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M&A - Wandel und Wachstum 2018

Der M&A-Markt nimmt Fahrt auf. 2018 bringt entscheidende Entwicklungen: Einerseits steigt die Aktivität nach einem insgesamt stabilen Vorjahr schon im ersten Quartal sehr stark an. Das weckt Erwartungen. Andererseits muss sich erst noch zeigen, ob diese Belebung auch nachhaltig ist oder doch nur ein Strohfeuer durch Sondereffekte. Setzen sich in der Politik wirtschaftsfreundliche oder protektionistische Tendenzen durch? Der neue Deloitte M&A-Index bietet eine Analyse der aktuellen Trends und skizziert die entscheidenden Faktoren für 2018.

Ein Jahr des Wandels: Wachstum in komplexem Umfeld

Das Wachstum ist zurück, so die Bilanz des ersten Quartals 2018. Denn der Gesamtwert des globalen M&A-Marktes wächst in Q1 erheblich (auf 927 Mrd. USD). Durch solides Wachstum vieler Volkswirtschaften und weitgehender Erholung von der Finanzkrise boomen Transaktionen etwa in den Sektoren Technologie, Consumer Business, Immobilien oder Rohstoffe. Dazu kommen einige Megadeals.

Doch zugleich steigt 2018 auch die Komplexität des Umfelds. Viele Rahmenbedingungen wandeln sich. Ein Teil der vermehrten M&A-Aktivität geht auf die Absicht zurück, die derzeit noch günstige Finanzierung zu nutzen. Wie aber wird sich dann das absehbare Zurückfahren von QE-Programmen und Niedrigzinspolitik der Notenbanken auf Liquidität, Kreditvergabe und Geschäft auswirken, und damit auch auf M&A?

Gegenwind droht der Weltwirtschaft und dem M&A-Markt außerdem durch neue Handelshemmnisse wie die Zollpläne der USA oder Kapitalkontrollen in China. Dazu kommt politische Unsicherheit etwa durch Populismus in der EU. Zudem verzögern verschärfte regulatorische Prüfungen die Abwicklung von Deals. Festzuhalten bleibt auch, dass sich die Bewertungen bei Übernahmen weiterhin auf hohem Niveau bewegen, etwa in Asien/Pazifik (Durchschnitts-KGV: 28).

The Future of the Deal

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Divestments sind ein wichtiger Faktor für die wiedererstarkte M&A-Aktivität. 2017 wurde mit 472 Mrd. USD einer der höchsten Werte seit 2007 erreicht. Typische Motive sind Konzentration aufs Kerngeschäft oder Anpassung an neue Marktbedingungen. Ein anderer Hintergrund ist der wachsende Einfluss aktivistischer Investoren, die oft auf Abspaltungen zielen. Das eingesetzte Kapital dieser Akteure hat sich 2017 verdoppelt. Viele Verkäufe werden auch regulatorisch erzwungen, etwa durch das Kartellrecht nach großen Übernahmen.

70% der befragten Unternehmen avisieren Divestments. Doch auch diese stoßen 2018 auf ein Umfeld erhöhter Komplexität. Wirtschaftliche Unsicherheit, Übergangskosten sowie Verunsicherung der Beschäftigten sind die meist genannten Probleme.

Die Rückkehr von Private Equity

Zum weiteren Treibsatz für den M&A-Markt wird 2018 das Comeback der Private-Equity-Beteiligungen. Sie erreichten schon 2017 den höchsten Wert seit der Finanzkrise: 467 Mrd. USD. Das bedeutet ein Wachstum um 28% und einen Anteil am Gesamt-M&A-Markt von 15%. Typischerweise nehmen Beteiligungsfirmen dabei neben Kostensenkung vermehrt auch Wachstumspotenziale durch disruptive Technologien wie Robotics ins Visier. Das sorgt für mehr Wettbewerb um Assets und so für Preissteigerungen.

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