankenhausstrukturen auch in diesem Jahr in einigen Regionen ungünstig. Allerdings gibt es hier durch die Krankenhausstrukturfonds weiterhin eine positive Entwicklung. Wie schon in den Vorjahren, war auch in diesem Jahr die wirtschaftliche Lage in den ostdeutschen Bundesländern am besten. Die schwierigste Lage war erneut in Niedersachsen/Bremen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Die aktuelle Ausgabe des Reports basiert auf einer Stichprobe von 490 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2015 und 258 Abschlüssen aus dem Jahr 2016. Sie umfassen insgesamt 864 Krankenhäuser.

Der demografische Wandel verstärkt den Fachkräftemangel

Während es in den vergangenen Jahren möglich war, den Personalbestand der Leistungsmenge anzupassen, wird der demografische Wandel für einen starken Anstieg an pflegebedürftigen Menschen sorgen. Um der hohen Nachfrage an Pflegepersonal nachzukommen, müssen bis 2025 160.000 weitere Fachkräfte eingestellt werden. Gleichzeitig wird die Anzahl der Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren kontinuierlich sinken. Der Fachkräftemangel wird sich somit verstärken.
  

Nachhaltige Veränderung durch Personalmangel

Die Gesundheitsagenda 2025 zeigt: Die Knappheit an personellen Ressourcen kann Rationierung von Leistungen verursachen und das Gesundheitswesen wesentlich verändern.

Gesundheitsagenda 2025

Es sollten hierbei Antworten zu sieben Problemstellungen gefunden werden:

  1. Der Umgang mit dem zu erwartenden weiter wachsenden Fachkräftemangel.
  2. Die Überführung des Gesundheitswesens ins digitale Zeitalter. Zum Beispiel kann die Pflegerobotik eine Entlastung der Pflegekräfte darstellen.
  3. Eine Reform des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Erhöhung der mangelnden Innovationsoffenheit, um die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens zu gewährleisten.
  4. Die Lücke bei den Investitionsfördermitteln im Krankenhausbereich muss behoben werden, um schon auf schwierigere Zeiten in den 2020er Jahren vorbereitet zu sein.
  5. Die Notfallversorgung sollte neu ausgerichtet werden, um die Versorgungssicherheit sicher zu stellen. Eine gute Notfallversorgung ist eine Voraussetzung für die Optimierung von Krankenhausstrukturen.
  6. Ein konsequenter Ausbau der Qualitätstransparenz und Nutzbarmachung dieser für Patienten mittels digitaler Angebote.
  7. Die Förderung der sektorenübergreifenden Versorgung und der Ambulantisierung der Medizin, zum Beispiel durch populationsorientierte Vergütungsmodelle.

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