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Sparen für den Ausstieg: Geld ist Zeit

Deloitte-Studie zu Zeitwertkonten zeigt erhebliche Ausbaupotenziale

München, 21. März 2014 – Die gemeinsame Deloitte-/Baumgartner & Partner-Studie „Zeitwertkonten – Verbreitung, Nutzung und Ausgestaltung bei großen deutschen Unternehmen“, die unter 67 Unternehmen (davon 22 DAX/24 MDAX) durchgeführt wurde, zeigt: Zeitwertkonten erfreuen sich zwar steigender Beliebtheit, haben den Durchbruch aber noch nicht geschafft.

Inhaltsübersicht

Sie werden den Mitarbeitern von rund zwei Dritteln der DAX- und einem Drittel der MDAX-Unternehmen angeboten. Der Aufbau der Wertguthaben erfolgt in erster Linie durch geldwerte Überträge etwa aus dem Resturlaub- oder Überstundenabbau. Über ein Drittel der Arbeitgeber leistet eigene Beiträge. Die angesparten Guthaben sind vergleichsweise hoch: Bei einem Drittel liegen sie jeweils zwischen 10.000 Euro und 50.000 Euro. Verwendet werden diese vor allem für einen vorgezogenen Ruhestand. Die bevorzugte Kapitalanlage sind Investmentfonds mit Kapitalerhaltungsgarantie. Einer flächendeckenden Verbreitung bzw. einem entsprechenden Ausbau stehen aus Unternehmenssicht allerdings noch unsichere Kosten, bürokratischer Aufwand sowie ein eingeschränktes Modellangebot entgegen.

„Durchschnittlich gut die Hälfte der befragten Unternehmen nutzt heute Zeitwertkontenmodelle – unter anderem als Flexibilisierungsinstrument. Knapp ein Drittel (31%) bietet Zeitwertkontenmodelle an, andere planen dies oder befinden sich in der Einführungsphase. 73 Prozent der DAX- und 33 Prozent der MDAX-Unternehmen haben den Vorteil solcher Modelle bereits erkannt. Von jenen, die sich noch nicht dazu entschlossen haben, sehen 65 Prozent keinen Bedarf, 21 Prozent fürchten den administrativen Aufwand bzw. 12 Prozent die unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen und ebenfalls 12 Prozent scheuen die – aus ihrer Sicht – hohen Kosten“ erklärt Peter Devlin, Partner und Leiter Total Rewards bei Deloitte

Überstundenabbau bis Sonderzahlungsübertrag
Gesetzlich sind Zeitwertkonten ausschließlich in Geld zu führen, wobei den Arbeitgebern unterschiedliche Möglichkeiten offenstehen. Der Aufbau erfolgt zumeist durch geldwerten Übertrag aus anderen Zeitkonten, etwa aus Resturlaub oder Überstunden. Über zwei Drittel der Studienteilnehmer bieten auch Umwandlungsmöglichkeiten von Sonderzahlungen oder aus dem monatlichen Grundgehalt an und Zuschüssen von der Firma. Das durchschnittlich angesparte Wertguthaben pro Mitarbeiter liegt bei 55 Prozent der Unternehmen unter 10.000 Euro und bei 35 Prozent zwischen 10.000 Euro und 50.000 Euro – in 12 Prozent der Fälle darüber.

Verwendet werden Zeitwertkonten in 84 Prozent der Fälle für den vorgezogenen Ruhestand, bei je 66 Prozent für Weiterbildungszwecke oder zur Pflege von Angehörigen, für 53 Prozent stehen Eltern- oder Erziehungszeiten im Vordergrund und 47 Prozent nutzen sie für ein Sabbatical.

Produktangebot mit Werterhaltungsgarantie
Die Arbeitgeber sind zur Werterhaltung verpflichtet. Für befristete Auszeiten werden deswegen zumeist flexible Anlageprodukte, für den vorgezogenen Ruhestand Produkte mit längerem Anlagehorizont genutzt. Das verfügbare Spektrum ist begrenzt: Seitens der Produktanbieter gibt es insgesamt nur zwei Lösungen mit Werterhaltungsgarantie bei beliebiger Auszahlungsoption, das Risiko verbleibt in der Regel bei den Unternehmen.

Die bevorzugte Kapitalanlage sind Investmentfonds mit Kapitalerhaltungsgarantie. Knapp ein Viertel der Befragten hat sich hierfür entschieden, 21 Prozent wählten versicherungsbasierte kollektive Kapitalisierungsmodelle und je 17 Prozent Geldmarktkonten bzw. Hybridlösungen mit Kapitalerhaltungsgarantie – Modelle mit einer abgezinsten Anleihe oder einem Zerobond sowie einem freien Spar- oder Investmentanteil. Das in der Praxis am häufigsten eingesetzte Insolvenzsicherungsinstrument ist das doppelseitige Treuhandmodell – dies wird von den meisten Produktdienstleistern angeboten.

Beratung durch Produktanbieter
Zur Identifikation des geeigneten Modells nehmen 89 Prozent der Unternehmen eine konzeptionelle Beratung bei der Entwicklung von Zeitwertkonten in Anspruch, je 67 Prozent lassen sich bei der Insolvenzsicherung beraten oder nutzen eine umsetzungsbegleitende Beratung bei der Einrichtung der Konten, 63 Prozent legen Wert auf eine arbeitsrechtliche Beratung. Für drei Viertel der Arbeitgeber ist vor allem die Beratung durch Produktdienstleister wichtig, Versicherungsmakler oder unabhängige Berater spielen eine untergeordnete Rolle.

„Maßgeblich für eine erfolgreiche Implementierung von Zeitwertkonten ist nicht zuletzt die ‚interne Vermarktung’. Produktanbieter stellen hier eine ganze Reihe von Unterstützungsleistungen zur Verfügung. Insgesamt kann und sollte die Attraktivität von Zeitwertkonten künftig noch deutlich gesteigert werden, woran die Kommunikation einen großen Anteil hat“, schließt Peter Devlin.

Den kompletten Report finden Sie hier zum Download.

Über Deloitte

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