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Banking Operations

Finanzdienstleister wie Banken und Asset Manager stehen vor erheblichen strukturellen Veränderungen. Regulatorische Vorgaben, die erkannte Notwendigkeit, die vorhandene Technologie grundsätzlich zu erneuern und die sich kontinuierlich ändernden Kundenanforderungen erfordern erhebliche personelle und finanzielle Mittel, die oftmals bei der erforderlichen, strategischen Neuausrichtung fehlen.

Die Erträge sinken seit einigen Jahren kontinuierlich aufgrund von Niedrig- bzw. Negativzinsen und einer weiterhin sehr hohen Wettbewerbsintensität mit der Folge steigender Cost-Income-Ratios, die den Handlungsspielraum der Finanzdienstleister weiter einschränken.

Parallel drängen neben den bereits etablierten Vergleichsplattformen neue Wettbewerber (FinTechs) auf den Markt, die gerade von der technikaffinen, jüngeren Bevölkerung im Meinungsbildungsprozess zur Auswahl des besten Finanzpartners genutzt werden und die etablierten Finanzinstitute zusätzlich unter Druck setzen. Die in der Vergangenheit gegebene Kundenloyalität wird heutzutage durch die Suche nach dem besten Preis ersetzt - „Geiz ist geil“.

So vielfältig die Herausforderungen so vielfältig ist das Serviceangebot von Deloitte Consulting im Bereich Banking Operations. Hoch qualifizierte Berater(-innnen) mit langjährigem Branchen-, Produkt- und Prozess- und Technologie-Know-How helfen Ihnen bei der Problemanalyse und entwickeln gemeinsam mit Ihnen tragfähige Lösungskonzepte, um Ihr Institut krisenresistent und zukunftsfähig zu machen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen ausgewählte Services für die einzelnen Segmente vor:
  1. Core Banking
  2. Finance & Controlling
  3. Risk & Regulatory Reporting

1. Core Banking

1.1 Open Banking

Die Finanzdienstleistungsindustrie befindet sich bereits über Jahrzehnte im Wandel, der sich in den letzten Jahren durch die sprunghaft steigenden technologischen Fortschritte noch einmal beschleunigt. Die steigende technologische Affinität der Nutzer gepaart mit der Vielzahl an verfügbaren Bankenlösungen führt zu einem sich rasch ändernden Nutzerverhalten.

Jeder Dritte Online-Nutzer besucht keine Filiale mehr, eine steigende Anzahl von Bankkunden können sich eine Online-Bank als Hauptbankverbindung vorstellen. Der Kunde steuert zukünftig, wann und wo er seine digitale Reise beginnt und wo diese endet. Die massiv gestiegenen Kundenanforderungen bedingen umfassende technologische Anpassungen bei den Banken und erfordern ein Umdenken in der Definition der Wertschöpfungskette.

Deloitte unterstützt Banken bei der Gestaltung der Customer Journey hin zu kundenzentrierten Produkten und Dienstleistungen. Das Deloitte Open Banking Framework umfasst von der Entwicklung strategischer Fragestellungen, über die Adaption der kundenfokussierten digitalen Prozesse bis hin zur Verknüpfung von wertschöpfenden IT Lösungen.

Dabei spielt die Orchestrierung der technologisch offenen Plattformen über API Schnittstellen eine Schlüsselrolle. Die Desintegration der Wertschöpfungskette geschieht auf verschiedenen Ebenen: Vertriebsplattformen, spezifische Kundensegmente, Produkte, Infrastructure as a Service und Daten als Geschäftsmodell. Deloitte unterstützt dabei, ihre Open Banking Initiativen erfolgreich auf der gesamten Bandbreite zu initiieren und umzusetzen.

 

1.2 Zahlungsverkehr 

Das Produktsegment Zahlungsverkehr ist seit jeher Quelle stabiler Erträge von Finanzdienstleistern und repräsentiert eine der tragenden Säulen im Geschäft der Kreditwirtschaft. Darüber hinaus bildet der Zahlungsverkehr das Ankerprodukt zur Bindung der Kunden und ist Basis für Kundenvertrauen und Cross Selling. Diese etablierte Welt erlebt zurzeit einen gravierenden Wandel, der erheblichen Druck auf bestehende Geschäftsmodelle auslöst.

Die Veränderungen sind umfassend, beeinflussen alle Marktteilnehmer und betreffen alle Produktsparten vom klassischen Zahlungsverkehr rund um das Kontokorrentkonto, über kartenkontobezogene Produkte bis hin zu neuen, nutzerkontobasierten, elektronischen Zahlungen.

Klassischer Zahlungsverkehr bei Kreditinstituten

Technische Innovationen und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen haben neue Anwendungsfälle geschaffen, die den Markteintritt branchenfremder Anbieter in den Payments Markt erleichtert haben. Heute konkurrieren FinTechs bis hin zu global agierenden Konzernen mit den etablierten Instituten und Payment Service Providern um Profite.

Diese Entwicklung hat der Regulator mit der Richtlinie PSD2 in Europa vehement beschleunigt und erzwingt so den Einstieg der Kreditwirtschaft in das Thema Open Banking. Für den Kunden bedeutet dies einen höheren Grad der informationellen Selbstbestimmung sowie mittelfristig ein breiteres Angebot an Services und Dienstleistungen auf Basis seiner bestehenden Kontoverbindung. Offene Schnittstellen für Dritte im Rahmen von zunächst wenigen, regulierten Diensten setzen dabei lediglich den Startschuss für eine Entwicklung an deren Ende die Ausbildung eines breit gefächerten Angebots stehen wird. Der Markteingriff schafft innerhalb der Wertschöpfungskette neue Optionen, um die etablierte Institute und neue Anbieter konkurrieren. Als Folge daraus müssen Geschäftsmodelle überdacht, Investitionen in neue Produkte getätigt und die Fertigungstiefe abgewogen werden.

Der Trend zu schnelleren Zahlverfahren ist weltweit ungebrochen. Mit der Einführung von Instant Payments im SEPA Raum kann nun auch der klassische Zahlungsverkehr der Kreditwirtschaft wieder mit der Marktentwicklung Schritt halten. Eingebunden in innovative Anwendungsfälle mit smarter Softwareunterstützung hat Instant Payments sogar das Potential neue Bezahlverfahren zu substituieren.

Kartenbasierte Zahlverfahren

Der massive Markteingriff durch die Interchange Fee Regulierung der EU hat einerseits die Akzeptanz für Kredit- und Debitkarten durch niedrigere Kosten gefördert, andererseits aber auch Druck auf die Margen der Kartenherausgeber aufgebaut und die Aufwände für Händlerbanken erhöht. Die Änderungen haben die Zahlungsdienstleister in Abhängigkeit von Card Scheme und Marktsegment unterschiedlich stark erfasst. Mit dem Review der Regulierung kann sich der Status Quo verändern und neuer Handlungsdruck entstehen.

Darüber hinaus entstehen weitere Herausforderungen für Kartenherausgeber durch die Digitalisierung der Plastikkarte über Mobile Wallets. Kooperationen mit großen Konzernen ermöglichen ein schnelles Time-to-Market und können die Kundenakzeptanz positiv beeinflussen. Der Preis dieser Vorteile in einer Kooperation sind allerdings geringere Margen. Die Alternative eigene Lösungen aufzubauen erfordert wiederum signifikante Investitionen für Entwicklung und Betrieb, die bei lokal begrenzten Anbietern zudem einen Wettbewerbsnachteil auf der Kostenseite bedeuten.

Alternative Bezahlmethoden

Der Markt für Bezahlmethoden erlebt seit Jahren eine schwunghafte Entwicklung, deren Veränderungsgeschwindigkeit stetig zunimmt. Treiber dieser Entwicklung sind allen voran der technische Fortschritt in Verbindung mit der Digitalisierung und eine marktoffensive Regulierung. Alle zusammen haben die Voraussetzungen und ein Klima geschaffen, in dem überall auf der Welt neue digitale Bezahlmethoden entstehen, die sich immer häufiger erfolgreich im Wettbewerb messen.

Erfolgreich sind diese neuen Bezahlverfahren deshalb, weil sie Kundenbedürfnisse befriedigen und zwar sowohl bei Endkunden, als auch beim Handel. Für den Kunden ist das Bezahlen so bequemer, sicherer und einfacher, während die Zahlung als solches, egal ob online oder offline, C2B oder P2P, schneller, sicherer und mobiler geworden ist.

Unser Angebot

In diesem Umfeld erarbeiten wir mit unseren Kunden aus allen Rollen der Wertschöpfungskette Lösungen in den Bereichen Geschäfts- und Produktstrategie, Anpassung der Prozess- und IT-Landschaft, Cost-Cutting Strategien, Sourcing-Konzepte zur Verbesserung der Profitabilität bis hin zur Neuausrichtung der Pricing-Strukturen auf der Marktseite.

 

1.3 Digitalisierung End-2-End Prozesse

Kunden sind es zunehmend gewohnt, mit wenigen Klicks interaktiv Produkte zu kaufen, Geräte zu steuern bzw. einfach ihr Leben zu organisieren und vertrauen digital erstellter Empfehlungen zu Produkten zunehmend mehr, als persönlich ausgesprochener Entscheidungshilfen. Die veränderte User Experience nach Geschwindigkeit, sofortiger Verfügbarkeit von Informationen und Lösungen sowie das Bedürfnis nach Empfehlungen an Ort und Stelle, wo ein Bedürfnis entsteht oder der Kunde gerade über zeitliche Freiräume verfügt, stellt die traditionelle Finanzbranche vor enormen Anpassungsherausforderungen.

Dieses veränderte Kundenverhalten trifft die Finanzbranche zu einem Zeitpunkt, in dem die Notwendigkeit einer Verbesserung der Cost/Income-Ratio Kostenoptimierungen erfordert.

In diesem Umfeld ist das Potential der Digitalisierung von Prozessen enorm; es bedeutet nicht nur Kostenreduzierung, Zeitersparnis und Kundenbindung, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, durch präzise und zeitnahe Datenerfassung über Prozesse und Kundenpräferenzen, diese besser zu verstehen und so effektiver zu managen. Zudem eröffnet eine Digitalisierung auch die Möglichkeiten, schneller und effektiver auf regulatorische Anforderungen einzugehen – und bietet somit Lösungen dieser immer umfassenderen Aufgabenstellung.

Ziel unseres Ansatzes ist es, flexible, modulare und digitale Lösungen zu gestalten. Dabei werden existierende und neue Ideen des Kunden mit unserer Expertise kombiniert und mittels agilen Vorgehen marktfähige Wireframes und Prototypen erstellt und getestet.

Als ein Instrument der Digitalisierung von Prozessen hilft „Robotic Process Automation“ (RPA), schnell und kostenoptimiert Einsparungen bei regelmäßig durchzuführenden Routinetätigkeiten zu erreichen, die Qualität der Sachbearbeitung zu verbessern und den Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten zu legen. Deloitte verfügt über weitreichende Erfahrungen in der Analyse und Umsetzung derartiger Ansätze und arbeitet mit allen namhaften Herstellen von RPA–Lösungen zusammen.


1.4 Analytics@Banking Operations

Finanzdienstleister sehen sich heutzutage mit einem umfangreichen und detaillierten Grad an Informationen aus verschiedensten Bereichen und Quellen konfrontiert. Oftmals fehlt ihnen die Möglichkeit, diese Daten flexibel und zielgerichtet zu analysieren und die notwendigen Handlungen in Richtung Aufsicht, Geschäftsstrategie und Stakeholder abzuleiten. Diese Fähigkeit stellt in der heutigen Zeit einen elementaren Wettbewerbsvorteil dar.

Finanzdienstleister können durch den Einsatz von Analytics Tools ein tieferes Verständnis über die eigenen Produkte, Kundendaten und die zugrundeliegenden Datenstrukturen (bspw. für regulatorische Meldungen) erlangen. Weiterhin sind Verbesserungen der eigenen Analysefähigkeiten durch eine Anreicherung von extern verfügbaren Daten möglich. Diese Anreicherung ermöglicht es den Finanzinstituten, Simulationen durchzuführen und daraus fundierte Entscheidungen für die kurz-, mittel- und langfristige Planung sowie Steuerung der einzelnen Geschäftsfelder abzuleiten. Darüber hinaus wird die beschriebene Analysefähigkeit im Kontext von steigenden Anforderungen bzgl. des ad-hoc Reportings seitens der Aufsicht verstärkt von den Finanzinstituten eingefordert.

Diese Erwartung wurde auch durch den im Herbst 2017 durchgeführten CFO Survey bestätigt. Nach Einschätzung der CFOs lässt sich durch den Einsatz digitaler Technologien der bisherige Dissens zwischen Standardisierung sowie Automatisierung der Finanzprozesse und den damit verbundenen Vorteilen, wie erhöhte Effizienz und verbesserte Compliance, zu Flexibilität und den relevanten Vorteilen wie Stakeholder-Orientierung und Reaktionsfähigkeit überwinden.

Wobei der Fokus weniger in einer weiteren Standardisierung und damit verbundenen Effizienzsteigerung, sondern vielmehr in einer stärkeren Stakeholder- und produktorientierten Aufstellung liegt, um schneller und flexibler auf Änderungen im Geschäftsumfeld reagieren zu können. Statt einen erheblichen Zeitanteil für Datensammlung, -validierung und -aufbereitung einsetzen zu müssen, gehen die CFOs davon aus, dass die digitalen Technologien es den Mitarbeitern erlauben, sich intensiver in wissensbasierte Prozesse einzubringen.

Deloitte hat Analyse-Dashboards entwickelt, die auf einem konsistenten Datenhaushalt aufsetzen und somit ein valides und zugleich flexibles Reporting ermöglichen. Diese Reportings bauen auf visuellen Oberflächen auf und bieten Drill-down-Möglichkeiten bis hin zum Einzelgeschäft. Durch die visualisierten Analysemöglichkeiten kann die Entscheidungsfindung in sämtlichen Bankprozessen optimiert werden. Entsprechend der Aggregationsstufe der Daten können die Dashboards vom Vorstand bis zum Fachanwender genutzt werden.

Das Deloitte Team verfügt über umfassende bankspezifische Kenntnisse und IT-Expertise, gepaart mit dem notwendigen Analytics-Know-how aus unserem Deloitte Analytics Institute. Wir verstehen uns als Innovator, Pionier und Implementierer. Mit einem maßgeschneiderten Lösungsansatz unterstützen wir unsere Kunden bei der Bewältigung ihre aktuellen analytischen Herausforderungen.

Zu unseren Dienstleistungen gehören:

  • Analyse der Herausforderungen mittels kundenindividueller Lab-Sessions
  • Lösungsentwicklung aus fachlicher und prozessualer Sicht unter Berücksichtigung von Datenverfügbarkeiten
  • Design von Dashboards für aktuelle Fokusthemen wie AnaCredit; LCR; Bilanz, -GuV, -Kreditrisikoanalyse, -Simulation und -Steuerung 
  • Agiles Prototyping zur Beschleunigung von IT-nahen Fachkonzepten
  • Big Data Analyse und Verknüpfung externer Datenanbindungen für Simulationen
  • Unterstützung bei der Toolauswahl 
  • Vollumfängliche Implementierung der konzipierten Strategien und Tools

Der Einsatz solcher Analyse-Dashboards kann die Einführung agiler Organisationsstrukturen unterstützen und die bereichsübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Unternehmen fördern.

 

1.5 Austausch von Kernanwendungen

Viele Banken sind dem Thema „Austausch des Kernbankensystems“ jahrzehntelang aus dem Weg gegangen und haben stattdessen in kurzfristige Lösungen oder Provisorien investiert. Diese Flickenteppiche aus veralteten IT-Systemen und provisorischen Eigenentwicklungen bringen allerdings oft hohe Aufwendungen sowie steigende Risiken bei ihrem Betrieb mit sich. Darüber hinaus ist es auf Grund dieser „Flickenteppichlösungen“ schwer, sich den verändernden Anforderungen im Bankenumfeld schnell anzupassen. Die beschriebenen Probleme, die mit den veralteten Kernbankensystem-Lösungen einhergehen, machen die Erwägung des Austauschs des bisherigen Kernbankensystems notwendig.

Beim Austausch von Kernbankenanwendungen stellt der Datenmigration ein zentrales Thema da, das von Beginn eines Projektes bereits frühzeitig geplant und gesteuert werden sollte. Ansonsten drohen erhebliche Kostensteigerungen und Projektverzögerungen. Jede Datenmigration ist individuell zu planen und erfordert hohe fachliche und technologische Expertise. Wir helfen Ihnen durch unsere langjährigen Erfahrungen, beginnend bei der Migrationsstrategie erfolgreich zu sein.

Als Deloitte verfügen wir über langjährige Erfahrungen und bringen über die methodischen Fähigkeiten hinaus umfassende bankfachliche Erfahrungen in Gestaltung von Kernbankprozessen mit.

Mit der umfassenden Deloitte Methodik unterstützen wir Banken in allen Phasen von der Strategie, der Erstellung eines belastbaren Business Cases, der Auswahl einer geeigneten SW-Lösung, der Definition der fachlichen und technischen Anforderungen, der Umsetzung, der Planung des Go-Live sowie in der Projektsteuerung.

 

1.6 Studie Crowd Lending

Gemeinsam mit der Universität Bamberg wurde nach 2015 eine weitere Mittelstandsbefragung zu modernen Finanzierungsinstrumenten, im Schwerpunkt Crowd Lending – durchgeführt. An der Online-Umfrage haben 250 kleine und mittelständische Unternehmen aus verschiedenen Industrien. (Median Mitarbeiter: 65; Median Umsatz: 10,0 Mio.).

Die erstaunlichen Ergebnisse sind:

Crowdlending spielt für deutsche Mittelständler aktuell keine Rolle – keiner der Befragten hat diese Finanzierungsart bereits genutzt, lediglich ein Viertel hat davon gehört und nur 8% räumen Crowdlending eine wachsende Bedeutung in der Zukunft ein
Über 80% bezeichnen den persönlichen Ansprechpartner in der Hausbank als „besonders wichtig“ und über zwei Drittel geben an, dass „ihre Hausbank der wichtigste Finanzpartner ist und auch bleibt“
Aktuell ergibt sich keine signifikante Bedrohung für Banken im Bereich Mittelstandsfinanzierung durch Crowdlending
Während Crowdlending bei deutschen KMU kaum bekannt ist, ist einer großen Anzahl der Befragten „Crowdfunding“ ein Begriff und Crowdfinanzierungen im Allgemeinen werden in den nächsten Jahren mehr Aufmerksamkeit erhalten. Jedoch wird dies viel langsamer und verhaltener ausfallen, als dies in verschiedenen anderen Publikationen unlängst dargestellt wurde. Dies basiert vor allem darauf, dass sich die größtenteils familiengeführten Mittelständler hauptsächlich eigenfinanzieren und persönlichen Kontakt einer Online-Vermittlungsplattform vorziehen.
 

Ihre Ansprechpartner zu Core Banking

Jano Koslowski
Director Core Banking
jkoslowski@deloitte.de
+49 211 8772 3127

Frank Thiele
Partner und Leiter Banking Operations
fthiele@deloitte.de
+49 511 3023 3306

2. Finance & Controlling

In der Capability „Finance & Controlling“ haben wir unsere Deloitte-Expertise für den CFO-Bereich von Banken gebündelt, um die Banksteuerungseinheiten Finanz- und Rechnungswesen, aufsichtsrechtliches Meldewesen und Finanzcontrolling umfangreich und kompetent zu beraten. 

Aktuelle Herausforderungen für die CFO-Funktion sind insbesondere der hohe Kostendruck im Bankensektor, die Optimierung und Automatisierung der Prozesse, die in den vergangenen Jahren unter hohem Zeitdruck an neue regulatorischen Anforderungen angepasst wurden, das Ausrollen und die flächendeckende Nutzung digitaler Lösungen und agiler Arbeitsweisen sowie eine Verbesserung der internen Berichterstattung hin zu einem zeitnahen und entscheidungsrelevanten Informationsmanagement. Zudem fordern die Stakeholder und die Regulatoren immer detailliertere und konsistente Informationen ab, die in kürzeren Frequenzen und mit wenig zeitlichem Vorlauf zu erstellen, zu analysieren und bereitzustellen sind. Hierfür ist auch eine engere Verzahnung mit dem Risikomanagement erforderlich. 

Wir unterstützen unsere Kunden hauptsächlich dabei, sich strategisch effizient für die Zukunft aufzustellen, bei der Optimierung ihrer Aufbau- und Ablauforganisation, zur Strukturierung und Verbesserung ihrer Daten und Analysefähigkeiten unter Einsatz moderner digitaler Tools und technischen Anwendungen sowie bei der Umsetzung einer tragfähigen Finanzarchitektur. 

Zur laufenden Entwicklung von Kundenlösungen haben wir uns in der Capability „Finance & Controlling“ in vier Communities organisiert, die im Folgenden dargestellt und näher erläutert werden:
 

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2.1 Strategy & Transformation

Unter Strategy & Transformation verstehen wir die Definition der strategischen Ausrichtung sowie die Initiierung, Gestaltung und Steuerung umfassender Veränderungsprozesse in der CFO-Funktion. Anlass für solche Veränderungen können sich aus einem neuen Leadership, aus geschäftspolitischen Erwägungen, aufgrund Effizienzerfordernissen oder aus Unternehmenstransaktionen ergeben. 

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

  • CFO Strategy & Vision: Unterstützung beim Onboarding neu ernannter CFOs im Financial Services Sektor (CFO Transition Lab), Unterstützung bei der Entwicklung einer Strategie und CFO-Agenda durch Strategie-Workshops (Finance Vision Labs). 
  • CFO Integration & Carve-Out: Vorbereitung des Day1 im Zuge einer Unternehmenstransaktion zur Sicherstellung der Reportingfähigkeit nach einem Unternehmenszusammenschluss oder -separierung. Prozessuale und technische Unterstützung bei der Erarbeitung einer stabilen und optimierten Finanzfunktion und Tracking der Synergienrealisierung. 
  • Operational Excellence: Unterstützung im Rahmen von Effizienzprogrammen, Identifizierung von Optimierungspotenzialen im Finance Operating Model (FOM) bspw. durch Anpassung des Dienstleistungsspektrums, Anpassung der Aufbau- und Ablauforganisation, Verbesserung des Schnittstellenmanagements von und zu anderen Bereichen sowie des Automatisierungsgrads.
  • RPA und cognitive Lösungen: Automatisierung von manuellen Teilprozessen (Abstimmungen, Überleitungen, etc.) in Finanzen & Controlling durch den Einsatz von Robotic Process Automation. Wir unterstützen bei der Entwicklung eines Proof of Concept, der RPA Potenzialanalyse, der Auswahl des geeigneten Softwareanbieters, der Automatisierung der Prozesse und der Errichtung einer RPA Governance. 
  • Sourcing und Finance Shared Service Center (FSSC): Strategische Workshops zur Festlegung einer Auslagerungsstrategie, Potenzialanalyse, Prozess- und Lokationsauswahl, Design von Finance Shared Service Center und der Retained Organisation, Dokumentation und Workshadowing sowie Planung und Management des Cut-over sowie der kontinuierlichen Optimierung im FSSC. In Strategy & Transformation ordnen wir die Themen CFO Strategie, CFO Integration / Carve-outs, Operational Excellence, RPA und Cognitive Lösungen sowie Sourcing / SSC zu.
     

2.2 Process, Methods & Organisation

Die Anforderungen an die Prozesse in Finanzen und Controlling steigen kontinuierlich im Hinblick auf Umfang, Qualität und zeitliche Verfügbarkeit entscheidungsrelevanter Informationen. Wesentliche Treiber hierfür waren und sind der zunehmender Wettbewerbsdruck, sinkende Margen, steigende regulatorische Anforderungen und der technologische Fortschritt. Insbesondere die aktuellen technologischen Trends im Umfeld Digitalisierung (FinTech, RegTech, RoboAdvice, Robotics, etc.) und Analytics (Big Data, In Memory, Prediction, Artifical Intelligence, etc.) beschleunigen dabei aufgrund ihres disruptiven Charakters den Anpassungsdruck maßgeblich. 

Finanzen und Controlling ist künftig mehr als der Verwalter von Zahlen und Ersteller der internen und externen Finanzberichterstattung. Angesichts der aktuellen Entwicklungen muss sich die CFO Funktion in ihren Prozessen noch stärker als „Stratege“ und „Partner des Business“ im Unternehmen positionieren, um so die Qualität von Entscheidungen zu verbessern und darüber die Wertschöpfung der Bank zu erhöhen. Die Reduktion von operativen Kosten und die Verbesserung der Steuerungseffizienz durch Optimierung, Integration und Konsolidierung der Prozesse gewinnen gegenüber den regulatorischen Muss-Themen der letzten Jahre dabei an Bedeutung. Hieraus ergeben sich für CFOs Handlungserfordernisse, die wir mit folgenden Beratungsleistungen unterstützen.

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

  • Accounting & Regulatory Conversion: Impact-Analysen, strategisches Lösungsdesign, Konzeption und Umsetzung von regulatorischen Anforderungen (IFRS 9, FINREP, IBOR Ablösung, BCBS 239/309/…, EBA Stresstest, etc.) an die Prozesse und Methoden im Rechnungswesen und Controlling.
  • Closing & Financial Reporting: Optimierung der Abschlussprozesse und Reportingfähigkeit in Finanzen und Controlling im Hinblick auf die zeitliche Verfügbarkeit, Kosten und Qualität bereitgestellter Berichtsinformationen.
  • Planning & Budgeting: Optimierung der Planungs- und Budgetierungsprozesse durch eine stärkere wertreiberbasierte Integration der Planungsebenen (strategisch, mittelfristig, operativ), einer Verbesserung des Verhältnisses von eingesetzten Ressourcen und erzeugtem Mehrwert der Planung (Fokussierung und Simulationsfähigkeit) sowie einer stärkeren Automatisierung der kunden-individuellen Zielprozesse.
  • Cost Management & Control: Verbesserung der Kostentransparenz durch Optimierung der Methoden und Prozesse im operativen und strategischem Kostenmanagement (Activity Based Costing, Target Costing, treiberbasiertes Kostenmanagement).


2.3 Data & Information

Spätestens seit der Finanzkrise sind Datenverarbeitungsprozesse dauerhaft im Fokus der Finanzinstitute. Grund hierfür ist nicht nur das rasante Wachstum der zu Steuerungs- und Berichtszwecken notwendigen Daten, sondern vor allem die zunehmende Regulierung der bankinternen Verarbeitungsprozesse in Bezug auf Finanz- und Risikodaten. Die Überwachung und Beurteilung der Qualität steuerungsrelevanter Informationen wurde durch die Finanzaufsicht zur Vorstandsaufgabe erhoben. Die Erwartung an die Banken, Ihre Datenverarbeitungs¬prozesse transparent zu dokumentierten, zu automatisieren und fortlaufend die Konsistenz, Integrität und Qualität ihrer Daten abzusichern ist Schwerpunkt in nationalen und internationalen Beaufsichtigungsverfahren.

Aktuellen Untersuchungen und Prüfungen bescheinigen den betroffenen Instituten erheblichen Bedarf zur Weiterentwicklung ihrer Datenmanagement-Praktiken. Um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu bestehen müssen Banken eine durchgängige Data Governance nachweisen, welche die Daten(qualitäts-) verantwortung entlang des Gesamtverarbeitungsprozesses, von den Quellsystemen bis zur Risikoberichterstattung, verbindlich regelt. Zudem wird ein durchgängiges Kontrollverfahren erwartet, welches Datenqualitätsprobleme sowie deren Ursachen und Auswirkungen auf Steuerungsentscheidungen transparent macht und Steuerungsimpulse setzt.

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

  • Data Governance: Entwicklung und Einführung kundenindividueller Organisationskonzepte und Abläufe zur Regelung von datenbezogenen Rollen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben.
  • Datenintegrations-Management: Konzepte, Techniken und Werkzeuge zur fachlichen Harmonisierung, Modellierung und Integration von Risiko-, Finanz- und Meldewesendaten
  • Datenqualitäts-Management: Entwicklung und Einführung eines übergreifenden Datenqualitäts-Frameworks, Definition von Datenqualitätsmetriken, Kennzahlen (DQ-KPIs) und Datenqualitäts¬berichten für das Management, Integration mit dem Internen Kontrollsystem (IKS)
  • Metadaten Management und Dokumentation: Definition von Metadaten-Standards, Einführung eines Business Dictionaries, durchgängige Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen (Data Lineage) und Wirkungszusammenhängen (Datentaxonimie), Beratung bei der Auswahl und Einführung von Standardwerkzeugen 
  • Advanced Analytics: Während traditionelle Analysetools für Business Intelligence (BI) primär historische Daten untersuchen, fokussieren sich unsere Lösungen für Advanced Analytics auf die Vorhersage zukünftiger Ereignisse. Sie ermöglichen What-if-Analysen, die Auswirkungen potenzieller Änderungen im individuellen Geschäftsumfeld der Banken für Finanzen und Controlling z.B. im Hinblick auf Kosten, Erträge, Risiken, Bilanz & GuV besser vorhersehbar machen. Wir unterstützen bei der Identifikation werthaltiger kundenindividueller Use-Cases, über Design und Umsetzung erster, schneller Prototypen bis zum Aufbau skalierbarer und ausbaufähiger Advanced Analytics Plattformen.
     

2.4 Architecture and Technology

Der Einsatz moderner technologischer Lösungen ist nicht nur im Front-Office Bereich und an der Schnittstelle zum Kunden, sondern auch im Finance Bereich ein Schlüsselfaktor für den Erfolg heutiger Finanzdienstleister. 

Nur auf Basis technologisch effizient unterstützter Prozesse kann der CFO den nach wie vor steigenden Anforderung an die Rolle des „Business Partners“ und dem gleichzeitig bestehenden Kostendruck begegnen. Der CFO in der Rolle als wertschöpfender Business Partner hat verschiedenste Fragestellungen zur finanziellen Lage und Performance zeitnah, flexible, nachvollziehbar und jederzeit verlässlich zu beantworten. Die dafür erforderlichen Prozesse und Verarbeitungsketten im Finance Bereich sind durch technologische Lösungsansätze effizient zu unterstützen. 

Daraus resultieren vielfältige Herausforderungen hinsichtlich der Finance Architektur und den einzusetzenden Technologien, denen wir mit unserem Serviceangebot der Capability Finance & Controlling im Themenbereich Architecture & Technology entsprechend begegnen.

Architecture

Die bestehenden Architekturen von Banken im Bereich Finanzen, Risiko Management und Meldewesen in Banken sind häufig silohaft aufgebaut, teilweise veraltet und schlecht dokumentiert, beinhalten diverse IDV Komponenten und weisen oft vielfältige Schwächen auf. Dies führt z.B. zu sehr hohen Implementierungsaufwänden zur Erfüllung neuer fachlicher bzw. regulatorischer Anforderungen. Die Prozessdauer von der Datenerfassung bis zur Datenverfügbarkeit ist erheblich., Reports sind teilweise spät verfügbar, ein Drill-down / -through ist selten möglich.

Die Ursachen hierfür liegen oft in komplexen, inkonsistenten Datenstrukturen ohne ein einheitliches Datenmodell, in verschiedenen persistenten Datenschichten mit redundanten Daten (problematisch insbesondere bei hohem Datenvolumen) und in der häufig nicht vorhandenen Integration der Lösungen über Fachbereiche und Konzernunternehmen hinweg.

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

  • Wir unterstützen von der Anforderungsanalyse über die Bewertung möglicher Lösungsalternativen bis zum Aufbau einer zukunftsfähigen integrierten Finanz-, Risiko- und Meldewesenarchitektur. Wir verfügen wir über umfangreiche Kenntnisse in Finanz- und Risikoarchitekturen bei Banken. 
  • Wir analysieren und bewerten wir regelmäßig die verschiedenen Anbieter und arbeiten mit diesem beim Design und der Implementierung der Lösungen eng zusammen. Ein Beispiel hierfür ist das aufsichtsrechtliche BIRD Datenmodells, welches in absehbarer Zukunft von den Häusern bedient werden soll, und die entsprechenden Umsetzungstechnologie das SAP FSDM (Financial Services Data Management), welches einen Marktstandard für ein Gesamtbanksteuerungsdatenmodell etabliert.
  • Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden bei der Entwicklung integrierter fachlicher und technologischer Finance & Risk Zielarchitekturen sowie bei der Etablierung von Bebauungsplänen die unseren Kunden den mittel- bis langfristigen Weg für die Umsetzung der Zielarchitektur aufzeigen.


Technology

Neben der Entwicklung von fachlichen und technischen Architekturen spielen daraus abgeleitete Umsetzungsprojekte mit kundenspezifischen technischen Lösungen eine zentrale Rolle. Die wichtigsten Themenbereiche sind dabei

  • Finance & Accounting
  • Controlling
  • Analytics
  • Reporting & Visualization
  • Cloud

Bei den technischen Lösungen spielt SAP für uns eine zentrale Rolle, aber auch mit anderen Produkten wie Tagetik, Anaplan oder Finevare (Deloitte) beschäftigen wir uns ausführlich.


SAP in Banken

In Deutschlands Finanzinstituten ist SAP mit seinen Software-Produkten weit verbreitet und einer der wesentlichen Anbieter von Standardsoftware. Insbesondere im Finanzbereich wurden in den letzten Jahren viele zum Teil komplexe Projekte und Programme auch mit Deloitte durchgeführt, um insbesondere den zunehmenden regulatorischen Anforderungen im Umfeld von IFRS9 und FINREP Rechnung zu tragen. Mit der laufenden Weiterentwicklung der SAP Produkte tritt zunehmend ein umfassender Plattformgedanke in den Mittelpunkt, der die verschiedenen Anforderungen aus den Bereichen Risiko, Regulatorik sowie Finance und Controlling umfassend abdecken soll.

Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns intensiv mit der Einführung SAP basierter Lösungen für Banken, insbesondere mit

  • Subledger Accounting (SAP AFI, FPSL)
  • Accounting im Betriebsbereich (mit den entsprechenden S/4 HANA Applikationen)
  • SAP HANA Plattform mit bankenspezifischen Komponenten wie FSDM, FSDP
  • Integrations- und Plattformthemen speziell
    • Integration SAP FSDM mit ABACUS
    • Einbindung von Data Lake Lösungen (z.B. Hadoop)
  • speziellen SAP Lösungen u.a. für
    • Konzernkonsolidierung (SAP FC)
    • Planung (SAP BPC)
    • Controlling (SAP PAPM)

Mit unserer Deloitte Plattform DLeaPS haben wir Zugang zu vielen der oben genannten SAP Produkte, was uns die Möglichkeit für den internen Know-How Aufbau sowie für die Durchführung von kundenspezifischen Workshops zur Demonstration der Systeme und ihrer Funktionen gibt.
 

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Mit dem seit Sommer 2018 verfügbaren Financial Product Subledger (FPS) bietet SAP die Möglichkeit, eine Finanzarchitektur für die Versicherungsindustrie zu realisieren, welche die gleiche Plattform im Sinne von Technologien und Applikationen nutzt, wie für Banken.

Auch auf unseren DLeaPS-Systemen sind wir in der Lage, versicherungsspezifische Sachverhalte abzubilden und zu demonstrieren. Hierbei arbeiten wir eng mit der Service Line „Insurance Operations“ zusammen.


SAP Partnerschaft

Deloitte ist einer der weltweit führenden Beratungspartner der SAP und arbeitet im Bereich SAP Banking eng mit der SAP zusammen.

Unsere Zusammenarbeit mit SAP reicht von der regelmäßigen Teilnahme an Tests von neuen Produkten und Produktversionen bis hin zur Unterstützung bei der Konzeption und der Entwicklung neuer Anwendungen und Funktionen.

Ein Beispiel hierfür ist das IFRS/FINREP Starter Kit für SAP FC, das wir gemeinsam mit SAP realisiert haben. Das Starter Kit ist ein vorkonfigurierter Business Content für IFRS/FINREP Reporting, Es bietet alle wesentlichen Konsolidierungslogiken, die flexibel auf die individuellen Kundenbedürfnisse anpassbar sind und wird regelmäßig auf Basis der neuesten regulatorischen Anforderungen aktualisiert.

Spezielle Lösungen

Darüber hinaus beschäftigen wir uns auch mit einigen speziellen Softwarelösungen wie

  • Tagetik für Financial Consolidation, Planung und Reporting, 
  • Tableau für die Visualisierung ausgewählter fachlicher Use Cases oder 
  • Anaplan im Bereich Financial Planning.
     
Ihr Ansprechpartner zu Finance & Controlling

Norbert Dasenbrook
Partner | Financial Services Solutions
ndasenbrook@deloitte.de
+40 32080 4878

3. Risk & Regulatory Reporting

3.1 Risk & Regulatory Data Architecture

Die bestehenden Architekturen von Banken im Bereich Finanzen, Risiko Management und Meldewesen weisen oft vielfältige Schwächen auf. So führen beispielsweise unflexible Architekturen zu sehr hohen Implementierungsaufwänden zur Erfüllung neuer fachlicher bzw. regulatorischer Anforderungen. Die Prozesse im Datenmanagement, speziell bei Datenmodellerweiterungen und –anpassungen, sind oft kompliziert und langwierig. Weiter sind die Datenstrukturen oft intransparent, was zu unklaren Verantwortlichkeiten, einer schwierigen Nachvollziehbarkeit der Daten und Datenflüsse und einem hohen Abstimmungsaufwand führt. Außerdem ergeben sich oft lange Zeiten von der Datenerfassung bis zur Datenverfügbarkeit, z.B. in Reports, wo dann meist auch kein Drill-down / -trough möglich ist.

Die Ursachen hierfür liegen oft in komplexen, inkonsistenten Datenstrukturen ohne ein einheitliches Datenmodell, in verschiedenen persistenten Datenschichten mit redundanten Daten (problematisch insbesondere bei hohem Datenvolumen), in manuellen Eingriffen an vielen Stellen sowie in historisch gewachsenen Silo Lösungen und damit verbunden einer hohen Anzahl von Systembrüchen (Schnittstellen).

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

Wir unterstützen von der Anforderungsanalyse über die Bewertung möglicher Lösungsalternativen bis zum Aufbau einer zukunftsfähigen integrierten Finanz-, Risiko- und Meldewesenarchitektur. Neben fundierten Kenntnissen im Daten Management (Daten Modellierung, Daten Qualitätsmanagement, Daten Integration, Data Lineage, Data Governance, etc.) verfügen wir über umfangreiche Kenntnisse in Finanz- und Risikoarchitekturen bei Banken. Im Austausch mit Kollegen anderer Länder (z.B. Deloitte UK, Italien und den Niederlanden) analysieren und bewerten wir regelmäßig die verschiedenen Anbieter und mappen deren Lösungen am Markt auf State-of-the-Art Architekturen. Beispielsweise untersuchen wir aktuell die SAP Financial Services Data Platform vor dem Hintergrund des aufsichtsrechtlichen BIRD Datenmodells.

 

3.2 Regulatory Reporting

Das Regulatory Reporting der Banken befindet sich im Umbruch. Zahlreiche neue regulatorische Anforderungen führten in den letzten Jahren zu erweiterten und qualitativ veränderten Reporting-Anforderungen, die in komplexen Umsetzungsprojekten realisiert wurden. Weitere Anforderungen werden in den nächsten Jahren folgen (bspw. CRR II) allerdings nicht in der Intensität der letzten Jahre. Bestehende Anforderungen werden eher modifiziert und detailliert.

Der aktuelle Fokus liegt in der Optimierung der Reporting-Landschaft und der zugehörigen Prozesse. Neue Lösungen für das Meldewesen drängen in den Markt. Anforderungen an die Data Lineage und Datenvisualisierung kommen hinzu. Sogenannte RegTechs ergänzen oder ersetzen dabei das Angebot. Bestehende Prozesse werden verändert und Optimierungspotential identifiziert. Die Auslagerung des gesamten Meldewesens ist eine zunehmend wahrscheinliche Option.

Bei dem Übergang vom formularbasierten Meldewesen zum sogenannten Data-Driven Approach forciert die Bankenaufsicht ein einheitliches, industrieweites Datenmodell (bspw. BIRD), dem sich die Banken nun nähern werden.

Das Meldewesen hat aus Sicht der Bankenaufsicht an Bedeutung gewonnen. Meldewesenkennzahlen müssen in der Banksteuerung berücksichtigt werden. Die Ressorts Finanzen, Risiko und Compliance wachsen dabei immer weiter zusammen.

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

  • Implementierung von Meldewesen-Lösungen (bspw. Abacus360, fineVARE, BAIS u.a.)
  • Integration von Meldewesen-Lösungen in die Finanz- und Risiko-Architektur(-plattform)
  • Konzeption und Implementierung von regulatorischen Anforderungen
  • (Kosten-)Optimierung, Sourcing und Managed Services bis hin zum Business Process Outsourcing

 

3.3 Risk Digitization

Nach der Aufarbeitung der Finanzkrise stehen Banken in einem veränderten wirtschaftlichen und kompetitiven Umfeld. Risiko- und Compliancemanagement sind weiterhin Kernfunktionen von Banken, aber diese müssen effizienter betrieben werden. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen, indem Synergien mit Digitalisierungsinitiativen der Banken realisiert werden.

  • Digitale Prozessoptimierung, Entscheidungsunterstützung und Risikoeinschätzung: Prozesse im Risikomanagement und in Compliance werden optimiert. Das umfasst den Einsatz von Robotern und Workflow-Tools unter Einbeziehung klassischer Prozessoptimierungsmethoden. Das Ziel ist, bestehende Aufgaben zu optimieren, um zusätzliche Aufgaben überhaupt leisten zu können. 
  • Definition und Gestaltung von Ökosystemen im Risikomanagement: Die Fertigungstiefe bzw. die Wertschöpfungskette verändert sich durch die Digitalisierung grundlegend. Das betrifft die klassischen Bankfunktionen ebenso wie das Risiko- und Compliancemanagement. Banken verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperationen mit Partnern, durch Joint Ventures mit Vendoren, Shared Service Center und strategische Kooperationen mit Wettbewerbern. Die Bank als monolithischer Block ist Vergangenheit. Die Bankenaufsicht wird einer der externen Partner im Ökosystem von Banken. Mit diesem Paradigmenwechsel verändern sich auch die Anforderungen an das Risiko- und Compliancemanagement.
  • Datenbeschaffung und –integration mittel Text Mining: Grundlage für Digitalisierung ist neben einer entsprechenden Strategie ein integriertes Datenmanagement auf Basis granularer Daten. Externe und interne Daten, strukturierte und nicht strukturierte Daten aus unterschiedlichen Domänen müssen zusammengeführt und effektiv gemanaged werden. Manuelle Verfahren reichen hierzu nicht mehr aus. Methoden der künstlichen Intelligenz und das Machine Learning müssen bei der Zusammenführung von Daten eingesetzt werden. Künstliche Intelligenz ist aber auch nötig, um die Bewertungs- und Überwachungsaufgaben im Risiko- und Compliancemanagement effektiv und effizient durchführen zu können.
  • Smart Dashboards und Self-Service-Lösungen für das Risikoreporting: das regelmäßige Reporting in vordefinierten Formaten und Kennzahlen wird stark an Bedeutung verlieren. Analytische Tools, die auf Basis granularer Daten Managern und Aufsehern Daten zum drill-down und drill-up zur Verfügung stellen, werden Entscheidungen in der erforderlichen Qualität und Geschwindigkeit unterstützen.

 

3.4 Regulatory & Supervisory Technology

Der Anstieg der regulatorischen Anforderungen an Banken seit der Finanzkrise 2008 führt zu stetig wachsenden „Costs of Compliance“. In vielen Banken sind bereits zwischen 10 und 15 % der Mitarbeiter in den Bereichen Risikomanagement, Regulatory Reporting oder Compliance tätig. Die Projekt- und Personalkosten nehmen kontinuierlich zu und Kreditinstitute müssen sich insbesondere mit Blick auf die technologische Infrastruktur stetig neuen Herausforderungen stellen. Ein Ende der regulatorischen Anforderungen scheint nicht in Sicht, ebenso wenig wie regulatorische Verstöße.

Eine mögliche Lösung heißt RegTech.

Bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen können RegTechs Banken unterstützen. Im Gegensatz zu den bekannten FinTech-Lösungen benötigen RegTechs in der Regel keine Banklizenz und bestehen nicht ausschließlich aus Startups, sondern auch aus etablierten Unternehmen. Die Basis der RegTech-Lösungen bilden innovative Technologien, z.B. Big Data Ansätze und Cloud-Lösungen kombiniert mit Analytics- und/oder Visualisierungstools.

Welchen Nutzen bieten RegTechs?

RegTechs sind besonders gut in der Kombination innovativer Technologien mit folgender Zielsetzung für Finanzdienstleister:

  • Erleichterung der Erfüllung regulatorischer Anforderungen und Erreichung der regulatorischen Compliance
  • Minimierung regulatorischer Risiken
  • Reduzierung der regulatorischen Arbeitslast bei Risk, Regulatory und Compliance Ressourcen
  • Erhöhung der regulatorischen Produktivität
  • Reduzierung der mit der regulatorischen Compliance verbundenen Kosten

Zusätzlich sind RegTechs flexibel aufgestellt und können somit agiler auf neue Anforderungen reagieren als traditionelle Lösungen von Banken. Viele RegTech Lösungen bieten eine höhere Datensicherheit und eine detaillierte Auswirkungsanalyse von regulatorischen Anforderungen auf Basis granularer, institutseigener Daten.

Unsere Dienstleistungen beinhalten:

Wir analysieren kontinuierlich den RegTech Markt und bewerten regelmäßig die verschiedenen Anbieter und deren Lösungen. Gemeinsam mit unseren Kunden formulieren wir eine zielführende regulatorische Strategie und operationalisieren diese. Dabei unterstützen wir bei Auswahl der passenden Lösung aus dem RegTech Universum für das jeweilige regulatorische Ökosystem unserer Kunden und unterstützen diese bei Konzeption, Implementierung und Going Live.

Ihre Ansprechpartner zu Risk & Regulatory Reporting

Peter Bruhns
Partner Banking Operations | Leiter Risk & Regulatory Reporting
pbruhns@deloitte.de
+49 172 2345787

Dr. Michael Adam
Director Banking Operations | Risk & Regulatory Reporting
madam@deloitte.de
+49 151 58071400

Marcus Germanus
Senior Manager Banking Operations | Risk & Regulatory Reporting
mgermanus@deloitte.de
+49 151 58005554

Frank Hettmer
Senior Manager Banking Operations | Risk & Regulatory Reporting
fhettmer@deloitte.de
+49 151 58002169

Alexander Weber
Director Banking Operations | Risk & Regulatory Reporting
alweber@deloitte.de
+49 89 29036 7911

Ihr Kontakt zum gesamten Service Offering

Frank Thiele

Frank Thiele

Leiter Banking Operations

Frank Thiele ist als Partner Mitglied des Financial Services Leadershipteams und koordiniert die Aktivitäten in der S-Finanzgruppe für Deloitte Deutschland. Weiterhin leitet er die Service Line Bankin... Mehr