Perspectives

Geldwäscheprävention

Für gewerbliche Güterhändler

Alle Vermögensstraftaten haben in der Regel eines gemeinsam: Es gilt, die eigenen Spuren schnell zu verwischen und die Beute zu sichern. Hierbei ist der klassische Weg, die aus der Straftat erlangten Mittel über Banken in den Finanzkreislauf einzuschleusen, durchaus mit Hindernissen und daher auch mit einem Entdeckungsrisiko behaftet. Den Straftätern und ihren Helfern steht heute eine stark staatlich regulierte Bankenwelt gegenüber, in der das Thema Aufdeckung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einen großen Stellenwert einnimmt. Auf der Suche nach Umgehungsmöglichkeiten wird daher immer stärker auch auf gewerbliche Güterhändler ausgewichen, um „schmutziges“ Geld zu waschen.

Sind Sie gerüstet?
Neben den Banken waren aber auch die gewerblichen Güterhändler schon lange Adressaten der gesetzlichen Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Dies ist in der Vergangenheit ein wenig in den Hintergrund geraten, da der Fokus der Aufsichtsbehörden im Wesentlichen auf dem Bankensektor lag. Derzeit zeigt sich nun aber eine deutliche Tendenz zu einer verstärkten Überwachung der gewerblichen Güterhändler.

Was aber ist nun Geldwäsche?
Als Geldwäsche bezeichnet man die Einführung illegal erworbener Mittel, wie z.B. aus Drogengeschäften, Menschenhandel oder Betrugsdelikten, in den legalen Finanzkreislauf unter Verschleierung der Herkunft. Terrorismusfinanzierung ist die Bereitstellung oder Sammlung finanzieller Mittel zur Verwendung für Terrorismus. Um einen Missbrauch hierdurch zu verhindern, müssen gewerbliche Güterhändler in ihren Unternehmen entsprechend den Anforderungen des Geldwäschegesetzes (GwG) Maßnahmen und Kontrollen, wie z.B. die Identifizierung von Vertragspartnern bei Bartransaktionen ab EUR 15.000 oder Verfahren zur Meldung von Verdachtsfällen an die Ermittlungsbehörden, einrichten.

Warum ist Geldwäsche ein Risiko? 
Verstöße gegen die Regelungen des GwG bzw. die vorsätzliche oder leichtfertige Geldwäsche gemäß § 261 StGB können verschiedene rechtliche Folgen nach sich ziehen. Neben Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, in besonders schweren Fällen sogar bis zu zehn Jahren, können Bußgelder bis zu EUR 100.000 festgesetzt und Einnahmen abgeschöpft werden. Auch kann es zur gewerberechtlichen Untersagung der Ausübung des Geschäftes oder Berufs und zu allgemeinen verwaltungsrechtlichen Maßnahmen der Aufsichtsbehörden, wie z.B. Auflagen oder sonstige Zwangsmaßnahmen, kommen. Neben den materiellen Einbußen können diese Maßnahmen in der Regel auch zu erheblichen Reputationsschäden führen.

Welcher Aufwand resultiert daraus?
Die Einrichtung der notwendigen Präventionsmaßnahmen bedeutet in Abhängigkeit der organisatorischen Aufstellung des Unternehmens in der Regel keinen wesentlichen finanziellen Aufwand. Oftmals reicht es aus, wenn bestehende Prozesse und Kontrollen zur Erfüllung der Sorgfalts- und Organisationspflichten modifiziert werden.

Neben der formalen Erfüllung dieser Sorgfalts- und Organisationspflichten ist aber die Schaffung eines Problembewusstseins bei den Mitarbeitern als der kritische Erfolgsfaktor für eine wirksame Geldwäscheprävention anzusehen. Aufwand für Schulungs- und Informationsmaßnahmen sowie das tägliche Vorleben durch die Vorgesetzten ist daher eine nachhaltige Investition.

Wie kann Deloitte Sie dabei unterstützen?
Wir helfen Ihnen dabei, die notwendigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen effizient und kostensensibel zu erfüllen. Hierbei kommen Ihnen unsere langjährige Erfahrung aus der Prüfung und Implementierung von geldwäschebezogenen Risikomanagementsystemen und unser Fokus auf den Mittelstand zugute. Durch diese Kombination kann sichergestellt werden, dass die für Ihr Unternehmen bestehenden Risiken erkannt und Präventionsmaßnahmen auf deren Basis passgenau erstellt werden, um so den Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu entsprechen. Dieses Erfahrungswissen erlaubt uns ebenfalls, Ihren Mitarbeitern das für eine nachhaltige Prävention der Geldwäsche notwendige Problembewusstsein praxisbezogen und auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten im Rahmen von Schulungen oder Workshops zu vermitteln.

 

Fazit
Summa summarum lassen sich die Anforderungen aus der Geldwäscheprävention in Abhängigkeit von der Größe und der Geschäftstätigkeit des einzelnen Unternehmens mit einem überschaubaren Aufwand erfüllen. Hierbei ist aber ein zeitnahes Handeln notwendig, da davon auszugehen ist, dass die Aufsichtsbehörden ihre Aktivitäten zukünftig noch ausweiten und zur Erreichung ihrer Anforderungen auch verstärkt auf die zur Verfügung stehenden Sanktionsmittel zurückgreifen werden.

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