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M&A - Regionen und Branchen 2018

Einiges deutet darauf hin, dass 2018 ein starkes M&A-Jahr wird. Doch im Detail sehen die Trends in den Regionen und Branchen unterschiedlich aus, wie Deloittes M&A-Index aufzeigt. So fielen internationale Deals 2017 zurück. 2018 könnte aber in etlichen Bereichen neuen Auftrieb bringen. Die M&A-Märkte innerhalb der Regionen florieren. In vielen Branchen motiviert der Transformationsdruck M&A-Transaktionen gerade auch über Sektorengrenzen hinweg.

Unser Ausblick auf die Regionen

Durchwachsene Lage: 2017 schrumpfte der Anteil grenzüberschreitender Abschlüsse am weltweiten M&A-Gesamtwert auf 31%. Im wichtigsten Korridor USA / EU fiel der Wert sogar um über 50%. Ursache sind politische Faktoren. Chinas Kapitalkontrollen, protektionistische Maßnahmen der USA, der Brexit oder Populismus-Sorgen in der EU bremsen. Inlands-Deals wiegen den Rückgang aber meist auf. Und das 2018 Q1 brachte auch für internationale Deals gute Neuigkeiten: Im Vergleich zum Vorjahresquartal nahm ihr Wert um 33% zu.

Amerika

Die USA waren 2017 der aktivste M&A-Markt (1,2 Billionen USD). Und das bleibt auch 2018 so. Dabei gilt besonderes Interesse dem Inland. Hier beleben u.a. Steuersenkungen und hohe Cashbestände die Nachfrage. Nach einer Deloitte-Umfrage ist M&A die Top-Priorität bei der Allokation dieser Finanzressourcen. Auch Kanadas Markt strotzt vor Kraft. Hier herrscht jedoch auch Unsicherheit: Ein Rückzug der USA aus der NAFTA-Zone würde den Handel erschweren, aber auch den Kauf regionaler Assets zur Zollumgehung ermutigen. Auch Lateinamerika wäre davon betroffen, etwa Mexiko. Insgesamt steht dort der Markt aber gut da.

Europa

Das M&A-Geschehen bleibt stabil. In Deutschland ging die Aktivität 2017 zurück. Für 2018 sagt der Index eine Erholung voraus, etwa in Chemie- und Finanzbranche. Frankreich profitiert von der wirtschaftsfreundlichen Politik des neuen Präsidenten Macron. Inlandsdeals stiegen um 33%. Großbritannien bleibt trotz Brexit-Sorgen stark. Zukäufe stellen für manche Firmen sogar einen Schutz gegen Brexit-Probleme dar. Auch in Spanien boomt M&A. Käufe aus dem Ausland wuchsen um 155%.

Asien/Pazifik/Naher Osten

Ein uneinheitliches Bild: China würgte 2017 mit Kapitalkontrollen die Auslandsinvestitionen um 40% ab. In 2018 Q1 verschärft sich der Trend noch. Im Inland schnellte dafür der Wert von Private-Equity-Deals nach oben. Strengere Regulierung von Schulden und Leverage könnte den Anstieg aber beenden. Japan steigert Auslandskäufe dank günstiger Finanzierung und Renditedruck. Auch hier boomt Private Equity (Zuwachs: 542%). In Australien bremste 2017 das trübere Wirtschaftsklima. Doch ein positiveres 2018 bringt Erholung, u.a. im Bergbau. Stark sind die Märkte in Indien (55 Mrd. USD) und Israel (24 Mrd.).

The Future of the Deal

Die komplette Studie hier herunterladen.

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Unser Ausblick auf die Branchen

Consumer Business

Sektor im Umbruch: Transformationsbedarf und Disruption sorgen für rege M&A-Aktivität. Der Verkauf von Nicht-Kerngeschäft nimmt zu, u.a. wegen aktivistischer Investoren.

Produzierendes Gewerbe

Auch hier stärken Verkäufe und Konsolidierung die M&A-Aussichten. Die US-Steuerreform sorgt dank neuer Abschreibungsoptionen für Belebung. Zukäufe zielen oft auf disruptive Technologien.

Finanzbranche

2018 wird der Sektor erneut sehr aktiv. Versicherungen durchkämmen Portfolios auf Werthaltiges. Assetverkäufe werden teils durch Solvenzvorgaben erzwungen. Erträge fließen oft in den Kauf von Wachstumsfirmen.

Technologie, Media, Telekom

Der Sektor weist mit 422 Mrd. USD (2017) einen sehr starken M&A-Markt auf. Tech-Firmen expandieren in andere Branchen wie Healthcare oder Retail. Non-Tech-Firmen wiederum erwerben strategisch wertvolles technisches Knowhow.

Gesundheitswesen

Megadeals sorgten für ein starkes 2017 (273 Mrd. USD). Das wird sich 2018 fortsetzen. Life Sciences Firmen zielen u.a. auf geographische Expansion. Im Bereich Healthcare stehen in den USA Konsolidierungen an.

Energie- und Rohstoffwirtschaft

2017 fielen die M&A-Deals auf 450 Mrd. USD. Doch bleibt diese Branche 2018 eine der aktivsten. Das Comeback des Ölpreises bringt die nötigen Mittel. Sie ermöglichen z.B. den Erwerb von Explorationsfirmen. Strafzölle für Stahl u.a. könnten zwar bremsen. Dennoch bleibt die Perspektive positiv.

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