Connected Car

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Vernetzt, individuell und sicher

Die nächste Generation des Automobils und die Generation Y

Ein nachhaltiger Erfolg von Connected-Car-Services erfordert höhere Bekanntheit bei den Konsumenten. Investieren sollten Automobilhersteller auch in individuelle Connected-Car-Services & -Pakete sowie in Automotive Security.

Von Dr. Thomas Schiller, Leiter Automobilindustrie

Unser Alltag wird immer vernetzter. Inzwischen hat das Internet auch Einzug in das Automobil gehalten und ermöglicht die Nutzung zahlreicher innovativer Dienste und Funktionen. Diese Connected-Car-Services sollen Komfort und Sicherheit im Fahrzeug weiter erhöhen. Bei deren Nutzung fließen Daten nicht nur in das Fahrzeug, sondern auch in großem Umfang aus dem Automobil heraus. Dadurch spielen für Konsumenten bei der Entscheidung für oder gegen Connected-Car-Services nicht nur Kosten-Nutzen-Aspekte eine wichtige Rolle, sondern auch die Frage nach der Sicherheit der Daten.

In der Automobilindustrie sind Connected-Car-Services bereits schon seit einigen Jahren ein zentraler Innovationstreiber und Investitionsschwerpunkt. 16 bis 18 Milliarden Euro wollen Automobilhersteller in den kommenden Jahren in deren Entwicklung investieren. Sind heute in Deutschland etwa 20 Prozent der Neufahrzeuge voll vernetzt, so soll dieser Anteil bereits in 2016 auf ganze 80 bis 85 Prozent ansteigen. Auf dem Weg dahin müssen sich Automobilhersteller mit zwei zentralen Fragen befassen: Was sind die Erwartungen und Wünsche der Konsumenten hinsichtlich Connected-Car-Services? Und: Was sind ihre Erwartungen und Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit ihrer persönlichen Daten?

Die Studie „Datenland Deutschland: Connected Car – Generation Y und die nächste Generation des Automobils“ ergab, dass über 50 Prozent der Generation Y der Begriff Connected Car nicht bekannt ist – und das obwohl diese Generation mit der Digitalisierung und Vernetzung des Alltags groß geworden ist. Befragt nach Diensten und Funktionen ist ihr Interesse hoch – vor allem für intelligente Fahr- und Sicherheitssysteme. Über ein Drittel der Generation Y möchte Connected-Car-Services in ihrem nächsten Fahrzeug nutzen, einige würden sogar dafür die Marke wechseln. Für mehr Komfort und Sicherheit im Fahrzeug ist die junge Generation bereit bis zu 55 Euro im Monat zu bezahlen. Das ist deutlich mehr als die durchschnittliche monatliche Handyflatrate.  

Beim Thema Automotive Security fürchtet die Generation Y am meisten die Kontrolle zu verlieren – über ihre Daten, die ohne ihr Wissen an Dritte weitergegeben werden könnten und über ihr Fahrzeug, das durch einen Hackerangriff manipuliert werden könnte. Sie sehen an dieser Stelle die Automobilhersteller in der Pflicht, den Schutz ihrer persönlichen Daten sicherzustellen. Und fordern von ihnen eine Garantie, dass ihre Daten vertrauensvoll behandelt werden. Erwartet wird  auch eine klare Kommunikation und mehr Transparenz darüber, welche Daten zu welchem Zweck verwendet werden. Kommen die Automobilhersteller diesen Forderungen nach, ist die Mehrzahl der Generation Y bereit, für eine entsprechende Gegenleistung in Form von Rabatten oder besserer Serviceleistungen ihre persönlichen Daten mit diesen zu teilen.

Ein nachhaltiger Erfolg von Connected-Car-Services erfordert im ersten Schritt eine höhere Bekanntheit bei den Konsumenten. Dies kann durch eine klare Kommunikation der verfügbaren Dienste und Funktionen sowie deren Nutzen für den Konsumenten erzielt werden. Den unterschiedlichen Interessen der einzelnen Generationengruppen werden Automobilhersteller mit individuellen Connected-Car-Services & -Paketen hinsichtlich Serviceleistungen, Zahlungsbereitschaft und -modalitäten gerecht. Weiter ist ein vertrauensvoller Umgang mit persönlichen Daten unerlässlich. In Form einer „Datenschutz-Garantie“ können Automobilhersteller Vertrauen bei den Konsumenten aufbauen.

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