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Roaming-Gebühren: Wenn die Quelle versiegt …

Deloitte-Report zu Chancen/Risiken der neuen EU-Regulierung

Stuttgart/München, 24. Juni 2014 – „Was ist die geeignete Roaming-Strategie für Mobilfunkanbieter in der EU?“, fragt der Deloitte-Report „New Rules. New Game.“ – und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten für Netzbetreiber auf.

Anlass ist der EU-Beschluss, die Roaming-Gebühren noch einmal drastisch zu begrenzen – und bis Ende 2015 völlig abzuschaffen. Für die Anbieter bedeutet das zunächst einen weiteren Einbruch des Roaming-Markts. Insbesondere bei weniger preissensiblen Firmenkunden droht der Wegfall beträchtlicher Gewinnpotenziale. Auf der anderen Seite ergeben sich für die Marktteilnehmer Chancen durch neue Tarifoptionen wie „Roam like Home“. Mit der neuen EU-Regulierung werden zudem Alternative Roaming Provider (ARP) in den Markt treten, da künftig Roaming-Dienste unabhängig vom eigenen Netzanbieter genutzt werden können. Mittelfristig zeigen sich drei Trends am Horizont: stärkere paneuropäische Anbieter, grenzübergreifender SIM-Kartenhandel sowie netzunabhängige SIM-Karten.

„Roaming galt lange als eine wesentliche Umsatzquelle für Mobilfunkanbieter. Die anstehenden Neuerungen im Bereich der EU-Regulierung werden diese aber langsam versiegen lassen. Schätzungsweise fünf bis sechs Prozent der bisherigen Gesamterlöse der Netzbetreiber dürften stark gefährdet sein“, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und TMT Leader EMEA bei Deloitte.

Strategie für einen unsicheren Markt

Die etablierten Mobilfunkunternehmen brauchen eine Strategie, wie sie Roaming-Angebote kurzfristig vermarkten wollen. Hierzu sollten sie die Preiselastizität ihrer Märkte analysieren. Anbieter müssen vor allem den richtigen Marketing- und Kommunikationsmix finden, um Kundeninteresse und -loyalität zu sichern.

Angesichts der Regulierung werden die Unternehmen schnell reagieren. Sie haben drei Möglichkeiten: abwarten und im Rahmen der neuen Regeln bisherige Roaming-Umsätze so lange wie möglich erhalten, als First Mover „Roam like Home“-Angebote als Upselling-Option monetarisieren oder „Roam like Home“ ohne Zusatzkosten für Nutzer als Kundenbindungsinstrument in bestehende Tarife integrieren.

Alternative Anbieter

Die Roaming-Neuregelung erlaubt den Markteintritt von Alternative Roaming Providers, also Anbietern von besonders attraktiven Roaming-Tarifen. Für sie gilt: Sie müssen auf Marge verzichten und versuchen, von der vermehrten Nachfrage zu profitieren. Zudem ist ein Markteintritt stark risikobehaftet. Voraussichtlich werden die Auswirkungen von ARPs auf den Wettbewerb daher begrenzt sein.

Trends mit Nebenwirkungen

Aus der neuen Regulierungssituation ergeben sich drei mögliche Trends: Paneuropäische TK-Unternehmen werden gestärkt und profitieren bei neuen Roaming-Tarifmodellen von ihrem internationalen Footprint. Ein grenzübergreifender Handel mit SIM-Karten nutzt unterschiedliche Preislevel auf dem gemeinsamen Markt. Die EU hat die damit verbundene Gefahr eines weiteren Preisverfalls erkannt: Künftig könnte der Abschluss von Mobilfunkverträgen ausschließlich im Heimatland des Konsumenten möglich sein. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass Over-the-Top-VoIP-Anbieter wie Skype und WhatsApp die weitere Entwicklung ebenso beeinflussen wie netzwerkunabhängige SIM-Karten, beispielsweise von Smartphone-Herstellern.

„Der Druck wächst, bestehende Strukturen müssen sich angesichts der EU-Regulierungen drastisch ändern. Ob bestehende Telekommunikationsunternehmen neue Gewinnpotenziale ausloten und erschließen können, hängt auch davon ab, ob sie eine neue Angebotsstrategie erarbeiten und schnell implementieren“, ergänzt Dr. Andreas Gentner.

Download der Studie

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