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Förderung KI-basierter Assistenzsysteme für prozessbegleitende Gesundheitsanwendungen

Unterstützung von der Identifizierung innovativer Projektideen bis hin zur Antragstellung

Der digitale Wandel bestimmt inzwischen viele Bereiche unseres Lebens und Arbeitens. Auch Krankenhäuser sind zunehmend abhängig von modernen digitalen Technologien, die eine bessere Patientenversorgung gewährleisten sollen und dem Fachpersonal die Arbeit erleichtern können. Im Sommer 2020 hatte die Bundesregierung angekündigt, Investitionen in moderne digitale Infrastruktur, z.B. Patientenportale, elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, digitales Medikationsmanagement, Maßnahmen zur IT-Sicherheit sowie Assistenzsysteme, zu bezuschussen. Für diesen Zweck wurde der Krankenhauszukunftsfonds eingerichtet und mit 3 Milliarden Euro ausgestattet. Weitere 1,3 Milliarden Euro sollten von den Ländern und von den Krankenhausträgern zur Verfügung gestellt werden. Doch wie sieht es aus, wenn der Bedarf der Krankenhäuser nicht durch die aktuellen marktgängigen Produkte gedeckt wird, sondern nach neuen, alternativen und leistungsfähigeren Lösungen verlangt? Was, wenn Ideen für neue Produkte, noch effizientere Prozesse und bahnbrechende Innovationen noch nicht vollends ausgereift sind, sondern aktuell nur in Form eines Konzeptes existieren?

Innovationsprogramm für KI-gestützte Assistenzsysteme in der Gesundheitsversorgung

Als korrespondierendes Gegenstück zur bereits laufenden Investitionsförderung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein auf den Gesundheitsbereich zielendes Innovationsförderprogramm aufgesetzt. Das Ziel ist es, die Erforschung und Entwicklung von innovativen, interaktiven Assistenzsystemen zu bezuschussen, die das Potenzial haben, Prozesse in der klinischen Gesundheitsversorgung mit Methoden der künstlichen Intelligenz zu unterstützen und somit messbar zu verbessern. 

Derartige Verbesserungen können u.a. durch eine effizientere Gestaltung organisatorischer Prozesse oder durch Unterstützung bzw. Entlastung des medizinischen Personals bei komplexen Problemstellungen und sich wiederholenden Aktivitäten erreicht werden. Neben einer Steigerung der Behandlungs- und Prozessqualität zielt die Förderung auf eine Erhöhung der Zufriedenheit sowohl der Patienten als auch des klinischen Personals ab. Auch Informations- und Aufklärungsprozesse, wie zum Beispiel vor medizinischen Eingriffen, können interaktiv durch Methoden der künstlichen Intelligenz unterstützt werden.

Bis zum 30. September 2021 können Verbünde aus Unternehmen und Hochschulen oder Forschungseinrichtungen sich um die Förderung bewerben. In der ersten Stufe des insgesamt zweistufigen Antragsprozesses werden lediglich kurze Projektskizzen benötigt (max. 12 Seiten), die im Wesentlichen den innovativen Charakter des angestrebten Projekts, die fachliche Qualifikation des Konsortiums und die Qualität des Verwertungskonzepts hervorheben. Eingereichte Projektskizzen werden von unabhängigen Gutachtern bewertet. In der zweiten Verfahrensstufe werden die Verfasser der positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen.

Welche Anwendungsfelder werden gefördert?

Im Fokus der Fördermaßnahme stehen mehrere Anwendungsfelder, die von den Projekten adressiert werden können:

  1. Interaktive KI-basierte Assistenzsysteme zur Verbesserung klinischer, organisatorischer oder administrativer Prozesse in Krankenhäusern oder Behandlungszentren (z.B. die intelligente Unterstützung von Aufnahme, Anamnese, Patientensteuerung, Bettenbelegung, Ressourcenplanung, Entlassung, Beschwerdemanagement und Nachsorge)
  2. KI-basierte (teil)automatisierte Anwendungen, die medizinische Dokumentationsprozesse im Sinne einer effektiven und qualitätsgesicherten Dokumentation unterstützen und damit medizinisches Personal entlasten
  3. Interaktive Systeme der künstlichen Intelligenz für die Optimierung und Digitalisierung von Prozessen im Operationssaal sowie zur Planung, Begleitung und Evaluation von operativen Eingriffen
  4. Interaktionssysteme für die Unterstützung des Behandlungsprozesses bei Traumapatienten (z.B. Stärkung der Alarmierungs- und Versorgungskette von Unfallort, Notärztin/Notarzt, Leitstelle)
  5. Interaktive KI-basierte Gesundheitsanwendungen für einen möglichst nahtlosen Behandlungsprozess beim Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung
  6. Interaktive KI-basierte (Sprach-)Dialogsysteme zum Zwecke der medizinischen Informationsbereitstellung und Wissensvermittlung sowie zur Steigerung der Patientenaufklärung

Dieses Förderprogramm ist eine vielversprechende Möglichkeit für alle Akteure der Gesundheitsbranche, die die Absicht haben, Innovationen zu entwickeln, noch nicht finalisierte Ansätze zu erproben und das Gesundheitswesen um die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zu erweitern. 

Für das BMBF hat die anschließende Verwertung einen hohen Stellenwert. An Projekten müssen deshalb Partner beteiligt sein, welche die Projektergebnisse nach der Fertigstellung der Demonstratoren zu einer breiten Anwendung bringen wollen und können.

Mit einem Zuschuss von bis zu 50% für Unternehmen, bis zu 60% für kleine und mittlere Unternehmen sowie bis zu 100% für Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist dieses Förderprogramm eine lukrative Gelegenheit, die Kosten eigener Produkt- und Prozessinnovation zu senken.

Beratung zur digitalen Transformation und Antragstellung

Um Sie kompetent und effizient durch die Einzelheiten dieses neuen Förderprogramms zu navigieren, bieten wir Ihnen bei Deloitte eine 360°-Beratung und -Unterstützung durch Kollegen der Fördermittelberatung sowie des Health Care Consulting Teams an. Dabei vereinen wir unsere langjährige Expertise aus nationalem und europäischem Fördermittelwissen mit Know-how im Bereich der ambulanten und stationären Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Wir unterstützen Sie ganzheitlich von der Identifikation der Maßnahmen über Antragserstellung und -einreichung bis hin zur Fördermitteladministration. 

Für weitere detaillierte Informationen sprechen Sie uns gerne an.

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