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Krankenhausmarkt im Wandel

Deloitte Health Care Indikator zeigt ansteigenden Bedarf bis 2030

Düsseldorf/München, 12. Mai 2014 – Trotz Bevölkerungsrückgang in Deutschland werden die Fallzahlen stationär behandelter Patienten von heute über 19 Millionen jährlich auf 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen.

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Dabei wird die durchschnittliche Verweildauer sinken. Der Anteil der Patienten im Alter über 60 Jahre an Pflegetagen wird innerhalb der nächsten 16 Jahre von heute 58 auf 67 Prozent steigen. Insgesamt wird sich der bestehende Überhang bei der Bettenkapazität bis 2025 zu einem Unterangebot wandeln. Das zeigt der Deloitte Health Care Indikator 2014: Er prognostiziert die stationäre Nachfrageentwicklung bis 2030 – in regionaler, demografischer und disziplinärer Hinsicht. Danach werden die Fallzahlen vor allem in Neurologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie und Innerer Medizin am deutlichsten ansteigen. Regional betrachtet werden sich die in vielen Bundesländern vorherrschenden Überkapazitäten schon bis 2020 in ein Unterangebot verwandeln – mit Ausnahme Sachsen-Anhalts.

„Die regionale Über- oder Unterversorgung mit Krankenhausbetten ist von großem öffentlichem Interesse. Mit dem Health Care Indikator hat Deloitte zusammen mit der Hochschule Rhein-Waal ein Prognoseinstrument entwickelt, das zur Objektivierung der Diskussion beitragen kann“, betont Dr. Gregor-Konstantin Elbel, Partner und Leiter Life Sciences & Health Care bei Deloitte.

Mehr stationäre Patienten – aber kürzere Verweildauer

In Deutschland gibt es knapp 2.000 Krankenhäuser. Sie sollen eine flächendeckende Versorgung garantieren. In den nächsten ein, zwei Dekaden könnte diese Rechnung nicht mehr aufgehen, wie die vergangenen Jahre zeigen: So sind die Krankenhausfälle seit 2005 um jährlich 1,6 Prozent angestiegen, die Verweildauer aber von 8,5 auf 7,6 Tage im Jahr 2012 gesunken. Unter dem Strich bedeutet das einen Rückgang von 346.000 Belegungstagen im Jahr 2012 gegenüber 2005. Dennoch ist aufgrund des Krankenhausbettenabbaus im selben Zeitraum die Klinikauslastung von 76,7 auf 80,7 Prozent gestiegen.

Altersgruppe 60+ bestimmt die Entwicklung

Die Bevölkerungszahl der BRD geht zurück – dennoch werden die Fallzahlen bis 2030 von 19,4 auf 22 Millionen ansteigen. Dabei verlangsamt sich der Anstieg von heute knapp 300.000 zusätzlichen Fällen pro Jahr auf 162.000. Für den fortdauernden Anstieg sorgt in erster Linie die Altersgruppe über 60 Jahren. Bis 2030 wächst ihr Anteil an den Fallzahlen von derzeit 51 auf 61 Prozent im Jahr 2030 – ein Anstieg um 3,5 Millionen Fälle. Dasselbe gilt für ihren Anteil an den Pflegetagen bis 2030 (von 58,4 auf 67,4 Prozent) – zwei von drei Krankenhausbetten werden künftig von Patienten ab 60 Jahren belegt.

Fallzahlen nehmen bundesweit zu – mit einer Ausnahme

Nach Bundesländern betrachtet, wachsen in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin die Fallzahlen, während sie in vielen östlichen Bundesländern nur langsam steigen und in Sachsen-Anhalt sogar stagnieren. Beim Bettenangebot ist in Baden-Württemberg, Berlin, Schleswig-Holstein und Niedersachsen trotz aktueller Überkapazitäten schon 2020, in Bayern bis 2025 mit einer Unterversorgung zu rechnen. Bundesweit entwickelt sich der Abbaubedarf von sechs Prozent der Kapazität zu einem zusätzlichen Bettenbedarf von vier Prozent der vorhandenen Kapazität im Jahr 2030.

Fallabnahme bei Geburtshilfe

In den Fachabteilungen entwickeln sich die Fallzahlen unterschiedlich: Vor allem in der Neurologie, der Augenheilkunde, der Orthopädie, der Urologie und der Inneren Medizin ist eine Zunahme zu erwarten. Auch die Chirurgie muss mit erheblich mehr Fallzahlen rechnen. Hier – wie auch in der Inneren Medizin – liegt die Größenordnung bei einer halben bis über einer Million zusätzlicher Fälle. In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe hingegen rechnet man mit einem deutlichen Rückgang zwischen vier und fünf Prozent.

Bettenangebot: von der Über- zur Unterversorgung

Bei einer Soll-Auslastung von 85 Prozent existiert heute eine Bettenüberkapazität von 5,5 Prozent, diese wird sich im Jahr 2025 jedoch in eine Unterversorgung verwandelt haben. Das bedeutet: Im Jahr 2030 müssten gegenüber heute bundesweit zusätzlich Versorgungskapazitäten in Höhe von 3,7 Prozent bereitgestellt werden, um dem voraussichtlichen Bedarf zu entsprechen. Der größte Anpassungsbedarf zeigt sich bei der Neurologie – hier liegt er bei knapp 30 Prozent. Auch in der Inneren Medizin und der Urologie ist er hoch, nur in Frauenheilkunde und Geburtshilfe besteht Abbaubedarf.

„Angesichts der Prognosen und den aufgezeigten deutlichen Verschiebungen der Bedarfe auf regionaler Ebene oder zwischen verschiedenen medizinischen Disziplinen ist ein nachhaltiger Umbau der Gesundheitsversorgung nötig. Der wichtigste Faktor ist die Alterung der Bevölkerung. In einigen Regionen Deutschlands wird sie so rapide voranschreiten, dass der Versorgungsbedarf ebenso stark wächst. Hier scheint ein weiterer Kapazitätsauf- und umbau trotz gegenwärtiger Überversorgung im Sinne des Aufbaus der Gesundheitsversorgung zukünftig notwendig zu werden“, resümiert Dr. Gregor-Konstantin Elbel.

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