CFO - Survey 2015

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Stimmungsmacher Nordamerika

Deloitte CFO Survey: Unternehmen blicken für Wachstum und Investitionen über den großen Teich

Frankfurt/München, 18. November 2015 – Die deutsche Wirtschaft bleibt optimistisch, das zeigt die Herbstausgabe des Deloitte CFO Survey.

Inhaltsübersicht

Die Befragung von 151 Finanzentscheidern deutscher Großunternehmen ergab: 54 Prozent beurteilen die Konjunkturaussichten der nächsten zwölf Monate positiv. Gleichzeitig bleibt die Bereitschaft für Investitionen und Neueinstellungen etwa auf demselben Niveau des Frühjahrs. Demgegenüber wächst die Unsicherheit auf Unternehmensseite aufgrund internationaler Entwicklungen und Krisen. Die Hoffnungen ruhen auf Nordamerika: Deutsche Unternehmen orientieren sich verstärkt in Richtung USA und Kanada. Beide Länder klettern auf Platz eins der Regionen mit den größten Umsatzchancen für das nächste Jahr – zudem planen deutlich mehr Firmen Investitionen in Nordamerika. In der Fertigungsindustrie wollen die Firmen sogar stärker in den USA investieren als in Deutschland. Bereits in den ersten sechs Monaten wuchsen die USA zum größten Handelspartner der deutschen Wirtschaft und lösten damit nach über 50 Jahren Frankreich ab. Parallel überholen die USA China als wichtigstes Ziel von Auslandsinvestitionen.

„Nordamerika rückt aus zwei Gründen in den Fokus: Zum einen setzt sich dort die Reindustrialisierung fort, da Firmen wegen niedriger Energiekosten in die Fertigung investieren und so mehr deutsche Maschinen nachgefragt werden. Zum anderen hilft der schwache Euro deutschen Exporten in die USA“, sagt Rolf Epstein, Partner Finance Consulting bei Deloitte.

Von Ost nach West

Parallel zur Nordamerika-Orientierung verlieren die bisherigen Wachstumstreiber Deutschland und China an Bedeutung. Die Zuversicht auf höhere Umsätze nimmt um etwa die Hälfte ab: In der BRD erwarten 26 Prozent der CFOs mehr Wachstum (zuvor: 50%), in China 17 Prozent (zuvor: 33%). Trotz Nordamerikaoptimismus trübt das die Stimmung: Der Deloitte CFO Confidence Index fällt auf 22 Punkte (30 Punkte im Frühjahr 2015), er bleibt im positiven Bereich.

Internationalisierte Risiken

Nicht allzu positiv beurteilen die CFOs die Einigung mit Griechenland. Mehr als 40 Prozent wähnen darin eine verschlechterte Situation, lediglich zehn Prozent sind optimistisch. Insgesamt sehen die Finanzentscheider die größten Risiken jedoch in globalen Entwicklungen. Fast die Hälfte fürchtet eine schwächere Auslandsnachfrage, wobei rund ein Drittel besonders die Flaute der Emerging Markets umtreibt. Geopolitische Fragen sind für 45 Prozent ein wichtiger Faktor, Währungsunsicherheiten für gut 40 Prozent. Weniger riskant stufen die Unternehmen binnenwirtschaftliche Hindernisse ein: Als bedrohlich wird eine geringere Inlandsnachfrage gesehen, gefolgt von zunehmender Regulierung, Fachkräftemangel und steigenden Lohnkosten.

Sorgen mit Hoffnung

Rund ein Drittel der Unternehmen bewertet die Geschäftsaussichten im Vergleich zum Vorquartal pessimistischer – der Indexwert rutsch dadurch in den negativen Bereich. Hintergrund dafür sind die internationalen Krisen der letzten Zeit. Gleichzeitig bewerten die Finanzentscheider Umsätze leicht gedämpft, wohingegen die Erwartungen an Margen deutlich sinken. Dennoch bleibt die Grundstimmung durchaus positiv, denn über zwei Drittel hoffen nach wie vor auf mehr Umsätze.

Strategische Reaktionen

Unternehmen denken wieder defensiv und gehen auf Nummer sicher. So hat die Bereitschaft zur Einführung neuer Produkte abgenommen, nur etwa die Hälfte sieht dafür aktuell noch den richtigen Zeitpunkt. Gleichzeitig bleibt das Thema Kostensenkung wie im Frühjahr für zwei Drittel wichtig, in der Fertigungsindustrie haben es mittlerweile sogar 80 Prozent auf dem Zettel. Parallel dazu hat sich die Zahl fast verdoppelt, für die Schuldenabbau eine wichtige Aufgabe ist. Die wachsende Vorsicht zeigt sich auch bei der Risikobereitschaft: Nur jede fünfte Firma denkt an einen Offensivkurs, ein niedrigerer Wert als im Frühjahr, jedoch leicht über den Herbstergebnissen der letzten Jahre.

CFOs bauen Position weiter aus

Finanzentscheider stärken ihre Stellung und richten sich strategisch aus. Ganz oben steht, den eigenen Bereich als Business Partner zu etablieren, gefolgt von der Optimierung bei Planung und Forecasting. Klares Ziel der CFOs ist es, Entscheidungen besser zu unterstützen, unter anderem durch eine umfassendere Nutzung von Analytics-Anwendungen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Professionalisierung des Talent-Managements. Beim Rollenwandel setzen die CFOs auf graduelle Anpassungen beispielsweise bei der Planung.

„Geopolitische Herausforderungen sowie die Entwicklung in China und Griechenland trüben die sonst recht positive Grundstimmung. Nordamerika bietet aktuell die größten Perspektiven und kann sich langfristig mit Blick auf TTIP und CETA zusätzlich auszahlen. Für den Standort Deutschland ist entscheidend, welche Antworten Unternehmen auf Kostenvorteile etwa der USA finden“, so Dr. Alexander Börsch, Leiter Research Deutschland.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters – für mehr als 220.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie aufwww.deloitte.com/de/UeberUns.

 

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