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Die Armen investieren, die Reichen sparen …

Deloitte-Report zur weltweiten Rüstungsindustrie zeigt tiefgreifende Veränderungen

Stuttgart/München, 27. Juni 2014 – Laut Deloitte „Global Defense Outlook 2014“ werden die weltweiten Verteidigungs- und Rüstungsausgaben weiter steigen – aber (fast) nur in aufstrebenden Ländern.

In wohlhabenden Staaten sind sie hingegen rückläufig. Letztere stehen durch die Staatsdefizite unter massivem Sparzwang, während aufstrebende Staaten häufig ein größeres Wachstum vorweisen können – und dies für Investitionen in Rüstung nutzen. Schon 2015 werden die Militärausgaben Chinas die Aufwendungen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien übersteigen. China und Russland werden mehr ausgeben als die komplette EU. Noch sind die Verhältnisse klar: Die USA investierten 2013 mehr in Rüstung als die nachfolgenden acht Nationen zusammen – Tendenz jedoch sinkend. Insgesamt identifiziert der Report vier Staatengruppen: sogenannte „Spender“ mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, „Economizer“ mit ebenfalls niedrigem Pro-Kopf-Einkommen sowie Spender und Economizer mit jeweils hohem Pro-Kopf-Einkommen.

„Die Lage in der Ukraine, die Spannungen zwischen Japan und China sowie die Kämpfe im Nahen Osten beeinflussen die Entwicklung genauso wie die Diskussion in den USA um notwendige oder vermeidbare Militärausgaben. Bei der Rüstungsfrage ist die Welt im Umbruch – wohin die Reise geht, muss sich noch zeigen. Der Report analysiert die Länder und ihre Rüstungspolitik auch aus einer makroökonomischen Perspektive“, kommentiert Michael Hessenbruch, Partner Aerospace & Defense bei Deloitte.

Anteil an den weltweiten Rüstungsausgaben 2013

35%

25%

18 %

8%

6%

USA

China, Russland, Saudi-Arabien, Frankreich, Japan

Großbritannien, Deutschland, Indien, Brasilien, Italien, Südkorea, Australien, VAE, Kanada, Türkei

Israel, Spanien, Kolumbien, Taiwan, Niederlande, Algerien, Iran, Polen, Singapur, Oman, Indonesien, Pakistan, Mexiko, Norwegen

Irak, Schweden, Griechenland, Kuwait, Thailand, Ukraine, Schweiz, Chile, Belgien, Angola, Argentinien, Südafrika, Portugal, Malaysia, Dänemark, Venezuela, Ägypten, Marokko, Aserbeidschan, Finnland

 

USA bestreiten weiterhin ein Drittel der weltweiten Ausgaben

Die USA geben nach wie vor am meisten für Rüstung aus. Sie bestreiten mit 35 Prozent mehr als ein Drittel aller Ausgaben weltweit. Die nächstplatzierten fünf Nationen China, Russland, Saudi-Arabien, Frankreich und Japan kommen zusammen auf ein Viertel. Deutschland findet sich in der Gruppe der zehn Länder mit zusammen 18 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben.

Der „Westen“ rüstet ab – die anderen nicht

Die Tendenz innerhalb der Top 50 (stellen zusammen 92% der weltweiten Rüstungsausgaben) sind unterschiedlich. So reduzieren die europäischen Nationen und Amerika ihre Rüstungsetats, während China, Russland und Saudi-Arabien deutlich mehr Geld aufwenden. China steigerte seine Ausgaben zwischen 2008 und 2013 um 60 Mrd. USD, Russland um 21 Mrd. und Saudi-Arabien um 16 Mrd. Die USA sparten im gleichen Zeitraum hingegen 53 Mrd. USD ein. Insgesamt haben 29 der Top-50-Staaten ihre Rüstungsausgaben in den vergangenen Jahren erhöht.

Verlagerung in den Cyberspace

Die aktuelle Dynamik bei den Rüstungsausgaben resultiert vor allem aus geopolitischen Faktoren. Konventionelle Konflikte scheinen für die Industrienationen an Bedeutung verloren zu haben, der „Krieg gegen den Terror“ fordert andere Instrumente. Aber auch die Verlagerung der Aggressionen in den Cyberspace erfordert Investitionen in Intelligence-Kapazitäten. Bei der Finanzierung stehen die Industrieländer aber unter Druck, während sich aufstrebende Nationen mit ihren höheren Wachstumsraten verstärkt um den Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie und Verteidigungskapazität bemühen.

„Spender“ und „Economizer“

Der Report unterscheidet zwischen vier Kategorien von Staaten: Solche mit niedrigem (< 30.000 USD) und hohem (> 30.000 USD) Pro-Kopf-Einkommen sowie zwischen sogenannten Ecomomizern (Anteil der Rüstungsausgaben am BIP < 2%) und Spendern (> 2%). Insgesamt 16 der Top-50-Nationen sind Spender. Die Nationen mit höherem Einkommen haben ihre Ausgaben seit 2008 durchschnittlich um rund 8 Prozent gekürzt, die Spender unter den Niedrigeinkommen-Nationen dagegen um 38 Prozent erhöht, die Economizer immerhin noch um 21 Prozent.

Verschiedene Wege, ein Ziel

Trotz vieler Gemeinsamkeiten zeigen sich auch Unterschiede in den jeweiligen Kategorien. So versuchen einige Spender mit hohem Einkommen weiterhin, trotz Sparzwang ihre teilweise ehrgeizigen Programme zu finanzieren. Economizer aus derselben Gruppe, zu denen auch Deutschland gehört, stoßen strukturelle Reformen an, um ihre Handlungsfähigkeit zu erhalten. Spender mit niedrigerem Einkommen setzen nahezu durchweg auf Expansion, während die Economizer aus dieser Gruppe verstärkt einen Return on Investment durch den Export ihrer Rüstungsgüter anstreben.

„Der Report zeigt drei Punkte, wie die Länder den Herausforderungen adäquat begegnen können: adaptieren, kooperieren und intelligent investieren. Adaptieren bedeutet, sich sowohl auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch auf die veränderte Bedrohungslage einzustellen. Hierbei können Kooperationen eine wichtige Rolle spielen. Letzten Endes kommt es aber darauf an, die Mittel für wirklich wichtige Investitionen zu sichern – das gilt für Länder aus allen aufgeführten Kategorien“, ergänzt Michael Hessenbruch.

2014 Global Aerospace and Defense Industry Outlook

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