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Pharmabranche: Forschung zu teuer?

Deloitte-Studie zum Return on Innovation in der Pharma-Industrie zeigt Handlungsbedarf

Düsseldorf/München, 05. Februar 2014 – Die pharmazeutische Industrie hinkt bei modernen, technologiebasierten Bedarfsermittlungsmethoden anderen Branchen hinterher – denn in den letzten vier Jahren haben sich daraus resultierende Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen sichtlich nicht ausgezahlt.

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Pharmaceutical Innovation 2013

Ebenfalls abgenommen hat der Wert der Late Stage Pipelines, also der Projekte, die sich in fortgeschrittenem klinischem Entwicklungsstadium befinden. Auch lagen die Umsatzschätzungen für neue Präparate bzw. Wirkstoffe häufig zu hoch. Positive Ergebnisse erzielte die Konzentration auf hochwertige Wirkstoffe mit entsprechendem Vermarktungspotenzial – zudem stiegen die Gewinne aufgrund von Kostensenkungen. Stabil geblieben ist die Anzahl der Wirkstoffe im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, während aber die Entwicklungskosten auch dabei beständig stiegen. Das zeigt die Deloitte-Studie „Measuring the return from pharmaceutical innovation 2013“, wofür zwölf Pharma-Unternehmen über vier Jahre analysiert wurden.

„Wir haben die Produktpipelines von zwölf führenden Pharmaunternehmen unter die Lupe genommen – und dort speziell jene Produkte, die mittelfristig auf den Markt kommen könnten. In den vergangenen Jahren hatten diese Unternehmen 105 marktreife Entwicklungen im Wert von 770 Milliarden US-Dollar und 167 Projekte im Wert von 819 Milliarden US-Dollar in der späten Entwicklungsphase“, erklärt Dr. Gregor-Konstantin Elbel, Partner und Leiter Life Science and Health Care bei Deloitte.

ROI nimmt beständig ab
Der avisierte Return on Innovation für Projekte der Late Stage Pipeline hat in den letzten vier Jahren beständig abgenommen – jährlich von durchschnittlich 10,5 auf 4,8 Prozent. Der geschätzte Wert aller Projekte sank im selben Zeitraum von über einer Billion auf 913 Milliarden US-Dollar. Die erwarteten Peak Sales pro Wirkstoff sanken um ganze 43 Prozent – auch wegen der allgemeinen Kostendämpfungsmaßnahmen. Gescheiterte Projekte wirkten sich ebenfalls negativ auf die Wertschöpfung aus, und nicht zuletzt stiegen die Kosten für Forschung und Entwicklung teilweise deutlich.

Unternehmen zeigen Schwächen
Konkrete Einflussgrößen bestimmen die R&D-Performance der Pharmaindustrie. Dazu gehören neben Fort-/Rückschritten in der Late Stage Pipeline und entsprechenden Gewinnaussichten auch Zulassung/Vertrieb existierender Wirkstoffe, sowie andererseits auch gescheiterte Projekte. Nicht zuletzt hängt der Unternehmenserfolg von einer gut austarierten Pipeline ab, und genau hier lag in den vergangenen vier Jahren der Schwachpunkt: So wurden unter anderem mehr Ressourcen in die Vermarktung als in die Late Stage Pipeline investiert.

Die Kenngröße Pipeline-Momentum bezeichnet dabei das Zusammenspiel von kommerziellem Erfolg und der Wiederbefüllung der Late Stage Pipeline. Im Zeitraum von 2012 bis 2013 veränderte sich das Momentum bei den untersuchten Unternehmen erheblich durch merklich steigende Ausgaben bei gleichzeitig deutlich sinkenden Einnahmen. Die Entwicklungskosten erhöhten sich seit 2010 um fast 18 Prozent. Dabei wurden über 60 Prozent des Werts aus der Late Stage Pipeline extern generiert – etwa durch Akquisition, Kooperation oder Lizenzsysteme.

Analysekapazitäten optimieren
Bislang gingen viele Pharmaunternehmen davon aus, dass der Markt prinzipiell bereit ist für innovative Präparate zu bezahlen. Der durchschnittliche Marktwert der Late-Stage-Wirkstoffe ist jedoch innerhalb von vier Jahren um fast ein Viertel gesunken. Folglich müssen die entsprechenden Produkte künftig noch besser auf die Patientenbedürfnisse abgestimmt sein. Dazu ist eine weitreichende Analysekompetenz notwendig – hier sind allerdings andere Branchen deutlich besser aufgestellt.

Um die Unternehmensergebnisse zu verbessern, müssen folgende Bereiche in den Fokus rücken: Wertschöpfung, Absicherung und Beschleunigung des gesamten Entwicklungszyklus sowie Strategien zur Kosteneindämmung. Die Unternehmen sollten langfristiger planen und systematischer agieren. Kooperationen gehören genauso zum Konzept wie eine verbesserte Selektion marktfähiger Wirkstoffe sowie die effektive Nutzung vorhandener Informationen. Dennoch führt an einer Kostenreduzierung bei Forschung und Entwicklung kein Weg vorbei: Wichtige Hebel hierfür sind Organisationsoptimierung wie auch Zyklenverkürzung.

„Die Ausfallrate in der Entwicklung muss gedrückt und die Erreichung der Marktfähigkeit muss beschleunigt werden – auch eine Weiterentwicklung der Regulierung spielt eine maßgebliche Rolle. Zwar zeigen die von uns untersuchten zwölf Unternehmen bereits vielversprechende Ansätze – gerade bei den Ausfall-Kosten bleibt aber noch viel zu tun“, schließt Dr. Gregor-Konstantin Elbel.

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