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Art & Finance Report 2017

Dienstleistungen im Bereich Kunst und Sammlerstücke sind auf dem Weg, fester Bestandteil im Dienstleistungsumfang von Vermögensverwaltern zu werden. Letztere verfolgen zunehmend einen ganzheitlichen Ansatz für die Anlagewerte ihrer Kunden. Das geht aus dem Art & Finance Report 2017 von Deloitte und ArtTactic hervor.

Weltweiter Kunstmarkt wieder auf Kurs

Nach einem Einbruch des globalen Kunstmarktes in 2016 erholten sich die Auktionsverkäufe in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 und der Kunstmarkt hat in mehreren Regionen wieder angezogen. Da erwartet wird, dass die Zahl der hochvermögenden Personen im kommenden Jahrzehnt stark zunehmen wird, sind die langfristigen Aussichten für den Kunstmarkt positiv zu bewerten. Die aktuelle politische und wirtschaftliche Unsicherheit könnte jedoch kurzfristig einen dämpfenden Effekt auf den Markt haben.

Der diesjährige Bericht stützt sich auf die Umfrageergebnisse von rund 350 Umfrageteilnehmern, darunter 69 Privatbanken, 27 Familienunternehmen, 155 Kunstexperten und 107 Kunstsammler. Darüber hinaus teilen 42 Experten aus unterschiedlichen Feldern der Kunst- und Finanzwelt in Artikeln und Interviews ihre Einsichten mit. Das Ergebnis ist ein umfassender Bericht, der die Trends und Entwicklungen in der Kunst- und Finanzbranche und im weltweiten Kunstmarkt allgemein verdeutlicht. 
 

Stärkere Regulierung ist gut für‘s Geschäft

Der Bericht beleuchtet die Schnittstelle zwischen Kunst, Finanzen und Kultur und gliedert sich in drei Hauptsegmente: Kunst- und Vermögensverwaltung, Regulierung sowie Technologie- und Risikomanagement.

Die mangelnde Regulierung und Transparenz im Kunstmarkt ist für drei von vier Vermögensverwaltern Anlass zur Besorgnis. Andererseits schließen sich Kunstexperten und Sammler der Forderung der Vermögensverwalter an, der Kunstmarkt müsse seine Geschäftspraktiken modernisieren, um die erwarteten Standards eines transparenten, vertrauenswürdigen und entwickelten Marktes zu erfüllen.

Während drei von vier Kunstexperten und Sammlern die Selbstregulierung einer staatlichen Intervention vorziehen, fordern Vermögensverwalter mehr behördliche Vorschriften, um die Risiken zu minimieren und ihnen ein besseres Navigieren des Marktes zu ermöglichen, dessen fundierte Kenntnis ihnen häufig fehlt,“ erklärt Anders Petterson, Managing Director von ArtTactic und Co-Autor des Berichts.

Ein weiterer Ausdruck dieser Atmosphäre der Unsicherheit, Undurchsichtigkeit und des Risikos ist die Tatsache, dass die Hälfte der befragten Vermögensverwalter die mangelhafte Unterstützung durch ihre Vorgesetzten bei der Entwicklung von kunstbezogenen Vermögensdienstleistungen als eine beträchtliche Herausforderung ansahen.

 

Technologie als Wegbereiter für den Kunst- und Vermögensmarkt

Technologie spielt zunehmend eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung von Vermögensdienstleistungen im Kunstbereich. Der Bericht weist darauf hin, dass ArtTech einschließlich Blockchain-basierter Lösungen Türen zu neuen Geschäftsmodellen aufstoßen können. Zudem ist ein Aufwärtstrend bei Instrumenten zu verzeichnen, die sich für die Wertermittlung, Herkunftsbestimmung und Nachverfolgung eignen und durch deren Einsatz sich die Transparenz und das Vertrauen im Kunstmarkt erhöht.

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