Property Index 2016

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München, Madrid, Mailand: Wohnen wird zum Luxus 

Deloitte Property Index zeigt heterogenen Immobilienmarkt in Europa – Metropolen bleiben teuer

München, 12. Juli 2016 - Der aktuelle Deloitte Property Index zeigt: Der deutsche Immobilienmarkt ist weiterhin ausgesprochen heterogen.

Inhaltsübersicht

Während die Preise in München steigen, fallen sie in strukturschwachen Regionen kontinuierlich. Dabei ist der deutsche Markt sowohl von höheren Investitionen als auch von sinkenden Renditen gekennzeichnet. Im europaweiten Vergleich ist der Kauf einer Neubau-Eigentumswohnung in Deutschland mit rund 2.000 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig, die Schaffung neuen Wohnraums liegt im gesamteuropäischen Durchschnitt. In Deutschland reicht somit eine Investition von rund 200.000 Euro für den Kauf eines Drei- oder Vierzimmerappartements mit ungefähr 100 Quadratmetern. In Österreich und Italien müsste man sich auf ca. 80 Quadratmeter beschränken, in Großbritannien würde man für diese Summe gerade einmal Wohnraum von 39 Quadratmetern erhalten.

„Wohnen in Metropolen wie London oder Paris bleibt weiterhin kaum bezahlbar. Obwohl auch die Immobilienpreise in Berlin stetig steigen, liegt die deutsche Hauptstadt immer noch deutlich hinter dem nationalen Spitzenreiter München. Aufsteiger des Jahres ist Frankfurt: Die Main-Metropole ist inzwischen auf Platz zwei der teuersten Pflaster Deutschlands vorgerückt. Eine spürbare Auswirkung der Flüchtlingsthematik auf die Preise in deutschen Städten stellt der Report nicht fest, die Nachfrage nach Wohnraum bleibt aber allgemein hoch“, erklärt Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

Die teuersten deutschen Städte

Stadt
Preis pro m²
Vergleich zum Landesdurchschnitt
1. München 6.080 € 295%
2. Frankfurt 3.950 € 192%
3. Hamburg 3.790 € 184%
4. Berlin 3.200 € 155%


Insgesamt moderate Entwicklung

Die Zeichen sprechen für eine relative Beruhigung des europäischen Immobilienmarkts: Das gemäßigte wirtschaftliche Wachstum sorgt dafür, dass die Preise insgesamt nicht überproportional zulegen. Auf der anderen Seite unterstützen die niedrigen Zinsen entsprechende Investments. Abseits dessen ist die Lage in den verschiedenen Städten Europas sehr unterschiedlich. So ist die Kaufkraft der beispielhaft angesetzten 200.000 Euro in Osteuropa und Russland besonders hoch. Am anderen Ende der Skala finden sich neben London und Paris auch Madrid, Brüssel, Rom und Dublin. In Deutschland gibt es in München mit 33 Quadratmetern den geringsten Platz fürs Geld.

Europaweit rund drei neue Wohnungen pro 1.000 Einwohner
Die Schaffung neuen Wohnraums in Deutschland liegt in etwa im europäischen Mittel – also bei ungefähr 2,8 neuen Wohnungen pro 1.000 Einwohner. Deutlich höher ist sie vor allem in Russland, Österreich und Frankreich, während in Portugal und Ungarn am wenigsten neue Wohnungen gebaut wurden. Portugal und Spanien sind europäische Spitzenreiter bei der Anzahl der Wohneinheiten, die den Einwohnern bereits zur Verfügung stehen – der Immobilienmarkt ist hier weitgehend gesättigt. Im europäischen Durchschnitt kommen 486,5 Einheiten auf 1.000 Einwohner. Deutschland liegt mit 512 Einheiten knapp über dem Durchschnitt.

Kaufpreise ziehen leicht an
Die Kaufpreise für Wohnraum ziehen in Deutschland nur moderat an – im Unterschied zu Irland und Spanien. Auch in Ungarn und den Niederlanden legen sie zu, während sie in Italien und Russland sogar fallen. Das insgesamt höchste Niveau findet sich in Großbritannien, Frankreich und Irland, das niedrigste in Ungarn, Portugal und Polen. Nach Städten betrachtet sind die Kaufpreise in London (18.128 Euro pro qm) und Paris (10.700 Euro pro qm) am höchsten, in den ungarischen Städten Debrecen und Györ am niedrigsten (749 bzw. 987 Euro pro qm).

Günstig bauen in Deutschland
Wer in Deutschland bauen will, hat Glück: Nirgendwo in Europa finden sich so günstige Rahmenbedingungen. So muss ein deutscher Häuslebauer im Schnitt gerade einmal 3,2 Jahresgehälter aufwenden, damit der Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden kann. Ähnlich günstig ist es in Belgien und den Niederlanden. Weniger gute Aussichten haben, sicherlich auch aufgrund der niedrigen Einkommen, die Ungarn, Iren, Italiener, Franzosen und Polen – und am meisten leisten müssen einmal mehr die Briten, bis sie eine Immobilie bezahlen können.

Vermehrte Investitionen
Rund 20 Milliarden Euro wurden 2015 deutschlandweit in Wohnraum investiert, acht Milliarden mehr als im Vorjahr. Auf der anderen Seite sinken die Renditen in den Städten und auf dem Land. Dabei fließt vermehrt Kapital in den Immobilienmarkt, da dieser im Kontext niedriger Zinsen attraktiver erscheint als etwa der Anleihenmarkt. Die Aussichten für Investoren sind insgesamt gut – die Nachfrage steigt kontinuierlich an, die gesamtwirtschaftlichen Aussichten sind günstig. Dass die Bautätigkeit dabei im Vergleich zu den Vorjahren an Tempo abgenommen hat, liegt unter anderem an der Verknappung von Bauland und teilweise auch an neuen gesetzlichen Bestimmungen.

„Obwohl Wohnraum in Deutschland generell begehrt ist, verfestigt sich die unterschiedliche regionale Entwicklung. Auf der einen Seite kennen die Preise in den Metropolen nur eine Richtung, auf der anderen nimmt der Leerstand und damit das Überangebot verfügbaren Wohnraums in bestimmten Gegenden weiter zu. Das gilt für Regionen in den neuen Bundesländern genauso wie für Teile des Ruhrgebiets. Ob und wie diese Entwicklung durch Maßnahmen der Politik beeinflusst werden kann, sei dahingestellt – Angebot und Nachfrage sprechen hier eine eindeutige Sprache“, resümiert Müller.
 

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters – für mehr als 225.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

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