Creating shareholder value through divestments | M&A Forum | Deloitte Deutschland

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Verkäufe steigern den Unternehmenswert

Fokus aufs jeweilige Kerngeschäft

In den Krisenjahren 2009 bis 2012 waren Veräußerungen meist noch Reaktionen auf den finanziellen Druck, der auf den Unternehmen lastete. Inzwischen hat sich die Situation verändert: Bei der aktuellen M&A-Welle geht es vor allem darum, das Portfolio durch Verkäufe aufs jeweilige Kerngeschäft zu fokussieren.

Verkäufe steigern den Unternehmenswert

Seit 2014 wächst der Gesamtwert der weltweiten Verkaufsaktivitäten kontinuierlich. Allein für 2016 wurden Veräußerungen im Wert von fast 200 Milliarden Dollar angekündigt. Hier lag Europa mit 84 Milliarden Dollar an der Spitze, Nordamerika folgte mit 74 Milliarden Dollar. Auf der Käuferseite fällt vor allem der starke Anstieg von Auslandstransaktionen in der Asien-Pazifik-Region auf. Die wichtigsten Akteure kamen hier aus China und Japan.

Insbesondere die Zunahme von Mega-Deals hat sich auf die Entwicklung von Veräußerungsgeschäften spürbar ausgewirkt. Schon in den Jahren 2014 und 2015 resultierten allein daraus Verkäufe in Höhe von 194 Milliarden Dollar. Veräußerungen wurden genutzt, um die Voraussetzungen für behördliche Genehmigungen großer Deals zu erfüllen, Kapital aufzustocken und das Kerngeschäft zu stärken.

Wir gehen davon aus, dass Verkäufe zur Neuausrichtung von Unternehmen für den M&A-Markt weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Auf mittlere Sicht ist mit erheblichen Verkaufsvolumina in den Bereichen Industrie, TMT und Consumer Business zu rechnen, wobei die Mega-Deals des vergangenen Jahres als Katalysator wirken, dass Vermögenswerte veräußert werden.

Um zu ermitteln, wie die Märkte auf Veräußerungen reagieren, haben wir in unserer Analyse „Creating value from divestments“ die Aktienkursentwicklung von kaufenden und verkaufenden Unternehmen mit der Indexrendite verglichen. Die Resultate sind ermutigend: Kurzfristig (+/- drei Tage) lag die durchschnittliche Rendite der Verkäufer 92 Basispunkte über der Indexrendite, während die Rendite des Käufers 178 Basispunkte über der Indexrendite lag. Ein Jahr nach dem Verkauf betrug die durchschnittliche Rendite der Verkäufer immer noch plus 91 Basispunkte, und die Rendite des Käufers schlug die Indexrendite sogar um 421 Basispunkte.

Dabei hatten die erfolgreichen Unternehmen folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Die Veräußerungsstrategie war klar auf künftige Wachstumsaussichten abgestimmt. So konnten die Unternehmen auf Marktanforderungen besser reagieren.
  • Die Wachstumsstrategie wurde an den Märkten proaktiv kommuniziert. In unsicheren Zeiten erwarten diese eine erkennbare Fokussierung auf das Kerngeschäft und einen klar definierten Veräußerungsplan.
  • Die Unternehmen zogen eine Reihe kleinerer Veräußerungen einem einzigen großen „Blockbuster“ vor.
  • Menschen und kulturelle Herausforderungen wurden nie aus dem Blick verloren. Bei Veräußerungen sollten Führungskräfte für Klarheit über ihre Absichten sorgen und die Mitarbeiter während des gesamten Prozesses motivieren.
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