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Chinesische Investoren suchen Wachstum

Deloitte-Studie zeigt Trend zu größeren, hochwertigeren Auslandsinvestments – auch deutsche Firmen im Fokus

Frankfurt/München, 14. Oktober 2014 – Die Deloitte-Studie „More experienced buyers – Higher return expectations” sieht zunehmende Auslandsinvestments chinesischer Unternehmen: Bereits in den ersten Monaten des Jahres setzt sich der klare Trend nach oben fort – in Europa profitieren vor allem Produktions- und Technologieunternehmen.

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Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Automotive-Industrie in Deutschland und der Immobilienbranche in Großbritannien. Zudem ziehen chinesische Investoren verstärkt Berater zur Post-Merger-Bewältigung hinzu. Gleichzeitig streben sie nach größeren und gewinnbringenderen Transaktionen als in den Jahren zuvor. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stiegen die Auslandsinvestments um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Das jährliche Volumen chinesischer Auslandsinvestments liegt heute auf dem Niveau Deutschlands oder Japans“, erklärt Dirk Hällmayr, Partner China bei Deloitte. „Schon zwischen Januar und Mai 2014 investierten chinesische Unternehmen 9,7 Milliarden US-Dollar alleine in Westeuropa. Die Mehrheit der befragten Experten erwartet eine weitere Zunahme, insbesondere bei mittleren und größeren Transaktionen – diesen Trend beobachten wir aktuell auch für Deutschland.“

M&A-Zunahme klarer Trend

Die M&As durch chinesische Unternehmen werden in 2014 zahlenmäßig die des Vorjahres erneut übersteigen. Dies liegt maßgeblich am Erfahrungsgewinn, den Investoren aus ihren erfolgreichen M&As ziehen – dadurch steigen auch ihre Gewinnerwartungen. Sie investierten in den ersten fünf Monaten 2014 weltweit 31,7 Milliarden US-Dollar sowie 22,5 Milliarden für Greenfield-FDIs. Vor allem Energie & Rohstoffe, Konsumgüter und Produktion sind die Zielbranchen. Als übergeordneter Grund für Auslandsinvestments gilt die Erweiterung von Produktlinien in Übersee-Märkten. 95 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die meisten chinesischen Auslandsinvestments im nächsten Jahr in das asiatische Ausland gehen werden. Gleichzeitig werden in Afrika und in Nahost die größten Preissteigerungen in fast allen Industriezweigen erwartet und diese Regionen dadurch ebenfalls attraktiv für Investments.

Westeuropa: Zielregion Nummer eins

In den ersten fünf Monaten 2014 fanden insgesamt 25 M&A-Transaktionen in Westeuropa statt. Anders als noch im vergangenen Jahr erwartet, bietet die langsame Erholung der Euro-Zone chinesischen Firmen weiterhin vielfältige Investitionsmöglichkeiten. Außerhalb der Euro-Zone zeigen sie vor allem Interesse an Großbritannien – die Investitionsfelder Konsumgüter und Rohstoffe sind dort sehr begehrt. In Osteuropa finden zudem große Investitionen ins Bauwesen sowie in die Infrastruktur statt.

Technologie im Fokus

Deutschland, Chinas größter europäischer Handelspartner, ist ein attraktiver Markt für Investoren: Dabei sind die chinesischen Investments hier weniger breit aufgestellt als in Großbritannien oder den USA und vorrangig auf den Technologie-Sektor fokussiert. In den ersten fünf Monaten 2014 fanden 70 Prozent aller chinesischen Akquisitionen in Deutschland beim produzierenden Gewerbe statt – mit einem Wert von insgesamt 829 Mio. US-Dollar. In ganz 2013 wurden 18 solcher Transaktionen mit einem Gesamtwert von 1,1 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben.

Dabei haben mittelständische Unternehmen häufig eine Marktnische für sich entdeckt – dies macht sie zu hochwertigen M&A-Zielen. In Deutschland stehen mittlere und größere Unternehmen im Fokus, deren Umsatz zwischen 100 und 500 Millionen US-Dollar liegt. Die Übernahme kann für die Unternehmen eine Win-Win-Situation bedeuten, denn sie erhalten Zugang zum chinesischen Markt, während die Investoren vom Technologieerwerb und der Managementerfahrung profitieren.

Chancen und Hindernisse

Unternehmer aus China suchen aufgrund des schrumpfenden Wirtschaftswachstums im Heimatland somit vermehrt nach Wachstumsmöglichkeiten im Ausland – auch die Lockerung der Gesetze in China fördert diese Investments. Dennoch halten einige Faktoren noch immer Investoren ab. Allem voran mangelndes Verständnis für Regulierung und Personalpolitik der ausländischen Märkte. „Deutsche Unternehmen fürchten häufig, chinesische Teilhaber würden das lokale Management austauschen, Arbeitsplätze streichen und das technische Know-how könnte nach Asien abwandern“, kommentiert Dirk Hällmayr. „Dabei setzen immer mehr Investoren auf gute und langfristige Zusammenarbeit in dem jeweiligen Markt. Die positiven Erfahrungen der letzten Jahre lassen die Zahl chinesischer Auslandsinvestments weiter zunehmen. Die Studienteilnehmer erwarten bereits für das laufende Jahr eine Steigerung von bis zu 30 Prozent.“

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