Uncertainty is the new normal | M&A Forum | Deloitte Deutschland

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Unsicherheit als neuer Normalzustand

Ungewissheit prägt die globalen Märkte

Unsicherheit über politische Entwicklungen, aber auch über die Auswirkungen disruptiver Technologien auf die Weltwirtschaft. Das macht M&A-Deals derzeit besonders herausfordernd, bietet aber auch einzigartige Chancen. Der neue Deloitte M&A-Index identifiziert Faktoren, die M&A-Entscheidungen beeinflussen, und gibt Orientierung für 2017.

Eins ist sicher: Nichts ist sicher

Wahlen in mehreren europäischen Staaten, eine US-Regierung mit schwer vorhersehbaren politischen und wirtschaftlichen Plänen, der Bruch Großbritanniens mit der EU. Dazu weitere Unsicherheitsfaktoren, die die Entwicklung des Welthandels bereits seit 2011 bremsen: Gleich mehrere Weltregionen leiden unter Wirtschaftsflauten, es fehlt an Investitionskapital und China befindet sich im Übergang von einer export- zu einer konsumorientierten Wirtschaft, was Handel und Preise weltweit beeinflusst. Und schließlich die Folgen des schnellen digitalen Wandels, die sich auf alle Aspekte der internationalen Wirtschaft auswirken. Keine Frage: 2017 sind M&A-Deals eine Gleichung mit vielen Unbekannten!

Unsere Analyse zeigt, dass größere Unsicherheiten den M&A-Markt schon in der Vergangenheit – zuletzt während der Banken- und Finanzkrise – deutlich verlangsamt haben. Allerdings deuten alle Anzeichen darauf hin, dass M&A-Akquisitionen sofort wieder Fahrt aufnehmen, sobald diese Unklarheiten aus der Welt sind.

Da M&A-Akquisitionen ohnehin auf Langzeit-Strategien basieren, gehen wir davon aus, dass die Akteure die allgemeine Ungewissheit inzwischen als „neue Normalität“ ansehen und sich auf die daraus entstehenden Chancen konzentrieren. Denn mutige und entschlossene unternehmerische Maßnahmen können sich in unsicheren Zeiten als besonders erfolgreich erweisen.

Es ist damit zu rechnen, dass insbesondere der beschleunigte digitale Wandel dem M&A-Markt einen starken Schub geben wird: Unternehmen müssen ihr traditionelles Geschäft vor disruptiven
Innovationen schützen, gleichzeitig aber auch die Chancen ergreifen, die ihnen neue technologische Möglichkeiten bieten. So werden Unternehmen einerseits versuchen, ihre Skaleneffekte zu nutzen und ihre globalen Lieferketten neu auszurichten, um sich für diese Verschiebung zu positionieren. Andererseits beschleunigen
sie den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle, indem sie innovative Technologien und Firmen erwerben, die ihnen helfen, sich den veränderten Gegebenheiten anzupassen.

Nach den Konsolidierungsbestrebungen in den Jahren 2014 bis 2016 erwarten wir für 2017, dass sich Unternehmen vor allem kleineren, eher strategischen M&A-Geschäften zuwenden, die starke Wachstumsraten versprechen. Im Zentrum des Interesses werden vor allem Investitionen stehen, die dabei helfen, die Möglichkeiten disruptiver Innovationen auf- und auszubauen.

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